a-ha
Biografie
a-ha , ein Trio frisch-fromm-fröhlich-freier Jungs aus Oslo, Norwegen, bewies 1985 einer erstaunten Pop-Welt und einer entzückten weltweiten Teenie-Gemeinde, "dass die Skandinavier, wie ABBA vor ihnen, durchaus das eine oder andere von erstklassiger Popmusik verstehen" ("Time Out"). Morten Harket (voc), geboren am 14. September 1959 in Kongsberg, Magne "Mags" Furuholmen (kb), geb. am 1. November 1962 in Oslo, Pål Waaktaar (g), geb. am 6. September 1961 in Oslo, zeigten in der Tat beachtliches Talent, jugendliche Melancholie und frühreife Sehnsucht in akzeptablen Elektropop-Songs mit Ohrwurm-Qualität zu artikulieren. Während Morten sich vom spröden Folk-Charme Janis Ians und dem theatralischen Rock-Gebaren von Queen beeindrucken ließ, orientierten sich seine späteren Partner, damals noch im Quartett Bridges, an der Musik der Doors. Im Januar 1983 verließen sie, nach diversen Anläufen, gemeinsam die Rock-Diaspora Norwegen und sprachen so lange in der Londoner Musikbranche vor, bis dem Talentsucher der Warner Bros. beim Anblick der fotogenen Knaben ein Nordlicht aufging: "Da haben wir ja unsere Duran Duran!"
Der globale Erfolg der ersten Single Take On Me (1985), verstärkt durch ein preisgekröntes exquisites Zeichentrick-Video (Produktionskosten: 100 000 Pfund), machte das Trio mit dem Allerweltsnamen zum Titelthema vieler Fanmagazine. Nachfolge-Seller wie The Sun Always Shines On TV, Train Of Thought, Hunting High And Low, Cry Wolf und The Living Daylights (aus dem gleichnamigen James Bond-Film) bezeugten 1986/87, dass der Polarstern der drei religiösen, naturverbundenen Saubermänner so schnell nicht sinken würde. Doch die Sonnyboys wussten auch um die Schattenseiten ihres Ruhms: "Man hat uns gesagt, dass wir Pin-up-Qualitäten haben, und das ist natürlich ein großes Problem, wenn man es wie wir ernst mit seiner Musik meint."
Als die Erfolgskurve am Ende des Jahrzehnts zuerst in den USA, später auch im UK deutlich abflachte, suchte die Band nach langer Studiopause mit den melancholischen Klängen von Memorial Beach (1993) vergeblich ein neues Publikum. In den USA wurden sie nicht vermisst. "Es heißt, sie seien in Norwegen", so "Spin" 1995, "hoffen wir, dass es dabei bleibt." Tatsächlich bewegten sich Waaktaar, Harket und Furuholmen in der zweiten Hälfte der Neunziger professionell nicht außerhalb ihrer Landesgrenzen. Waaktaar nahm im Duo mit seiner Frau Lauren Savoy unter deren Mädchennamen drei nur in Norwegen veröffentlichte CDs auf. Harket besang die Soloalben Wild Seed und Vogts Villa und lieh seine Stimme für drei Titel des Albums Nature Will Be Satisfied Again an die schwedisch-irische Gruppe Boola-boss. Furuholmen betätigte sich als Kunstmaler.
1998 wurden a-ha gebeten, die Feier zur Verleihung des Friedensnobelpreises mit ihrem Gesang zu verschönen. Waaktaar: "Es war der pure Spaß" – und Anlass für ein Comeback. Harket: "Wir hatten die Gruppe ja aus gutem Grund niemals offiziell aufgelöst." Mit dem Album Minor Earth Major Sky (2000) war alles wieder wie einst: "rührende, verzweifelte Romantik, schwelgerische Traumtänzereien" ("Rolling Stone"), vom deutschen Produzenten Roland Spremberg allerdings gelegentlich durch "eher einfallslose Dance-Beats" ("Stereoplay") verstört. Morten Harket: "Es gibt vieles im Leben, das unerklärlich ist. Unsere Songs liefern zwar keine Antworten, dafür aber – hoffentlich – Geborgenheit."
