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Beatles,The

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Biografie

The Beatles waren beinahe ein Jahrzehnt lang die "stärkste schöpferische Kraft der modernen Populärkultur" ("Time"). Sie komponierten und interpretierten den "Soundtrack der sechziger Jahre" ("Melody Maker"), indem sie archaische Rockmuster von Chuck Berry, Little Richard, Buddy Holly und Elvis Presley phantasievoll verjüngten und variierten. Mit ihren Songs, in denen Jugendlichkeit um ihrer selbst willen und nicht mehr als Vorstufe zum Erwachsensein gefeiert wurde, boten sie ihrer konsumorientierten, mediengesteuerten Generation in einer Zeit bröckelnder Gesellschaftsstrukturen ungeheuer wirkungsvolle Identifikationsmodelle an. Weder in ihrer rocknostal-gischen Frühphase noch in der von Kritikern hochgeschätzten Ära artifizieller Studioproduktionen erschlossen sie – von originellen Melodie- und Texteinfällen abgesehen – der Rockmusik tatsächlich Neuland. "Ihnen fiel es zu", urteilte der Kritiker John Gabree, "stets einige Meilen hinter der Avantgarde herzusegeln, deren Errungenschaften zu festigen und neue Ideen zu popularisieren."

Dieses konnte ihnen in einem solchen Ausmaß gelingen, weil das Quartett als sensibler, in sich ausgewogener Organismus stets mehr als die Summe von vier hervorragenden Solisten war. Über Jahre hinweg vermochten sie ihre stark divergierenden künstlerischen und menschlichen Eigenarten auszubalancieren und in einem psychischen Spannungsfeld auf Hochleistung zu polen.

Am 27. Dezember 1960 trat die Gruppe unter dem Namen Beatles erstmals im Gemeindesaal des Liverpooler Vororts Litherland auf. Zum Ensemble gehörten John Lennon (voc, g), geboren am 9. Oktober 1940 in Liverpool, James Paul McCartney (voc, bg), geb. am 18. Juni 1942 in Liverpool, George Harrison (g, voc), geb. am 24. Februar 1943 in Wavertree, Liverpool, Randolph Peter "Pete" Best (dr), geb. am 24. November 1941 in Madras, Indien. Lennon hatte 1955 in Liverpool die Skifflegruppe The Quarrymen organisiert, der sich 1956 McCartney und 1957 Harrison anschlossen.

Daraufhin trennte sich Lennon von seinen bisherigen Mitspielern und formierte 1959 mit McCartney und Harrison das Trio Johnny & The Moondogs, das Pete Best und 1960 Stuart "Stu" Sutcliffe (g), geb. am 23. Juni 1940 in Edinburgh, zum Quintett erweiterten. Die Gruppe nannte sich fortan The Silver Beatles und ging zu sporadischen Gastspielen nach Hamburg, wo sie unter anderem auch im Star Club auftrat. Dort lernten die Musiker die Fotografin Astrid Kirchherr kennen, die ihnen die später weltweit kopierten "Moptop"-Frisuren (Pilzköpfe) verpasste. Sutcliffe, der sich mit Astrid verlobt hatte, schied aus und starb am 10. April 1962 an einem Gehirntumor. Das Rest-Quartett begleitete während seiner Hamburg-Aufenthalte gelegentlich den englischen Rocksänger Tony Sheridan (siehe Bio) bei Clubauftritten und Plattenaufnahmen. Ringo Starr (dr, voc), geb. als Richard Starkey am 7. Juli 1940 in Dingle, Liverpool, der im Hamburger Kaiserkeller für die Skifflecombo Rory Storm & The Hurricanes trommelte, ersetzte dabei den kränkelnden Pete Best ab und zu am Beatles-Schlagzeug und trat 1962, als die Gruppe endgültig nach Liverpool zurückgekehrt war, ganz an dessen Stelle.

Zu dieser Zeit waren die Beatles als Hausband des Cavern Club nach einer Umfrage der Musikzeitschrift "Mersey Beat" die beliebteste Band in Liverpool und Umgebung. Sie stammten, wie ein Großteil ihres Publikums, aus zerbrochenen Familien der unteren Mittelschicht und fanden in ihren grellen Imitationen des amerikanischen Rock ’n’ Roll, die sie mit Teddy Boy-Attitüde vortrugen, ein Aggressionsventil und gleichzeitig einen Ausstieg aus ihrem sozialen Spannungsfeld, wie er bisher vor allem als Motivation für Sportlerkarrieren bezeichnend gewesen war.

Brian Epstein, geb. am 19. September 1934, ein vermögender Liverpooler Schallplattenhändler, bot sich Ende 1961 den Beatles als Manager an und vermittelte ihnen einen Schallplattenkontrakt beim Londoner Musikkonzern EMI. George Martin, Producer für klassische Musik, aber auch für Cilla Black, Spike Milligan und Peter Sellers, fungierte als Sound-Betreuer der Provinz-Musiker. Am 4. Oktober 1962 erschien als erste Beatles-Single auf Parlophone die Eigenkomposition Love Me Do, die auf Platz 17 der englischen Hitparade kam. Die drei Monate später veröffentlichte zweite Single Please Please Me schaffte auf Anhieb die Top-Position.

