Aswad
Biografie
Aswad , 1975 in London zunächst von George Oban (bg), Courtney Hemmings (kb), Brinsley Forde alias "Chaka B" (voc, g) gegründet, boten eine Symbiose aus erdiger Reggae-Musik, britischem Rock, Blues- und Flamenco-Elementen und traten damit vorwiegend in den Clubs der Punk- und New Wave-Szene sowie bei Festivals der politisch engagierten Jugend auf ("Rock Against Racism"). Mit Drummie Zeb, bürgerlich: Angus Gaye (dr), dem einzigen gebürtigen Engländer in der Band, Tony Gad (voc, bg, kb), der 1979 Oban ablöste, sowie unter gelegentlicher Beteiligung des Gitarristen Donald "Dee" Griffiths fertigte das Ensemble seit 1976 sporadisch Platten, die Kritikerbeifall erhielten, bei den Konsumenten jedoch auf Desinteresse stießen. Dennoch hielt die "antispektakulärste New Wave-Reggae-Band Großbritanniens" ("Black Music Magazine") durch und verfeinerte ihren eklektischen Sound mit gefühlvollen Gitarren- und Synthesizer-Soli. Den Vorwurf, nicht revolutionär genug zu klingen, wollte Forde nicht gelten lassen: "Es ist eine spirituelle Revolution. Keine Barrikaden, Straßenschlachten, Gewehre und so was. Wir können den Leuten nicht einfach sagen: "Macht dies und das, und ihr werdet euch ändern." Das muss jeder selbst tun."
Die Meinungen der Kritiker über Alben wie New Chapter, A New Chapter Of Dub schwankten zwischen "verdient tragischerweise den Namen "neues Kapitel" überhaupt nicht" ("Melody Maker") und "bestes Reggae-Album, an das ich im Augenblick denken kann, ohne meine Plattenkollektion durchzuwühlen" ("New Musical Express"). 1988 erzielte die zum Trio Forde, Gad, Drummie Zeb geschrumpfte britische Reggae-Veteranencombo mit dem Album Distant Thunder und der Single Don’t Turn Around, "ideal für tanzorientierte Clubs mit Stil" ("Billboard"), einen erstaunlichen Hiterfolg. Die zum übertrieben entspannt dargebotenen Weichspül-Reggae gemixten elektronischen Schwirr-, Blubber- und Zwitscherklänge irritierten Puristen als "absoluter Schwachsinn" ("NME") und ließen "fünfzehn Jahre engagierten Musikertums unnötigerweise billig erscheinen" ("Time Out").
Doch brachten diese und die ebenfalls in den Charts vertretene Folge-LP Too Wicked (1990) der Band ein größeres Publikum, das sich dann von den Live-Qualitäten Aswads überzeugen konnte. So galt die Reggae-Truppe vor allem als Konzertattraktion, deren Reputation bis in die USA reichte, wo Aswad 1992 an der Reggae Sunsplash-Tour teilnahm.
Mit neuen Platten hatten es die Musiker nicht eilig, Rise And Shine erschien erst 1994 und erhielt durchweg negative Rezensionen. Zu ihrem zwanzigsten Bühnenjubiläum, das sie am 24. Juli 1995 mit einer Party in der Regency Suite des Londoner Zoos begingen, fiel ihnen nichts Besseres ein als ein Album mit Greatest Hits.
(Text gekürzt - Die vollständige Biographie finden Sie im "Rock-Lexikon") Entnommen aus: Rock-Lexikon Bd. 1+2, hgg. von: Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann unter Mitarbeit von Barry Graves und Bernward Halbscheffel,
Copyright © 1973, 1975, 1990, 1998, 2008 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
Historische Diskografie
LPs:
Aswad (1976)
Hulet (1979)
New Chapter (1981)
Showcase (1981)
A New Chapter Of Dub (1982)
Not Satisfied (1982)
Live And Direct (1983)
Rebel Souls (1984)
Distant Thunder (1988)
Crucial Tracks (1988)
Too Wicked (1990)
Rise And Shine (1994)
Rise And Shine Again! (1995)
Dub:
The Next Frontier (1995)
Big Up (1997)
Roots Revival (1999)
Zusammenstellung:
Greatest Hits (1995)

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