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Eric Clapton

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Clapton,Eric

Biografie

Eric Clapton (g, voc), am 30. März 1945 unter dem Namen Eric Patrick Clapp als uneheliches Kind geboren, wuchs bei den Großeltern in Ripley in der englischen Grafschaft Surrey auf. Das Studium an einer Kunstschule brach er nach kurzer Zeit ab, um sich 1963 in Gilford einer Beatgruppe anzuschließen, der damals auch Brian Jones angehörte. Schon nach zwei Wochen verließ der Gitarrist – sein Vorbild war Chuck Berry – diese Gruppe und spielte anschließend je anderthalb Jahre mit den Yardbirds und mit den Bluesbreakers von John Mayall. Dort entwickelte er unter dem Einfluss von B. B. King seine Gitarrentechnik derart perfekt, dass er seither vielfach (1971 in einer Umfrage der Zeitschrift "Guitar Player" sogar von 60000 amerikanischen Kollegen) als führender Rockgitarrist nominiert wurde.

Bevor er 1966 mit Jack Bruce (bg) und Ginger Baker (dr) das Trio Cream (siehe Bio) gründete, schrieben seine Fans auf Londoner Häuserwände: "Clapton ist Gott." Gegen diesen Heroenkult in der Rockwelt hatte er schon damals immer wieder polemisiert: "Dass Musiker heute einflussreicher als Politiker sein können, ist grotesk. Man braucht zum Musikmachen weder besondere Intelligenz noch eine vorbildliche Moral." Nachdem Cream für die Popmusik neue Improvisationsmaßstäbe gesetzt hatte, gingen sie auseinander. Eine von Claptons Manager initiierte neue Supergroup namens Blind Faith scheiterte nach einer LP und einer USA-Tournee.

Ende 1969 ging Clapton mit Delaney & Bonnie (siehe Bio) auf eine zum Teil von ihm selbst finanzierte Europareise. Mit drei Musikern dieser Truppe (Bobby Whitlock [g, kb], Carl Radle [bg], Jim Gordon [dr]) formierte er 1970 das Ensemble Derek & The Dominos, mit dem (plus Gastsolisten wie Duane Allman [g]) er das exzellente Doppelalbum Layla aufnahm. Außerdem beteiligte er sich an Studioaufnahmen zahlreicher befreundeter Musiker (John Lennon, Stephen Stills, Howlin’ Wolf, Billy Preston) und gastierte 1971 im New Yorker Madison Square Garden beim Concert for Bangla Desh. In der Abgeschiedenheit seines Hauses in Surrey konnte ihn Pete Townshend überreden, zu einem All Star-Konzert am 31. Januar 1973 auf die Bühne des Londoner Rainbow Theatre zurückzukehren. Nach dem Rainbow Concert, das für eine LP mitgeschnitten wurde, verschwand er wieder in seiner inneren Emigration.

Im Frühjahr 1974 bekannte Eric Clapton in einem "Rolling Stone"-Interview, er habe in den vergangenen drei Jahren, heroinabhängig, "in einer Wolke aus rosa Baumwolle" gelebt, sei aber durch eine neuartige Elektro-Akupunktur genesen. Im Herbst 2006 führte er sein Suchtverhalten gegenüber Alexander Gorkow ("Süddeutsche Zeitung") in einer Mischung aus Klarsicht und purer Verscheißerung auf die Familientradition zurück: "Mama und Papa waren Alkoholiker. Sämtliche Onkel und Tanten waren Alkoholiker. Und sämtliche Omas und Opas waren auch Alkoholiker. Alles reizende Leute, damals in Surrey. Und allersamt rund um die Uhr: totally fucked up. Besoffen." Frage: "Es war also normal?" Clapton: "Ja. Die Uropas und Uromas übrigens auch. Mein Urgroßvater war Chef einer Landwirtschaftsgenossenschaft. Er war Herr über die Geräte, die die Bauern brauchten. Der mächtigste Mann von Surrey. Ja, die Claptons waren immer schon mächtig. Und dabei stets total besoffen: Hören Sie: Ich war schon mit 16 Jahren a full blown alcoholic."

