Start | Holiday,Billie | Biografie & Steckbrief

Holiday,Billie

Geburtstag:

07.04.1915
Geburtsort:

Philadelphia, Pennsylvania
Todestag:

17.07.1959
Todesort:

New York City, New Work
Genre:

Vocal
Instrument:

Gesang
Komponist
Textdichter

Holiday,Billie

Billie Holiday darf für sich in Anspruch nehmen, die erste Jazz-Sängerin gewesen zu sein, das Drama ihres Lebens zum Gegenstand ihrer Songs gemacht und ihnen damit einen persönlichen Anstrich verliehen zu haben, den man von den Sängerinnen-Interpreten der damaligen Zeit nicht kannte. Abgesehen davon waren sowohl ihre Stimme, als auch ihre Gesangstechnik von bis dato ungewohnter und unerhörter Qualität. Dass Holiday an den Status einer Ella Fitzgerald trotzdem nicht heranreicht, ist ihrem Lebenswandel und dem damit einhergehenden frühen Tod zu schulden. Lady Day, wie sie schon früh von ihren Fans genannt wurde, kam als Eleanora Fagan Gough als Tochter der beiden minderjährigen Teenager Clarence Holiday und Sadie Fagan auf die Welt. Der Vater, ein mediokrer Jazz-Gitarrist, verließ die beiden, als Holiday drei war. Ihre Mutter parkte das Kind in der meisten Zeit bei sich kaum um das Wohl des Kindes sorgenden Verwandten. Im Alter von zehn Jahren wurde sie auf eine katholische Reform-Schule geschickt, auf der sie es aber nur zwei Jahre aushielt. Zusammen mit ihrer Mutter zog sie um 1927 nach New York, um dort als Putzhilfe in einem Bordell zu arbeiten. Nicht nur lernte sie in diesem Etablissement auf dem dort dudelnden Grammophon die Musik Louis Armstrongs kennen - man brachte ihr dort alle wichtigen Kniffe bei und schon bald verbesserte sich Holiday ihr Einkommen durch das horizontale Gewerbe.

1930 begann Holiday als Sängerin in Clubs aufzutreten. Das ging gut drei Jahre so, bis sie von John Hammond, einem damals noch jungen und unbekannten Produzenten, entdeckt wird. Der arrangiert Aufnahmen mit Benny Goodman für sie. In der Folge arbeitete sie mit fast allen Musikern zusammen, mit denen auch John Hammond zu tun hatte. Dazu gehörten neben Count Basie, auch Roy Eldridge, Johnny Hodges, Ben Webster, sowie Artie Shaw, Buck Clayton und Lester Young zusammen. Mit den beiden letzteren nahm sie nicht nur unzählige Songs auf - die drei verstanden sich auch über die Musik hinaus ganz gut. Von Young hatte sie übrigens ihren Spitznamen... Nach einer Reihe unglaublicher und vor allem rassistisch motivierter Demütigungen schmiss die stolze Frau die Zusammenarbeit mit dem weißen Bandleader Artie Shaw, der auch nicht hatte verhindern können, dass der Star seiner Band, Billie Holiday, aufgrund ihrer Hautfarbe Hintereingänge, Kelleraufenthaltsräume und statt Hotels Absteigen nutzen musste, hin. Sie nahm ein Engagement in dem gemischt-rassigen Club Cafe Society an und legte damit den Grundstein für die Legende, die sie bis heute ist. Beispielsweise trat sie dort zum ersten Mal mit Strange Fruit auf - bis heute die Holiday-Hymne schlechthin.

Zeitgleich allerdings erlebte sie ihre privaten Bühnen als eine einzige misslungene Generalprobe. Erst Alkohol, dann Opium und schließlich der erste Ehemann. Dem folgte ein zweiter, der seiner Frau zunächst das Heroin näher brachte, um sich dann mit ihrem Geld aus dem Staub zu machen. Holiday wurde 1947 mit ihrem Suchtmittel erwischt und zu einer acht-monatigen Gefängnisstrafe verurteilt, die ihr leider alles andere als hilfreich war - auch nach der Entlassung. Sie hatte wegen der Verurteilung Arbeitsverbot und durfte lediglich Platten-Aufnahmen machen. Einige davon machte sie Anfang der 1950-er Jahre mit Norman Granz, dem späteren Besitzer des renommierten Verve-Labels. Mitte der 1950-er Jahre führte sie eine umjubelte Tour nach Europa und nur wenig später erschien ihr umstrittene, weil halb erlogene Autobiographie Lady sings the Blues. 1957 erschien sie im Rahmen einer TV-Doku das letzte Mal in der Öffentlichkeit, bevor sie 1959 wegen diverser innerer Organ-Schäden einen Kollaps erlitt und von da an ans Bett gefesselt war. Immer noch Heroinsüchtig, drückte sie auch als Bettlägerige. Obwohl dieses nur wenig später hätte ihr Sterbebett sein können, wurde sie wegen des Besitzes illegaler Substanzen verhaftet. Ihr Körper konnte vor dem Hintergrund aller anderen Gebrechen, an denn die Holiday litt, den Entzug nicht mehr verkraften. Sie verstarb am 17. Juli 1959 in einem New Yorker Krankenhaus. Zu diesem Zeitpunkt hatte eine der größten Jazz-Sängerinnen aller Zeiten 70 Cents auf dem Bankkonto und 750 Dollar an ihren Beinen versteckt. Billie Holiday wurde auf dem Saint Raymonds Cemetery in New York beigesetzt.