Die CD wurde für jeweils mehr als eine halbe Million verkaufte Einheiten mit Mehrfach-Platin ausgezeichnet, aber nur in Japan und Deutschland. In England gab sie nur ein kurzes Gastspiel in den Top 40 und wurde in den USA nicht veröffentlicht. Und so gaben a-ha auch nur dort wieder Konzerte, wo man sie liebte. Im Berliner Velodrom gingen bei der Schlussballade Hunting High And Low sämtliche Feuerzeuge an und "alle, wirklich alle", so Josef Engels in der "Welt", "sangen mit – weil die Zeit, als Helmut Kohl Bundeskanzler war, auch schön war, weil Nostalgie, die man zum ersten Mal im Leben verspürt, die Seele waidwund macht".
Im Live-Album How Can I Sleep With Your Voice In My Head (2003) war die Stimmung der Comeback-Konzerte nachzuerleben. Aber danach? Um die Herausforderung des zweiten neuen Studioalbums zu bestehen, holte sich das Trio eine ganze Riege erfahrener Produzenten, unter anderen Clive Langer und Alan Winstanley (Elvis Costello, Morrissey, Madness), Tore Johansson (Cardigans) und Stephen Hague (New Order, Blur, Pet Shop Boys), und nahm in sechs Studios auf drei Kontinenten auf. Dennoch erschien Lifelines (2002) wie aus einem Guss: "generationsübergreifende Popmusik für Alt und Jung" ("Stereoplay"), "etwas weniger Dramatik, etwas mehr Humor und Entspanntheit, einmal sogar ein bisschen technoid, aber dennoch vor allem eins: a-ha" ("Tip").
Die dritte neue Studio-CD Analogue (2005), nach dem Wechsel der Plattenfirma von Warner zu Universal und nun wieder mit einem einzigen Produzenten nach übereinstimmender Kritikermeinung "ein grundsolides, qualitätsgesichertes Werk" (Anja Rützel), beurteilte Sassan Niasseri in "Tip" sogar als "ihr bestes Album seit East Of The Sun von 1990". Die "Genies der kleinen Form des großen Popsongs" (so die "Welt" zu Analogue) hatten den Sprung aus den Teenager-Postillen ins Feuilleton geschafft. Morton Harket 2005: "Ich habe mich streckenweise wie in einer Freakshow gefühlt. Gott sei Dank habe ich den ganzen Superstar-Mist hinter mir." Im Juni 2009 setzte die Band mit dem Album Foot In The Mountain den vorläufigen Schlussakkord. Vier Monate später gab sie bekannt, ihrer 25jährigen Laufbahn nach einer letzten Tournee 2010 ein Ende zu setzen. Diese Tournee wurde 2011 auf der Cd Ending On A High Note dokumentiert.
(Text gekürzt - Die vollständige Biographie finden Sie im "Rock-Lexikon") Entnommen aus: Rock-Lexikon Bd. 1+2, hgg. von: Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann unter Mitarbeit von Barry Graves und Bernward Halbscheffel,
Copyright © 1973, 1975, 1990, 1998, 2008 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
Historische Diskografie
LPs:
Hunting High And Low (1985)
Scoundrel Days (1986)
Stay On These Roads (1988)
East Of The Sun, West Of The Moon (1990)
Headlines And Deadlines (1991)
Memorial Beach (1993)
Minor Earth Major Sky (2000)
Lifelines (2002)
How Can I Sleep With Your Voice In My Head (2003)
Analogue (2005)
Foot In The Mountain (2009)
Ending On A High Note (2011)
Zusammenstellungen (Auswahl):
Headlines And Deadlines (1991)
The Definitive Singles Collection 1984–2004 (2005)

JPC.de
ALPHAMUSIC.de
ABELLA.de
AMAZON.de
BUECHER.de
BRAVADO.de




