Die ebenfalls 1963 veröffentlichten Titel From Me To You, She Loves You und I Want To Hold Your Hand erreichten ähnlich schnell die Spitze. Das letzte Stück brachte den Beatles den Durchbruch in den USA und der übrigen Welt und leitete die "Beatlemania" ein, die fortan für Schlagzeilen, Superlative und Umsatzrekorde sorgte. Als die Beatles im Februar 1964 zum ersten Mal im amerikanischen Fernsehen auftraten, schalteten 72 Prozent aller Gerätebesitzer ihretwegen auf den Kanal der "Ed Sullivan Show". Bis zum Juli jenes Jahres besetzten die Liverpooler ohne Unterbrechung die Top-Plätze der US-Hitlisten. 60 Prozent aller 1964 in den Vereinigten Staaten verkauften Singles waren Beatles-Produktionen, die mit durchschnittlich 2,5 Millionen Stück pro Monat umgeschlagen wurden. Allein die Gewinne aus dem Verkauf ihres ersten Film-Soundtrack-Albums A Hard Day’s Night (1964) deckten die Herstellungskosten des Streifens, bevor überhaupt eine Kinokarte verkauft war. Bis 1973 wurden 90 Millionen LPs und 125 Millionen Singles mit der Musik der Pilzköpfe abgesetzt.

Der Erfolg der Beatles regte diverse Industriezweige an: Die Plattenfirmen verzeichneten erhebliche Profitsteigerungen durch die Propagierung des "Mersey-Sounds"; der Verkauf von Gitarren und Verstärkeranlagen vervielfachte sich; das Diskothekengewerbe erlebte einen Boom; zahlreiche Modetrends weckten bei kaufkräftigen Teenagern erfolgreich Bedürfnisse.

In ihrer damaligen imitativen Phase holten sich die Beatles Inspiration bei Rockmusikern der ersten Generation, von denen sie einige Stücke für ihre LPs übernahmen, und fusionierten die harte Rock-Attacke zumeist mit der weichen Gospeltechnik der Drifters oder Shirelles. Ihre Texte entsprachen der Schnodderigkeit und Sensibilität der Arbeiterjugend. Unprätentiös, respektlos, selbstparodistisch, aber reserviert in der Artikulation von Empfindungen gegenüber dem anderen Geschlecht, entsprachen sie durchaus der verbalen Selbstkontrolle des Rock ’n’ Roll der fünfziger Jahre, der die Tabus der weißen Mittelklasse keineswegs sprengte. Die Beatles befreiten immerhin den Rock ’n’Roll, "ohne dessen Ursprünglichkeit zu zerstören, von seiner Aufheizungsstereotypie" (Hellmuth Karasek) und durchlüfteten ihre Songs mit Wortwitz, spielerischer Gesangsironie und unkomplizierten Tanzrhythmen.

Diese naive Phase fast ungetrübten Spaßes, die in dem Film "Help!" 1965 ihre Slapstick-Apotheose fand, ging ein Jahr später mit der Veröffentlichung der LP Rubber Soul zu Ende. Angeregt von (seit 1964 zunehmendem) Drogengenuss, beeindruckt von der surrealistischen Poesie Bob Dylans und gereift an der Persönlichkeit ihres musikalisch versierten Producers George Martin (siehe Bio), begannen die Beatles, mit klassischen Musikformen, exotischen Instrumenten (Sitar) und esoterischer, teilweise sogar fremdsprachiger Lyrik ( Michelle) zu experimentieren.

Songtitel wie Norwegian Wood und später Yellow Submarine, Strawberry Fields Forever, Lucy In The Sky With Diamonds deuteten, trotz gegenteiliger Behauptungen der Bandmitglieder, auf die Insider-Kenntnis diverser Rauschmittel hin. Yesterday orchestrierten sie mit einem Streichquartett, Eleanor Rigby wie ein Weill’sches Couplet. Tomorrow Never Knows, den letzten Titel der LP Revolver (1966), füllten sie mit elektronischen Verfremdungen, den Geräuschen rückwärts laufender Bänder und Multi-Track-Überspielungen. Das Stück signalisierte, warum die Beatles, nach triumphalen, rekordbrechenden Tourneen in den USA und aller Welt, am 29. August 1966 in San Francisco ihr letztes Konzert gaben: Fortan ließ sich ihr Gruppensound nicht mehr live auf der Bühne reproduzieren.

