Shadows,The
Biografie
The Shadows formierten sich 1958 in London unter dem Etikett The Drifters als Begleitcombo zur ersten Tournee von Cliff Richard (siehe Bio) und galten als erste englische Supergroup. "Zwischen 1958 und 2000", zählte das Oldies-Magazin "Good Times", "brachten sie unfassbare 66 Singles und 22 Alben - solo und mit Frontmann Cliff Richard - in die britischen Charts."
Auf Einspruch der amerikanischen Drifters mussten Hank Marvin (g), bürgerlich: Brian Rankin, geb. am 28. Oktober 1941 in Newcastle, Bruce Welch (g), bürgerlich: Bruce Cripps, geb. am 2. November 1941 in Bognor Regis, Jet Harris (bg), bürgerlich: Terence Harris, geb. am 6. Juli 1939 in Kingsbury, London, und Tony Meeham (dr), bürgerlich: Daniel Meehan, geb. am 2. März 1943 in London, gleich zu Beginn ihren Gruppennamen in The Shadows umändern. Brian Bennett, geb. am 9. Februar 1940 in London, ersetzte 1961 Tony Meeham am Schlagzeug, für Jet Harris kamen 1962 Brian "Licorice" Locking und 1963 John Rostill, geb. am 16. Juni 1942 im englischen Birmingham, in das Quartett. In dieser Besetzung machten sich die Shadows bis 1970 zweigleisig populär.
Als Studio-Ensemble von Cliff Richard umrahmten sie bis 1968 dessen Softgesang. Bei den Tourneen des Sängers bestritten sie ein Drittel des Programms mit Eigenbeiträgen, die sie mit beträchtlichem Erfolg auch auf Schallplatten veröffentlichten. Apache, F.B.I., Kon Tiki, Wonderful Land, Atlantis und Frightened City waren Instrumentaleinspielungen in der Tradition Duane Eddys und der Buddy Holly-Gruppe The Crickets.
Mit ihrem technisch sauberen Vortrag, geschmackvollen Arrangements und zugkräftigen Kompositionen galten die Shadows in den frühen sechziger Jahren als eine der vorbildlichen Instrumentalcombos und beeinflussten Gruppen wie die Hollies, Buffalo Springfield und auch die Beatles. 1970 trennten sich die Shadows. Ein Jahr darauf arrangierten Marvin und Welch mit ihrem australischen Freund John Farrar, geb. am 8. November 1946 in Melbourne, Songschreiber und Producer von Olivia Newton-John, das Gitarrentrio Marvin, Welch & Farrar. Sie ließen sich, mehr unter Kritiker- als Publikumszustimmung, als Sänger folkloristischer Balladen im Stil der Everly Brothers oder Crosby, Stills, Nash & Young hören, allerdings auch in der leicht antiquierten, vordergründigen Wohlgefälligkeit alter Shadows-Zeiten.
In einer Periode, "da jeder trunken vor Nostalgie war" ("Melody Maker"), schien Marvin, Welch, Farrar, Bennett der Moment für eine Reunion günstig. Rostill war am 26. November 1973 in seinem Heimstudio infolge eines Stromschlags ums Leben gekommen. Ihre Bemühungen, dem bekannten Standard-Sound der Shadows - der zum großen Teil von den von Marvin und Welch benutzten Fender Stratocaster-Gitarren herrührte - ein zeitgemäßes Facelifting zu geben, schlugen fehl. "Sie klingen immer noch altmodisch", befand der "Melody Maker", "verlieren aber gleichzeitig jede Attraktion als Antiquität, die sie mal gehabt haben mögen."
Ein Grund für die stilistische Unbeweglichkeit der Gruppe mochte darin zu suchen sein, dass die Shadows kaum äußeren Einflüssen ausgesetzt waren: Sie arbeiteten immer mit denselben Leuten zusammen, etwa mit Cliff Richard oder Olivia Newton-John (siehe Bio), die jahrelang die Freundin Welchs war. 1978 gaben Richard und die Shadows zum 20-jährigen Jubiläum ihrer Zusammenarbeit mehrere Konzerte, die auch in einem Fernsehfilm festgehalten wurden. So zehrte die Gruppe seit Ende der siebziger Jahre von ihren früheren Platten.