Das 1974 in einem Studio mit der Adresse 461 Ocean Boulevard (LP-Titel) in Miami mit Yvonne Elliman (voc), Dick Sims (org), George Terry (g), Carl Radle (bg), Jamie Oldaker (dr) aufgenommene Album schien die Genesung vom Rauschgift zu bestätigen. Clapton präsentierte sich als gereifter Musiker, der seine Virtuosität in den Dienst einfacher Blues- und Folk Rock-Stücke stellte. LP und die ausgekoppelte Single I Shot The Sheriff, Coverversion einer Wailers-Nummer, etablierten sich als Charts-Spitzenreiter. Die etwa in der Plattenbesetzung unternommenen USA- und Europa-Tourneen waren ausverkauft. Gemessen an seiner instrumentalen Virtuosität zu Zeiten von Cream musste Claptons Plattenproduktion nach 1975 enttäuschen. Der Musiker reduzierte die Gitarrenpassagen zugunsten seines nicht annähernd so ausdrucksvollen Gesangs und bescherte seinen Fans ein nicht sehr abwechslungsreiches Amalgam aus Gospel, Blues, Reggae und Rock. Er beteiligte sich an LP-Einspielungen von Bob Dylan, nahm dessen Knocking On Heaven’s Door für seine LP E.C. Was Here auf und spielte 1976 beim Abschiedskonzert von The Band The Last Waltz. Dylan und The Band beteiligten sich umgekehrt an Claptons Album No Reason To Cry (1976).

1979 formierte er für eine Welttournee eine neue Band mit Albert Lee (g), Chris Stainton (kb), Dave Markee (bg), Henry Spinetti (dr), der sich später Gary Brooker von Procol Harum anschloss. Der Live-Mitschnitt Just One Night (1980) aus der Budokan-Konzerthalle in Japan erreichte in Großbritannien die Charts-Position drei und hielt sich in den USA sechs Wochen auf Platz zwei. Auf Konzertreise durch Amerika erlitt Clapton 1981 unter übermäßigem Alkoholeinfluss und mit Magengeschwüren einen körperlichen Zusammenbruch. Abermals versuchte er einen neuen Start. Er gründete – Vertrieb WEA – das eigene Label Duck Records, begann eine Zusammenarbeit mit Phil Collins und spielte auf dessen Debüt-Solo-LP.

Für seine erste Duck-LP Money And Cigarettes (1983), produziert von Tom Dowd, holte er sich in Ry Cooder (g), Donald "Duck" Dunn (von Booker T., bg), Roger Hawkins (dr) kompetente Partner. Bei den nächsten beiden Alben kam Phil Collins als Producer zum Zuge (mit Dowd als Co-Producer). Er spielte – neben Greg Philiganes (kb), Nathan East (bg) – Schlagzeug und sang Background. Die von Phil Collins produzierten LPs Behind The Sun (1985) und August (1986) zeigten einen verjüngten Clapton. Auf August gab Tina Turner in zwei Duetten eine Gastrolle. Journeyman (1989) platzierte sich als Nummer zwei in den britischen Charts, gleich hinter Phil Collins’ But Seriously. Das Stück It’s In The Way That You Use It, das Clapton zusammen mit Robbie Robertson von The Band komponiert hatte, fand in Martin Scorseses Kino-Hit "The Color of Money" Verwendung. Eine mehrwöchige USA-Tournee 1987 schloss mit einem ausverkauften Konzert im New Yorker Madison Square Garden. 1988 wurde der Gitarrist im Londoner Savoy-Hotel mit einer Laudatio von George Harrison für sein Lebenswerk geehrt. Am Ende seiner Welttournee 1989 gab er ein Free Concert für 70000 schwarze Fans in Mozambique.

Clapton fuhr fort, anderen Stars wie Lionel Richie oder Bob Geldof im Studio zu helfen. Er war nun "ein elder rock statesman in Übereinstimmung mit den Zeitläuften, aber ohne großen Einfluss auf sie" (Hardy und Laing). Eindrucksvolle Retrospektiven auf sein Gesamtwerk wurden 1982 unter dem Titel Time Pieces und 1988 in der LP-Box Crossroads veröffentlicht. Sein Renommee wuchs ins Grenzenlose. Abermals wurde er 1990 im Leserpoll von "Rolling Stone" zum weltbesten Gitarristen gekürt. In der Londoner Royal Albert Hall, wo er 1987 sechs Konzerte am Stück gegeben hatte, 1988 neun und 1989 zwölf, stand er im Januar und Februar 1990 nicht weniger als achtzehnmal mit vier verschiedenen Programmen auf der Bühne – mit drei Bands, den Bluesgästen Buddy Guy und Robert Cray sowie einem sechzigköpfigen Orchester.

