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Biolay,Benjamin

Biolay,Benjamin

Biografie

Benjamin Biolay (voc, kb, vi), am 20. Januar 1973 in Villefranche-sur-Saône, Frankreich, geboren, war unter den Protagonisten der Nouvelle Vague des französischen Chansons nach der Jahrtausendwende einer der ganz wenigen, die das Niveau und die Nachhaltigkeit eines Serge Gainsbourg erreichten. Als einziger Troubadour des neuen frankophonen Liedes konnte er über die Grenzen Frankreichs hinaus anhaltende Popularität verbuchen. Er verband kompositorischen Erfindungsreichtum und eine schier phantastische Klangvielfalt mit divenhafter Selbstdarstellung, charismatischem Vortrag und einem Bühnengebaren, das trotz wachsender Publikumszahlen stets den Eindruck intimer Club-Konzerte hinterließ.

Biolays weiche Stimme, sein pathologischer Hang zu sehnsüchtiger, aber niemals peinlicher Selbstbeweinung und sein sicherer Zugriff auf und die ausnahmslos elegante Montage von Genres und Traditionen jeglicher Herkunft verlieh seinen Songs einen zeitlos magischen Esprit, zu dessen Genuss die Kenntnis der französischen Sprache nicht unbedingt notwendig war. Stilistisch spannte er mit seinen Songs "in ihrer herbstlichen, an Eric Rohmer-Filme erinnernden Entrücktheit" ("Blue Rhythm") eine kühne Brücke vom klassischen Chanson zum Post Rock.

Als Songschreiber, Produzent und Arrangeur war er nicht nur in eigener Mission unterwegs, sondern arbeitete auch für seine jüngere Schwester Coralie Clement sowie für Françoise Hardy, Jane Birkin, Keren Ann oder Altmeister Henri Salvador. Als Jugendlicher übte sich der Sohn eines Klarinettisten zunächst auf der Violine, deren Spiel er auch auf dem Konservatorium in Lyon vertiefte.

Seine Interessen erstreckten sich jedoch von Anfang an von Klassik über Pop bis Chanson. Unter dem Einfluss von Serge Gainsbourg begann er mit 13 Jahren, eigene Songs zu schreiben. In den Bands Wind und Mateo Gallion sammelte er noch als Teenager erste Erfahrungen eines professionellen Musikers. Erste Singles ab 1996 stießen aber kaum auf öffentliches Interesse. 1999 begann eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Sängerin und Songschreiberin Keren Ann (Zeidel), mit der er kurz darauf gemeinsam den Song Jardin d’Hiver für Henri Salvadors Comeback-Album Chambre Avec Vue komponierte und deren beide ersten Alben er produzierte.

2001 endlich wagte sich Biolay mit großem Aufwand an sein eigenes Langspiel-Entree. Rose Kennedy war ein stimmungsvoller Widerhall der fünfziger und sechziger Jahre. Im folgenden Jahr heiratete er die italienische Sängerin Chiara Mastroianni, Tochter von Catherine Deneuve und Marcello Mastroian-ni. Sein zweites Album Negativ (2003) orientierte sich wesentlich programmatischer an zeitgenössischen Grooves und Sounds als sein Vorgänger, doch Biolays Vorliebe für schöne Melodien blieb davon unberührt.

In seiner Heimat avancierte er zum gefragtesten Vertreter des neuen Chanson neben Thomas Fersen, im Ausland übertraf er dessen Erfolg jedoch bei weitem. 2004 veröffentlichte er im Duo mit Chiara Mastroianni das wenig inspirierte Duoalbum Home, bei dem es ihm wohl darum ging, "den Geist Serge Gainsbourgs und seiner Frauen einzufangen" ("Tip"). Aber wenige Monate später legte er mit A L’Origine sein bis dahin reifstes Album nach, auf dem er die Stärken seiner ersten beiden Platten kongenial zu einer Einheit führte.

(Text gekürzt - Die vollständige Biographie finden Sie im "Rock-Lexikon") Entnommen aus: Rock-Lexikon Bd. 1+2, hgg. von: Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann unter Mitarbeit von Barry Graves und Bernward Halbscheffel,

Historische Diskografie

LPs:
Rose Kennedy (2001)
Negativ (2003)
A L’Origine (2005)
Trash Yéyé (2007)
La Superbe (2009)
Pourquoi Tu Pleures? (2011)
LP mit Chiara Mastroianni:
Home (2004)

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