Seeed
Biografie
Seeed , 1998 in Berlin gegründet, bewiesen in Zeiten, in denen der Trio-Alltag vieler Bands auf noch handlicheres Duo-Format schrumpfte, dass man auch in der Stärke einer Fußballmannschaft künstlerische und wirtschaftliche Erfolge feiern konnte. Seeed bündelten das urbane Chaos der Berliner Straßen zu einem fröhlich provokanten Reggae-Sound, der das multikulturelle Aufbruchflair der deutschen Hauptstadt zu Anfang des dritten Jahrtausends adäquat einfing und multiplizierte. Ans Konzept früherer Marching Bands anknüpfend, hievten sie deutschen Reggae selbst in karibische Charts.
Die drei Sänger Enuff (bürgerlich Pierre Baigorry), Ear (bürgerlich Demba Nabé) und Eased (bürgerlich Frank A. Dellé) brachten ihre drei E in das Logo von Seeed ein. Bereits vor Gründung der Großformation rappten sie sich zu dritt durch die Berliner Clubs. Mit dem jamaikanischen Percussionisten Alfie, Saxophonist Moritz Delgado, Posaunist Jerome Bugnon, Gitarrist "Rudeboy" Rudy, Keyboarder "Dubmaster" Reibold, Bassist Tobsen Cordes, Schlagzeuger Based und DJ Luke destillierten sie eine für deutsche Verhältnisse erfreulich unverkrampfte und unkonventionelle, mehrsprachige Mixtur aus Reggae, Dancehall, Raggamuffin, Ska und HipHop.
Die Band kam von Anfang an ohne Bandleader aus und fällte sämtliche Entscheidungen nach der Stimmenmehrheit ihres Elferrates. Erste Aufmerksamkeit erlangte die Großformation im Jahr 2000 mit dem Song Top Of The City aus dem Soundtrack zu dem Kinofilm "Kanak Attack" von Feridun Zaimoglu. Schon für ihr Debütalbum New Dubby Conquerors (2001) mit der populären Berlin-Hommage Dickes B konnte die Gruppe einen Plattenvertrag mit dem Major WEA an Land ziehen. Die Platte verkaufte sich auf Anhieb mehr als 100000-mal.
Im Vorprogramm von R.E.M. konnte die Berliner Elf ihre Fan-Basis noch erheblich ausbauen. Die zweite CD Music Monks (2002) schloss stilistisch und kommerziell unmittelbar an das Debüt an. Auf einer internationalen Version der Platte übersetzten sie ihre deutschen Texte ins Englische. Für das dritte Album Next! (2005), mit der das mobile Reggae-Sondereinsatzkommando auf Platz zwei der deutschen Charts kletterte, ließ man sich dann drei Jahre Zeit.
Seeed waren hörbar gereift. Die CD "klingt in sich selbst wie der Querschnitt durch eine ganze Plattensammlung, so unterschiedlich sind die Stile, Intentionen und Einflüsse, die hier wie in einem gigantischen Plattenladen zusammenfließen" ("Blue Rhythm"). Danach wurde es zunächst ruhiger um Seeed, während Pierre Baigorry als Peter Fox und Frank Dellé erfolgreiche Solokarrieren starteten.
(Text gekürzt - Die vollständige Biographie finden Sie im "Rock-Lexikon") Entnommen aus: Rock-Lexikon Bd. 1+2, hgg. von: Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann unter Mitarbeit von Barry Graves und Bernward Halbscheffel,
Copyright © 1973, 1975, 1990, 1998, 2008 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
Historische Diskografie
LPs:
New Dubby Conquerors (2001)
Music Monks (2002)
Next! (2005)
Live (2006)
LP Peter Fox:
Stadtaffe (2008)
LP Frank Dellé:
Before I Grow Old (2009)

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