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Osmonds,The

Osmonds,The

Biografie

The Osmonds waren die Kinder eines ehemaligen Grundstücksmaklers aus Ogden, Utah, die sich – teils als Ensemble, teils solo – mit sonnigen Schlagerharmonien, sanften Rockrhythmen und einer exakt eingedrillten Glamourshow an die Spitze des Unterhaltungsgeschäfts emporgesungen hatten: Alan (geb. 22. Juni 1949), Melvin (geb. 28. August 1951), Merrill (geb. 30. April 1953), Jay (geb. 2. März 1955), Donny (geb. 9. Dezember 1957), später auch Jimmy (geb. 16. April 1963) und Schwester Marie (geb. 13. Oktober 1959). In zwei Jahren brachten die Brüder 19 Millionen Platten vom Lonely Boy und von Puppy Love an den Fan. Kein Wunder, die Beatles gab es nicht mehr, und Elvis machte Filme. Zwischen Februar und November 1972 brachte ihnen der pubertäre Singsang und ihr routinierter, aber uninspirierter Umgang mit den Instrumenten 13 Goldene Schallplatten ein (für jeweils eine Million Dollar LP-Umsatz oder eine Million Single-Auflage). Von den Einnahmen hatte sich das vom Vater geleitete Familienunternehmen ein hochmodernes Musikstudio, eine eigene Plattenmarke (Kolob), eine Comic-TV-Produktion, eine Rinderfarm sowie Apartmenthäuser in Los Angeles angeschafft. Die beiden ältesten Brüder Virgil und Tommy, die nicht sangen, leiteten den Osmond-Fanclub und beantworteten wöchentlich rund 70000 Verehrerbriefe.

Begonnen hatten die Osmonds ihre Karriere 1962 als Straßensänger im kalifornischen Amüsierpark Disneyland. Dort entdeckte sie der Vater des Popsängers Andy Williams und nahm sie unter Vertrag. Sie traten in zahlreichen Fernsehshows auf und entwickelten einen allein am Publikumsgeschmack orientierten Gruppenstil, der keinem der Brüder Raum zur persönlichen Entfaltung ließ. Sie durften nicht rauchen, nicht trinken, nicht kiffen und mussten auf Anweisung des Vaters, eines Mormonen, "auch sonst einen christlichen Lebenswandel führen". Denn für den Kommerz entscheidend war vor allem ihr nach amerikanischer Bürgermoral gestricktes Ensemble-Image einer großen und glücklichen Familie: sauber, anständig und fromm. Von Donnys Solo-Single Puppy Love (1972) an machten die Geschwister Donny, Jimmy und Marie auch einzeln Platten, Donny und Marie auch im Duett. Jimmy avancierte als "Little Jimmy" besonders in Japan zum Schallplattenstar. Donny versuchte sich 1982 in einem Remake des alten George M. Cohan-Musicals "Little Johnny Jones" als Broadway-Darsteller, doch das Stück kam über die Premiere nicht hinaus. Dafür hatte er in TV-Werbespots Erfolg.

Die Osmond Brothers (ohne Donny) reformierten sich in den achtziger Jahren als Country & Western-Act. 1986 traten sie als Hauptattraktion beim Country Music Festival im Londoner Wembley-Stadion auf. Donny Osmond glückte 1989 als George Michael-Verschnitt mit Soldiers Of Love ein US-Comeback – "The most unwelcome comeback", spottete "Rolling Stone". 1992 bereiste er in der Titelrolle des Andrew Lloyd Webber-Musicals "Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat" Kanada, von 1996 an sechs Jahre lang die USA. "Jahrelang hatte ich mich bemüht, zurück in die Charts zu kommen", erzählte er: "Dann kam "Joseph" auf mich zu, und ich warf dafür alles Vorausgegangene weg. Die Rolle hat mir die Theaterbühne geöffnet. Ich glaube, das war immer schon ein Teil von mir. Ich musste es mir nur noch beweisen." Nach einer TV-Rolle als Gastgeber einer Emmy-nominierten Nachmittags-Talkshow (mit seiner Schwester Marie) und permanenten Konzertauftritten übernahm er 2006 die Rolle des Gaston im Disney-Musical "Beauty and the Beast" im Lunt-Fontanne Theatre am New Yorker Broadway.

Nach einer Schallplattenkarriere von 54 Alben hatte Donny Osmond begonnen, sich die Songs selbst zu schreiben – zu hören auf der CD What I Meant To Say (2006). Das Lied Whenever You’re In Trouble widmete er seiner Frau und seinen fünf Kindern. 1992 eröffnete die Sippe in der aufstrebenden Country & Western-Metropole Branson, Missouri, das Osmond Family Theater. Kein Wunder, dass die Stadt die Osmond Brothers zur Group of the Year kürte. Aber sie wurden 1992 auch in "Billboard" Top New Single Group. Sogar der Nachwuchs hatte sich mittlerweile formiert: Vier der acht Kinder von Alan Osmond – Michael, Nathan, Douglas und David – debütierten 1990 auf Reprise als Osmond Boys. Die Zahl der von den Original-Osmonds insgesamt verkauften Tonträger wurde 2007 auf rund 80 Millionen geschätzt.

(Text gekürzt - Die vollständige Biographie finden Sie im "Rock-Lexikon") Entnommen aus: Rock-Lexikon Bd. 1+2, hgg. von: Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann unter Mitarbeit von Barry Graves und Bernward Halbscheffel,

Historische Diskografie

LPs und
Zusammenstellungen (Auswahl):
The Osmonds (1970)
Homemade (1971)
Phase III (1971)
Live (1972)
Crazy Horses (1972)
The Plan (1973)
Collectors Edition (1973)
Our Best To You (1974)
Love Me For A Reason (1974)
Greatest (1974)
I’m Still Gonna Need You (1975)
The Proud One (1975)
Around The World:
Live In Concert (1975)
The Christmas Album (1976)
Brainstorm (1976)
Greatest Hits (1977)
Steppin’ Out (1979)
The Osmond Brothers (1982)
One Way Rider (1984)
Second Generation (1992)
The Very Best (1995)
21 Hits – Special Collection (1995)
All Time Greatest Hits (2000)
The Plan (2001)
The Millennium Collection (2002)
Osmondmania! (2003)
LPs Donny Osmond:
The Album (1971)
To You With Love, Donny (1971)
Portrait Of Donny (1972)
My Best To You (1972)
Alone Together (1973)
Donny Osmond (1989)
Eyes Don’t Lie (1990)
LPs Marie Osmond:
Paper Roses (1973)
In My Little Corner Of The World (1974)
Who’s Sorry Now (1975)
This Is The Way That I Feel (1977)
There’s No Stopping Your Heart (1985)
I Only Wanted You (1986)
All In Love (1988)
Steppin’ Stone (1989)
The Best Of (1990)
LPs Donny & Marie:
I’m Leaving It All Up To You (1973)
Featuring Songs From Their Television Show (1976)
Goin’ Coconuts (1978)

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