Die LP Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967) markierte für die Musiker den "Verlust ihrer künstlerischen Unschuld" (Richard Poirer). In vier Monaten Produktionszeit, mit 120 Orchesterspielern, elektronischen Apparaturen, Bläserchören und einem Kostenaufwand von – damals – 56 000 Dollar fertigten sie eine Synthese von Rock ’n’ Roll und den schönen Künsten, die zwar "die Langspielplatte zu ihrer höchsten Entwicklungsstufe als künstlerisches Medium brachte" ("Rolling Stone"), die Beatles jedoch endgültig in die Nähe bewusst manipulativer Kunstfertigkeit rückte. "Es gibt nur etwa 100 Leute in der Welt, die unsere Musik verstehen", behauptete John Lennon, nachdem er ein Jahr zuvor noch verkündet hatte, die Beatles seien "nun populärer als Jesus".

Die Gefahr, allmählich ihrer eigenen Propaganda zum Opfer zu fallen, wurde für die Gruppe akut, als am 27. August 1967 ihr Manager Brian Epstein an einer Überdosis(...)

(Text gekürzt - Die vollständige Biographie finden Sie im "Rock-Lexikon") Entnommen aus: Rock-Lexikon Bd. 1+2, hgg. von: Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann unter Mitarbeit von Barry Graves und Bernward Halbscheffel,

Historische Diskografie

LPs:
Please Please Me (1963)
With The Beatles (1963)
A Hard Day’s Night (1964)
Beatles For Sale (1964)
Help! (1965)
Rubber Soul (1965)
Revolver (1966)
A Collection Of Beatles Oldies (1966)
Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)
Magical Mystery Tour (zwei EPs 1967 LP 1976)
The Beatles (1968)
Yellow Submarine (1969)
Abbey Road (1969)
Let It Be (1970)
Im Folgenden sind die US-amerikanischen LPs aufgelistet, die im Repertoire von den britischen Veröffentlichungen abweichen. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band war die erste Beatles-LP, die mit gleichen Songs und identischer Songfolge sowohl in Großbritannien als auch in den USA veröffentlicht wurde. LPs:
Introducing The Beatles (1963 mehrmals wiederveröffentlicht, teilweise auch in
Zusammenstellung mit Aufnahmen anderer Musiker 1965 von Capitol als Early Beatles veröffentlicht)
Meet The Beatles (1964)
The Beatles’ Second Album (1964)
A Hard Day’s Night (1964)
Something New (1964)
The Beatles Story (1964)
Beatles ’65 (1964)
Beatles VI (1965)
Help! (1965)
Rubber Soul (1965)
Yesterday And Today (1966)
Revolver (1966)

Zusammenstellungen (Auswahl):
The Beatles 1962–1966 (1973)
The Beatles 1967–1970 (1973)
Love Songs (1977)
The Beatles Collection (1978 14 LPs)
Rarities (1979)
The Beatles Mono Collection (1982 Mono-LPs)
Past Masters Volume I & Volume II (1988)
The Beatles – Live At The BBC (1994)
Anthology, Volume 1 (1995)
Anthology, Volume 2 (1996)
Anthology, Volume 3 (1996)
One (2000)
Let It Be … Naked (2003)
The Get Back Sessions (2003)
Love (2006 Bearbeitung von George Martin und Giles Martin)
LPs John Lennon:
Lennon, John LPs Paul McCartney:
McCartney, Paul LPs George Harrison:
Wonderwall Music (1968)
Electronic Sound (1969)
All Things Must Pass (1970)
The Concert For Bangla Desh (1971 Benefizkonzert u. a. mit Bob Dylan, Ravi Shankar, Eric Clapton, Ringo Starr)
Living In The Material World (1973)
Dark Horse (1974)
Extra Texture (1975)
33 & 1/3 (1976)
George Harrison (1979)
Somewhere In England (1981)
Gone Troppo (1982)
Cloud Nine (1987)
Live In Japan (1992)
Brainwashed (2002)

Zusammenstellungen (Auswahl):
The Best Of George Harrison (1976)
The Best Of Dark Horse (1989)
The Dark Horse Years 1976–1992 (2004)
LPs Ringo Starr:
Sentimental Journey (1970)
Beaucoups Of Blues (1970)
Ringo (1973)
Goodnight Vienna (1974)
Ringo’s Rotogravure (1976)
Ringo The 4th (1977)
Bad Boy (1978)
Stop & Smell The Roses (1981)
Old Wave (1983)
Ringo Starr And His All Starr Band (1990)
Time Takes Time (1992)
Live From Montreux, Vol. 2 (1994)
Vertical Man (1998)
VH-1 Storytellers (1998)
I Wanna Be Santa Claus (1999)
King Biscuit Flower Hour Presents Ringo & His New All-Starr Band (2002)
Extended Versions (2003)
Ringorama (2003)
Tour 2003 (2004)
Choose Love (2005)

Zusammenstellungen (Auswahl):
Blast From Your Past (1975)
Starr Struck:
Best Of, Vol. 2 (1989)
The Anthology … So Far (2001)

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