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Aztec Camera

Aztec Camera

Biografie

Aztec Camera , 1980 gegründet, war die Kopfgeburt des Komponisten, Texters, Sängers und Gitarristen Roddy Frame und niemals eine funktionierende Band – zu egomanisch verfolgte Frame seine Interessen. Am 29. Januar 1964 in East Kilbridge, Schottland, geboren. schrieb er bereits als Fünfzehnjähriger eigene Songs und spielte, kaum sechzehnjährig, in der Punk-Band The Forensics. Er fand in Campbell Owens (bg) und Dave Mulholland (dr) geeignete Partner und tourte mit ihnen als Aztec Camera durch Schottland. Entnervt quittierten danach Drummer und Bassist den Dienst unter Frame.

Frame engagierte seitdem wechselnde Musiker; lediglich der Drummer Dave Ruffy hielt es längere Zeit mit ihm aus. Einige Singles, die Frame für das Glasgower Label Postcard aufgenommen hatte, stießen 1982 auf das Interesse des aufstrebenden Independent-Labels Rough Trade. Sein erstes Album High Land, Hard Rain (1983) bewegte sich abseits des Mainstream dieser Jahre, aber auch abseits der experimentellen britischen New Wave.

Frame verwendete das herkömmliche Rock-Instrumentarium, akustische und elektrische Gitarren, Bass, Schlagzeug, gelegentlich eine Hammond-Orgel, und griff auf frühere britische Rockmusik zurück. Anklänge an die Beatles von Rubber Soul wechselten mit stilisierten Folk-Mustern und waren mitunter von Jazz-Rhythmen unterlegt.

Die Platte verschaffte dem Musiker hohes Ansehen vor allem unter Musikern. Mark Knopfler von Dire Straits produzierte das zweite Album Knife (1984) stärker mit handfestem Rock. Es vereinte Knopflers und Frames Vorstellungen, erwies sich für Frame aber als zweischneidig. Zwar hatte es sogar in den USA einigen Erfolg – nicht zuletzt, weil er Van Halens Jump in einer akustischen Version veröffentlicht hatte.

Der Erfolgsdruck machte dem Sänger aber zu schaffen. Im Frühjahr 1986 begann er mit einer neuen Platte, die erst Ende 1987 auf den Markt kam. Starbassist Marcus Miller und Gitarrist Steve Jordan hatten ihn im Studio unterstützt, die neun Songs waren von Frame in Zusammenarbeit mit Russ Titelman, Tommy Li-Puma, David Frank, Michael Jonzun, Rob Mounsey produziert worden. Nicht zum Besten des Ergebnisses: Erst als die ausgekoppelte Single Somewhere In My Heart, ein unbeschwertes Soul-Stück, zum größten Hit von Aztec Camera wurde, belebte sich der Verkauf des Albums.

Frame hatte sich inzwischen erneut dem Promotiondruck entzogen, war nach Schottland zurückgekehrt und arbeitete an neuen Songs. Mit Stray (1990) und dem vom japanischen Elektronik-Spezialisten Ryuichi Sakamoto produzierten Dreamland (1993) kehrte er nach den seltsamen Phillysound-Ausflügen der LP Love zu früheren Formen seiner Musik zurück, schien aber auch richtungslos auf der Suche nach adäquaten Ausdrucksformen zu sein. Er fand sie möglicherweise mit Frestonia (1995): schottischer Soul mit teilweise frappierend schönen Melodien. Jedenfalls löste er danach Aztec Camera auf.

Roddy Frames anschließende Solokarriere erbrachte die CDs The North Star (1998) auf Independiente, Surf (2002) und Western Skies (2006) auf Redemption. Die Single Reason For Living aus dem ersten Soloalbum bescherte dem immer noch erfolgsfähigen Komponisten einen mittleren Hit, Small World aus dem zweiten nutzte das BBC-Fernsehen als Themamusik für die Comedy-Serie "Early Doors". 2003 trat der Künstler erstmals beim Glastonbury Festival auf.

(Text gekürzt - Die vollständige Biographie finden Sie im "Rock-Lexikon") Entnommen aus: Rock-Lexikon Bd. 1+2, hgg. von: Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann unter Mitarbeit von Barry Graves und Bernward Halbscheffel,

Historische Diskografie

LPs:
High Land, Hard Rain (1983)
Knife (1984)
Backwards And Forwards (1985 Mini-LP)
Love (1987)
Stray (1990)
Dreamland (1993)
Live On The Test (1994 Aufnahmen von 1983)
Frestonia (1995)
New, Live And Rare (1995 Aufnahmen von 1988)

Zusammenstellungen (Auswahl):
The Best Of Aztec Camera (1999)
Deep And Wide And Tall (2005)
LPs Roddy Frame:
The North Star (1998)
Surf (2002)
Western Skies (200

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