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ZZ Top

Genre:

Blues Rock
Bandmitglieder:

  • Gibbons, Billy
    Gitarre
    Gesang
  • *16.09.1949
  • Dusty Hill
    Bass
    Gesang
  • *19.05.1949
  • Beard, Frank
    Schlagzeug
  • *11.06.1949

ZZ Top

Sie haben den Mann an den sechs Saiten, den Jimi Hendrix mal mit dem Titel "Mein liebster Gitarrist " adelte: ZZ Top.

Die mit dem Bart

ZZ Top sind die wohl einzige der seit 1969 existierenden Bands, die noch in Originalbesetzung spielen. Und das hat seine Gründe. Zunächst spielen Billy Gibbons an der Gitarre, Dusty Hill am Bass und Schlagzeuger Frank Beard von ihrer Gründung im Jahre 1969 an einfach traumhaft zusammen. In ihrem Manager Bill Mack Ham findet das Trio aus Houston, Texas schließlich das passende vierte Mitglied auf der Business-Seite des Geschehens. Und das wiederum hat mit einem weiteren Grund der Karriere von ZZ Top zu tun, die so erfolgreich wie konstant ist: Timing. Denn der erste Hit der Band, der Song La Grange im Jahr 1973, macht die Gruppe in den USA bekannt. Durch vieles Touren ist sie da aber bereits so gut eingespielt, dass nun alles folgt, nur nicht das schnelle Verglühen. Durch ihren fettbratzigen Blues Rock und durch immer neue Image-Ideen ihres Managers geht es erst so richtig bergauf: Bis sie 1983 mit Legs und Sharp Dressed Man zwei internationale Riesenhits feiern. Sie sind nicht zu trennen vom Image: ZZ Top werden in den Achtzigerjahren die Band mit den Bärten. Selbst Bluespuristen sind ihnen deshalb nicht böse, wenn sie durch Synthesizer und Großeinsatz von Effekt-Geräten einen aalglatten Sound für ihren Blues Rock wählen. Im Jahrzehnt später kehren sie teilweise wieder zum Trio-Rock zurück und engagieren sich für den Blues.

Rock zu Rock, Blues zu Blues

Denn die musikalische Geschichte des Rocktrios ZZ Top ist durchtränkt von der Liebe zum Blues. So wächst der heutige Gitarrist und Sänger Billy Gibbons im Hause begüterter Eltern auf. In einem noblen Vorort Houstons lernt er dabei allerdings weniger die klassische Musik schätzen, von der seine Eltern so gut leben. Gefallen findet der kleine Billy vor allem an der Musik, die ihm sein afroamerikanisches Kindermädchen vorsingt. Als er 1969 auf Dusty Hill und Frank Beard trifft, haben sie alle drei bereits Musik gemacht. Hill und Beard gemeinsam in American Blues aus Dallas, während Gibbons als Gitarrist der Moving Sidewalks bereits eine regionale Berühmtheit ist. Die Moving Sidewalks nämlich touren als Vorband der Doors und später auch von Jimi Hendrix. Der Virtuose des Blues Rock höchstpersönlich ist daraufhin dermaßen von Gibbons und dessen Spiel begeistert, dass er ihn in einer TV-Show als „meinen liebsten Gitarristen" bezeichnet.

Nach dem Ende von American Blues und der Moving Sidewalks finden sich die drei schnell zu ZZ Top zusammen, und die ersten beiden Alben sind stark vom Blues geprägt, dem die Sänger Gibbons und Hill noch jede Menge staubtrockenen, derben Alt-Männer-Humor draufpacken (obwohl beide zu diesem Zeitpunkt gerade mal 20 Jahre alt sind). Zu etwas mehr als Texas-Promis entwickeln sich ZZ Top in den Jahren 1973 und 1974: Zunächst erscheint das Album Tres Hombres und beschert ihnen Aufmerksamkeit in den ganzen Vereinigten Staaten. Und dann touren sie eineinhalb Jahre am Stück, was ihnen Konzerteinnahmen von über zehn Millionen Dollar einbringt. Als Zwischenphase in der Bandgeschichte können die folgenden Jahre beschrieben werden: Schritt für Schritt gerät man in die Scheinwerfer der internationalen Presse, gerade auch, weil man mal drei Jahre pausiert.

Locker durch die Video-Epoche

Dann aber passieren drei Dinge: Mit Eliminator bauen sie 1983 Synthesizer und weitere elektronische Instrumente in ihre Musik ein, was zu ihren bis heute größten Hits Legs und Sharp Dressed Man führt. Zeitgleich erkennt ihr Manager Bill Mack Ham, dass mit Gründung des Musik-TV-Senders MTV eine neue Epoche begonnen hat. Er verordnet seinen Leuten ein starkes Image, das noch heute komplett von der Band besetzt ist: ZZ Top werden zur Band mit den langen Bärten, den Sonnenbrillen und Golf-Käppis. Für Live-Shows und Video-Clips wird die Marke ZZ Top sogar noch leichter erkennbar gemacht: die Gitarren werden mit Kunstpelz beklebt, und in den Videos fahren Gibbons, Hill und Beard stets mit einem Ford Coupé Eliminator durch den Staub von Texas. Die Überlegung geht auf: wegen ihrer Vergangenheit bleiben ZZ Top beim alten Spezialisten-Publikum immer respektiert, verschaffen sich aber durch den Pop-Sound der Zeit und das scharfe Image ein Massenpublikum.

Im Jahr 1990, ihr kommerziell erfolgreichstes Album Afterburner liegt da fünf Jahre zurück, haben ZZ Top bereits 50 Millionen Schallplatten verkauft. Das ermutigt sie zu einem ziemlich wahllosen Spiel mit den Musikstilen in den Neunziger Jahren, das allerdings immer durch die Elemente Blues und Rock zusammen gehalten wird. Auch das 2003 veröffentlichte Mescalero ist fett und feist im Sound, und klingt dennoch rotzrau durch die beseelten Gitarrenriffs von Billy Gibbons. Ihren Erfolg nutzt die Band, als sie ein Stück Holz von Muddy Waters' Hütte zu einer Gitarre fertigen lassen und diese auf Tour schicken. Mit dem so eingespielten Geld unterstützen sie den Bau des Delta Blues Museum. Denn die musikalische Geschichte des Rocktrios ZZ Top ist durchtränkt von der Liebe zum Blues.