Streisand,Barbra
Streisand,Barbra
Eine der ganz großen Entertainer der USA ist Barbra Streisand: und zwar auf, vor, hinter, und auf allen Bühnen. Als Sängerin interpretiert sie vor allem die Standards des US-amerikanischen Liedgutes.
Eine Erwachsene für Erwachsene
Dabei ist sie zu keinem Zeitpunkt ihrer Karriere je ein Idol der Teens und Kinder. Als Erbin der großen Tradition von Entertainern wie Bing Crosby und Frank Sinatra kann man eben noch so eine berauschende Stimme haben, man gelangt damit nicht unbedingt auf die Titelseiten der Jugendmagazine. Stärker noch trifft das für Europa zu, wo zwar das Great American Songbook - ein Kanon von Evergreens, zu dem etwa Summertime aus Porgy und Bess gehört - längst importiert ist, weniger aber von derart staatstragender Bedeutung ist wie in den USA. Nein, die Intellektuelle Streisand ist von Anfang an eine Erwachsene für Erwachsene: 1963 ist sie die Jüngste, die den Erwachsenen-Musik-Preis "Grammy" erhält, und zwar für ihr Debüt The Barbra Streisand Album. Dennoch zeigt sie Reife, indem sie auch nach dieser Auszeichnung ihren Weg als Multi-Entertainerin fortsetzt. Zwei Jahre später läuft ihre eigene TV-Sendung in den USA, 1968 spielt sie zum ersten Mal in einem Kinofilm mit und erhält für ihre Rolle einen Oscar. Den zweiten erarbeitet sie sich 1981 mit Yentl. In diesem Film über ein jüdisches Mädchen, das sich als Junge verkleidet, um unter einem Rabbi studieren zu dürfen, spielt Streisand die Hauptrolle, führt Regie, ist die Verfasserin des Drehbuches und auch noch ihre eigene Produzentin. Aus einem jüdischen Elternhaus kommt Streisand tatsächlich.
Das Multitalent
Geboren wird sie 1942 im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Ihren Vater verliert sie früh. Nach der Schule kellnert sie - den Wunsch, auf der Bühne zu stehen dabei immer im Blick. Im Alter von 20 Jahren landet sie bereits auf dem Broadway, und nur ein Jahr nach dieser Debüt-Rolle nimmt sie bereits The Barbra Streisand Album auf. Es verkauft sich überraschend gut, und so führt sie von da an auch ihre musikalische Karriere fort. Eigentlich nämlich ist sie eine "Schauspielerin, die auch singt", so Streisand selbst. Und so ist das Dramatische in ihren Interpretationen tatsächlich immer dominierend. Zurückhaltend nur setzt sie Effekte in ihre Stimme ein, damit die Klarheit nicht durch unnötige Verzierungen verschwommen wirkt. Zwar bedauert sie, nicht auch wie viele ihrer Pop-Kollegen und Kolleginen die meisten ihrer Songs selbst zu schreiben. Einige stammen aber dennoch aus der eigenen Feder. Während Streisand in den USA auch losgelöst von weiteren späteren Filmerfolgen wie Der Prinz der Gezeiten zum Star wird mit Alben wie Classical Barbra 1976 oder vier Jahre später Guilty mit Robby Gibb von den Bee Gees, ist sie in Europa vor allem wegen ihrer Film-Erfolge bekannt. In den USA dagegen hat sie bis zu ihrem Abschied als Live-Entertainerin Ende 1999 mehr Platten als die Beatles und die Stones verkauft. So sollte man ihren Einfluss nicht unterschätzen, wenn sie sich auf ihrer Homepage für demokratische Belange stark macht und gegen die Partei der Republikaner wettert.