1990 verließ Hank Marvin, mittlerweile in Australien ansässig, die Truppe, ohne sich zu verabschieden. Bruce Welch: "Hank sagte mir nicht, dass er Soloprojekte starten wollte. Das fand ich erst 1991 heraus und war entsprechend sauer. Wir haben jahrelang nicht miteinander gesprochen." Marvins Solo-LPs wie etwa Into The Light (1992), Heartbeat (1993) waren überdurchschnittlich erfolgreich. Daneben beteiligte er sich an internationalen Events wie dem Docklands-Spektakel (1988) von Jean-Michel Jarre (siehe Bio).
Welch hielt die Band als Bruce Welch's Shadows über die Neunziger auf Sparflamme am Leben und gab 2000 auf. Erst 2003 gab es zwischen Marvin und Welch wieder Kontakt, um mittels einer "Final Tour" nach 14 Jahren Stillschweigen und fünf nostalgischen, aber chartstauglichen Compilation-Alben den Shadows endlich einen angemessenen Schlusspunkt zu setzen. Doch nach 37 ausverkauften Konzerten auf der britischen Insel in der Besetzung Marvin (lead-g), Welch (rhythm-g), Cliff Hall (kb), Mark Griffiths (bg), Brian Bennett (dr) konnte davon keine Rede mehr sein. "Die Tour lief so toll", so Bruce Welch 2005 zu "Good Times", "dass wir jetzt Europa bereisen. Anschließend vielleicht Neuseeland, Australien, Asien. Vielleicht spielen wir die nächsten zehn Jahre "Final Tours"." Danach beinahe ernsthaft: "Musiker gehen nicht in den Ruhestand, sie fallen von der Bühne."
(Text gekürzt - Die vollständige Biographie finden Sie im "Rock-Lexikon") Entnommen aus: Rock-Lexikon Bd. 1+2, hgg. von: Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann unter Mitarbeit von Barry Graves und Bernward Halbscheffel,
Copyright © 1973, 1975, 1990, 1998, 2008 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
Historische Diskografie
LPs und
Zusammenstellungen (Auswahl):
The Shadows (1961)
Out Of The Shadows (1962)
Bestsellers (1962)
The Great Shadows (1963)
Brilliant Shadows, Brilliant Songs (1963)
Greatest Hits (1963)
Dance With The Shadows (1964)
The Sound Of The Shadows (1965)
More Hits (1965)
Shadows Music (1966)
Jigsaw (1967)
From Hank, Bruce And John (1967)
Somethin' Else (1969)
The Shadows (1970)
Shades Of Rock (1970)
Best Of The Shadows (1971)
The Mustang (1972)
Rockin' With Curly Leads (1973)
Specs Appeal (1975)
Live At The Paris Olympia (1975)
Rarities (1976)
Tasty (1977)
20 Golden Greats (1977)
Best Of The Shadows (1977)
String Of Hits (1979)
Another String Of Hits (1980)
Change Of Address (1980)
Hits Right Up Your Street (1981)
Live In The Jungle/Live At Abbey Road (1982)
XXV (1983)
Guardian Angel (1984)
Shadows (The Vocal)
(1984)
Best Of (1984)
Moonlight Shadows (1986)
Simply Shadows (1987)
Another String Of Hits And More (1987)
Stepping To The Shadows (1989)
The EP-Collection Vol. 1-3 (1990)
Themes And Dreams (1991)
The Shadows Play Andrew Lloyd Webber And Tim Rice (1997)
The Very Best Of The Shadows - The First 40 Years (1997)
50 Golden Greats (1998)
The Early Years (1998 6-CD-Box)
Life Story (2004)
The Final Tour (2004)
LPs Brian Bennett:
Change Of Direction (1967)
The Illustrated London Noise (1969)
Rock Dreams (1976)
LPs Hank Marvin:
Hank Marvin (1969)
Guitar Syndicate (1977)
Words And Music (1982)
Into The Light (1992)
Heartbeat (1993)
LPs Marvin, Welch, Farrar:
Marvin, Welch & Farrar (1971)
Second Opinion (1971)
LP Marvin & Farrar:
Marvin & Farrar (1973)

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