1991 der Rekord, die "Salzburger Festspiele des Rock" ("Stern"): 24 Konzerte, auf der Platte 24 Nights dokumentiert, für die der Komponist Michael Kamen (siehe Bio) eigens ein Konzertwerk schrieb. Kamen hatte Clapton zuvor in seine Soundtracks für die Filme "Edge of Darkness" (1986) sowie "Lethal Weapon" 2 und 3 (1989) integriert. Ein Grammy als bester Rocksänger für die Aufnahme Bad Love am 20. Februar 1991 in der New Yorker Radio City Music Hall, am 19. März die Nachricht über zwei Millionen Auflage von Journeyman, dann der Schock: Am 20. März stürzte Claptons vierjähriger Sohn Conor aus seiner Ehe mit der Schauspielerin Lori Del Santo durch ein offenes Fenster seines Apartments im 53. Stockwerk eines Wolkenkratzers an New Yorks 57th Street in den Tod. Clapton, der sich zwischen Konzerten nur für 24 Stunden in New York aufhielt, wurde traumatisiert ins Krankenhaus gebracht.

In dem Konzert, das er am 16. Januar 1992 mit Chuck Leavell (kb), Andy Fairweather-Low (g), Nathan East (bg), Ray Cooper (dr, perc) für die "MTV Unplugged"-Serie aufnahm, gedachte er des Sohnes unter anderem mit dem Lied Tears In Heaven (Text: Will Jennings). Er erhielt dafür ein Jahr später zwei Grammys: Song des Jahres und beste männliche Vokalaufnahme. Das Album Unplugged (1992) wurde von den 7000 Juroren der National Academy of Recording Arts & Sciences mit vier weiteren Grammys bedacht. Es hatte sich bis dahin 4,5 Millionen Mal verkauft. "Tatsächlich hat Clapton aber wohl all die Grammys für die anrührende Traurigkeit erhalten, die ihn umgab, als er bei der Unplugged-Session wie ein Musiklehrer mit Hornbrille und Bart seinen(...)

(Text gekürzt - Die vollständige Biographie finden Sie im "Rock-Lexikon") Entnommen aus: Rock-Lexikon Bd. 1+2, hgg. von: Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann unter Mitarbeit von Barry Graves und Bernward Halbscheffel,

Historische Diskografie

LPs:
Eric Clapton (1970)
Rainbow Concert (1973)
461 Ocean Boulevard (1974)
E. C. Was Here (1975)
There’s One In Every Crowd (1975)
No Reason To Cry (1976)
Slowhand (1977)
Backless (1978)
Just One Night (1980)
Another Ticket (1981)
Money And Cigarettes (1983)
Behind The Sun (1985)
August (1986)
Journeyman (1989)
24 Nights (1991)
Unplugged (1992)
From The Cradle (1994)
Crossroads 2:
Live In The Seventies (1996)
Pilgrim (1998)
Reptile (2001)
One More Car, One More Rider (2002)
Me And Mr. Johnson (2004)
Sessions For Robert J. (2004)
Back Home (2005)
The Road To Escondido (2006 mit J. J. Cale)
Live From Madison Square Garden (2009)
Play The Blues Live At The Lincoln Center (2011)

Zusammenstellungen (Auswahl):
The History Of Eric Clapton (1972)
At His Best (1972)
Clapton (1973)
Time Pieces:
Best Of (1982)
Backtrackin’ (1984)
Too Much Monkey Business (1984)
The Cream Of Eric Clapton (1987)
Crossroads (1988)
The Blues (1999)
Clapton Chronicles:
The Best Of (1999)
Complete Clapton (2007, Box)
LPs mit Derek & The Dominos:
Layla (1970)
In Concert (1970)
The Layla Sessions – 20th Anniversary Edition (1990)
LP mit Michael Kamen:
Homeboy (1989 TV-Soundtrack)
Weitere LPs Blind Faith, Cream, John Mayall, The Yardbirds

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