Wir Sind Helden
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Tourette, Jean-Michel
Gitarre
Keyboards
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Tavassol, Mark
Bass -
*18.02.1974
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Roy,Sebastian
Schlagzeug -
*18.10.1975
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Holfelder von der Tann,Judith
Gesang
Textdichter
Komponist -
*12.11.1976
Wir Sind Helden
Zur richtigen Zeit sagen Wir sind Helden am richtigen Ort die richtigen Dinge: Und verwandeln sich innerhalb weniger Monate von irgend einer Proberaum-Band in das große Vorbild einer neuen deutschen Rock-Welle.
Hallo!
Die zukünftigen Wir sind Helden lernen sich in einem Hamburger Sommerkurs für ambitionierte Musiker und Musikerinnen kennen. Irgendwie klappt es von Beginn an. Und bald kehren sie in einen Berliner Proberaum ein. Das Quartett hat etwas vor, das merkt man schon an den Namen, die sich diese Vier so einfallen lassen: Keyboard spielt ein Jean-Michel Tourette, der Bass hängt an Mark Tavassol, ein Pola Roy spielt Schlagzeug und Judith Holofernes singt und spielt Gitarre dazu. Die gebürtige Berlinerin tingelt bereits vor der Gründung der Gruppe als Liedermacherin durch die Clubs ihrer Stadt. Bei Wir sind Helden schreibt sie alle Texte.
Der nächste Schritt beweist abermals das Selbstvertrauen der Gruppe: Statt hunderte von Demos herum zu schicken, veröffentlichen Wir sind Helden ihre erste EP ohne fremde Hilfe. Selten genug, dass sich beim Radio irgend jemand für eine Band ohne Plattenfirma interessiert. Das Quartett aber darf sich im Herbst 2002 über den Einsatz ihres Songs Guten Tag auf dem österreichischen Jugendsender FM 4 freuen. Danach hört es nicht mehr so schnell auf mit der Freude. Auch in Deutschland wird Guten Tag innerhalb von nur zwei Wochen in diversen Radios gespielt. Mit einem selbst produzierten Video stellen sich Wir sind Helden bei MTV vor und sind auch hier erfolgreich. Sie sind die erste Band ohne Label, dass in der so genannten Active- Rotation des Senders läuft.
Die bleiben...
Irgendwie sagen Judith Holofernes und ihre Kollegen das Richtige zur richtigen Zeit: Die Zeilen von Reklamation bringen in markanten Zeilen eine Kritik des kapitalistischen Alltags zur Sprache, wie er ganz ähnlich in diesem Jahr 2002 durch die Medien geht. Denn das linke Bündnis attac gewinnt in dieser Zeit an Boden, gerade bei einem studentischen Publikum, das als erstes die Songs von Wir sind Helden entdeckt. Wenn Holofernes also Zeilen singt wie "Meine Stimme gegen ein Mobiltelefon/Meine Fäuste gegen eure Nagelpflegelotion", und das Keyboard fräst in digitalen Sounds dazu herum, während Bass und Schlagzeug stur rocken - dann hat diese Band die Konsumkritik mühelos in leicht verständlichen Alternative Rock überführt. Folglich klopfen so ziemlich alle Plattenfirmen an. Diejenige, auf der das Debüt-Album Die Reklamation im Sommer 2003 erscheint, ist die einzige, auf die die Band selbst zugegangen ist.
Fröhliche Liebeslieder und persönliche Geschichten erzählt das Quartett darauf, und immer ragen die sozialen Verhältnisse in diese Lebens-Stories hinein. Dazu findet sich immer ein Refrain, zu dem man mitsingen kann. Wir sind Helden beginnen noch in diesem Sommer eine uferlose Tour, und in den Städten herrscht Chaos, da man ständig größere Hallen braucht als ursprünglich geplant.
Für die großen Plattenfirmen stellen Wir sind Helden eine Erfolgsformel da, und so verkaufen sie schnell Bands nach diesem Vorbild. Juli oder Silbermond werden dann teils kommerziell sogar erfolgreicher, können Wir sind Helden aber künstlerisch nicht das Wasser reichen. Als 2005 das Album Von Hier An Blind erscheint, folgt die Band ihrem Sound, erweitert aber ihre musikalischen Sprachen um z. B. Swing-Rhythmen in Gekommen Um Zu Bleiben.
...sowieso mit "Soundso"
Die Inhalte werden nun persönlicher, und die Texte suchen mehr Poesie. Politisch ist auch das Private auf dem Nachfolger und dritten Album der Band: Soundso heißt die Platte, mit der Wir Sind Helden im Frühjahr 2007 nach einer Baby-Pause von Judith Holfernes zurück kehren. Ihrem humoresken Umgang mit cleverem Pop Rock hat der kleine Friedrich nicht im Weg gestanden; ihrer Beliebtheit bei den Fans auch nicht. Für das Frühjahr 2008 kündigt das Quartett ein Hörbuch voller Tour-Erlebnisse an, gesprochen von den Vieren selbst.
Tatsächlich erscheint im Frühjahr 2008 das Tourtagebuch Informationen zu Touren und anderen Einzelheiten. Darin beweist das Quartett mal wieder seine Cleverness: Für die Fans ein Must-Have, zusätzlich auch für alle Musikinteressierten ein Blick hinter die Festival-, Fernseh- und weiteren Kulissen des Landes.
Das Jahr 2009 lässt die Gruppe größtenteils ohne Medienaufmerksamkeit vergehen: Schließlich ist man wieder am Aufnehmen. Und da ist ja auch noch die gemeinsame Tochter als das zweite Kind von Judith Holofernes und Pola Roy. Sie erblickt im August 2009 das Licht der Welt. Ein Jahr später, am 30.8., ist es dann soweit: Das vierte Studio-Album Bring mich nach Hause erscheint. Die Kollektion ist geprägt von der schlauen Mädchenhaftigkeit der Sängerin, dabei etwas kammermusikalischer instrumentiert als die Alben zuvor. Im September 2010 landet es auf der Nummer 1 der Media Control Charts.
In der Vorbereitung eines weiteren Tourneejahres veröffentlicht das Quartett im Januar 2011 die Best-Of-Zusammenstellung Tausend Wirre Worte.




