GUANO APES
Biografie
Guano Apes , 1994 in Göttingen gegründet, kamen, sahen und siegten. Mit eingängigen, aber sperrig vorgetragenen Melodien, sorgfältigen Arrangements und einem ausgewogenen Crossover-Konzept eroberten sie die verödete deutsche Rock- und Pop-Landschaft über Nacht. "Ihre Lieder laufen nur selten im Radio – dennoch wurden die Guano Apes zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands" ("WOM Journal"). "Die Schnelligkeit, mit der es die Guano Apes von der ersten Probe in einer Scheune auf die großen Bühnen schafften, glich schließlich der Fahrt eines Hochgeschwindigkeitsfahrstuhls vom Erdgeschoss zum Penthouse" ("Hammer").
Nach zweijähriger Anlaufzeit in einer zum Übungsraum umgebauten Scheune, "gewissermaßen zwischen Schafen und Schweinen" ("WOM Journal"), gewannen Sandra Nasic (voc), geboren am 25. Mai 1976 in Göttingen, Stefan Ude (bg), geb. am 14. Oktober 1974 in Garmisch-Partenkirchen, Henning Rümenapp (g), geb. am 23. April 1976 in Northeim, und Dennis Poschwatta (dr), geb. am 22. April 1974 in Northeim, im Herbst 1996 das Finale des niedersächsischen Musikwettbewerbs "Local Heroes". Mit dem Preisgeld von 70000 DM ging die Band ins Studio und produzierte mit Proud Like A God (1997) das bestverkaufte englischsprachige Debüt einer deutschen Rockband aller Zeiten. Nicht weniger als zwei Millionen Kopien gingen von dem Album über die Ladentische. Selbst in den USA erreichte es sechsstellige Verkaufszahlen, und die Single Open Your Eyes kletterte sogar auf Platz vier der amerikanischen Alternative Charts. Der von der Snowboard-EM im österreichischen Fieberbrunn in Auftrag gegebene und als Single veröffentlichte Song Lords Of The Boards brachte den Göttingern den Ruf einer Snowboarder-Band ein, ein Image, das ihnen keineswegs behagte.
1998 wurden die Guano Apes mit dem Echo, dem Comet und anderen Preisen ausgezeichnet und spielten auf allen großen europäischen Rock-Festivals. Im Frühjahr 1999 folgte eine erste erfolgreiche US-Tournee. Auf Bitten von Herbert Grönemeyer coverten sie im Dezember desselben Jahres Alphavilles Big In Japan für Grönemeyers Projekt Pop 2000. Nach fast zweijähriger Dauer-Action hatte sich die Gruppe in jeder Hinsicht ausgepowert und ging in Dänemark für mehrere Wochen in Klausur, um das zwei-te Album Don’t Give Me Names (2000) auf den Weg zu bringen. "Die Abgeschiedenheit eines Landhauses kam dem gruppendynamischen Kreativprozess massiv entgegen" ("Musikexpress"), und die Kritik hatte einmal mehr Grund, sich zu überschlagen. "Die Guano Apes klingen anno 2000 eine Spur mondäner, griffiger, erwachsener – ohne dabei ihre Pfiffigkeit verloren zu haben" ("Hammer"). "Musikalisch präsentiert sich das Quartett als ein Rockgeschoss mit enormer Durchschlagskraft" ("Visions").
Mit dem prompten Einstieg auf Position eins der deutschen Charts straften die Guano Apes alle Unkenrufe um das verflixte zweite Album Lügen, setzten ihren Erfolg in der Heimat unbeirrt fort und nahmen selbstbewusst Amerika ins Visier. Ihr drittes Album Walking On A Thin Line (2003) übertraf alle Erwartungen und machte die Guano Apes endgültig zu Superstars der deutschen Popszene. Wie schon mit der Vorgänger-CD schoss die Band auch diesmal wieder von null auf eins in den deutschen Charts. Daraufhin kündigten sie eine längere Pause an, die nur von vereinzelten Clubgigs unterbrochen wurde. Eine letzte Tour, "Planet of the Apes" betitelt, schloss sich an, die im Februar 2005 in Braunschweig ihren Abschluss fand. Danach hatte der Affenzirkus ein Ende, Sandra Nasic begann mit der Arbeit an einem Soloalbum.
2009 fanden sich die Guano Apes wieder zusammen, zwei Jahre später veröffentlichten sie ihr Reunionalbum Bel Air.
(Text gekürzt - Die vollständige Biographie finden Sie im "Rock-Lexikon") Entnommen aus: Rock-Lexikon Bd. 1+2, hgg. von: Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann unter Mitarbeit von Barry Graves und Bernward Halbscheffel,
Copyright © 1973, 1975, 1990, 1998, 2008 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
Historische Diskografie
LPs:
Proud Like A God (1997)
Don’t Give Me Names (2000)
Walking On A Thin Line (2003)
Live (2003)
The Lost (T)
Apes (2006)
The Best And The Lost (T)
Apes (2006)
Zusammenstellung:
Planet Of The Apes (2004)
Bel Air (2011)

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