Sterne,Die
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Leich, Christoph
Schlagzeug
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Will, Frank
Keyboards
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Wenzel, Thomas
Bass
Gesang
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Schulenburg, Richard von der
Keyboards
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Spilker, Frank
Gesang
Gitarre
Sterne,Die
Die Sterne sind eine der wichtigsten deutschen Gitarren-Bands der Neunziger Jahre und ein zentrales Bindeglied zwischen den politischen Bands der Siebziger Jahre und der Dance-orientierteren Musik ihrer Zeit
Von Ostwestfalen nach Hamburg
Einige Protagonisten der sogenannten "Hamburger Schule" haben ihre Wurzeln in der ostwestfälischen Provinz. Neben Bernadette La Hengst und Jochen Distelmeyer, der später mit der Band Blumfeld zu Ruhm kommen wird, stammt auch Frank Spilker aus der Region um Bad Salzuflen. Den Namen Die Sterne denkt er sich schon in den Achtziger Jahren aus, als der spätere Frontmann noch allein an Songs herumbastelt, ein Indie-Kassettenlabel betreibt und seine späteren Bandkollegen noch nicht einmal kennt.
Das ändert sich bald nach Spilkers Umzug nach Hamburg. 1991 lernt er den Bassisten Thomas Wenzel, den Schlagzeuger Christoph Leich und Keyboarder Frank Will kennen. Erst versucht sich das Quartett als Coverband alter Serge-Gainsbourg-Songs. Was sie zu der Zeit persönlich umtreibt, kommt eher aus der afroamerikanischen Ecke - Soul, HipHop und Funk. Und doch ist das, was sich Schritt für Schritt als Songwriting-Stil der Sterne herauskristalliert, am ehesten doch mit Indie-Rock zu umschreiben - auch wenn die Sterne diesem Genre definitiv eine eigene, Funk-orientierte Komponente hinzufügen. Nicht nur ihren intelligenten, beiläufig dahin gesungenen und doch Slogan-haften Texten erregen Aufmerksamkeit - auch die Musik hat deutlich mehr Groove, als das seinerzeit in der Independent-Gitarrenmusik üblich ist.
Die Pop-Linke horcht auf
Schon die ersten Veröffentlichungen der Band sorgen für Aufmerksamkeit - nicht zuletzt, weil es zu dieser Zeit mit Bands wie Blumfeld und Tocotronic eine Reihe andere interessanter Bands aus der Hansestadt gibt. Der Begriff "Hamburger Schule" macht die Runde - auch wenn natürlich keine der Bands mit den Anderen in einer Schublade landen will. Die erste Vinyl-Maxi der Sterne erscheint 1992 und heißt "Fickt das System". Bald darauf erscheinen die beiden Alben: Wichtig (1992) - das in popintellektuellen Postillen wie der Spex gefeiert wird - sowie In Echt (1993), das der Band, mit kräftiger Unterstützung des Musikfernsehens, den ersten richtigen Hit beschert: Universal Tellerwäscher.
Die Sterne greifen nach denselben
Auch das nächsten Album Von Allen Gedanken führt den Sterne-Stil konsequent fort und beeindruckt wieder mit klugen Texten. Danach nehmen sich die Bandmitglieder Zeit für ein paar Nebenprojekte. Zum Beispiel produzieren Frank Spilker und Christoph Leich den Soundtrack zum Film "Dunkel", Frank Will und Thomas Wenzel tun selbiges für den Kinofilm "Der Strand von Trouville".
Mittlerweile sind Die Sterne auch offizielle Kulturbotschafter. 1998 touren sie auf Einladung des Goethe-Instituts durch Nordamerika. Auf ihrem nächsten Album Wo ist hier integrieren sie mehr elektronische Einflüsse in ihren funkigen Gitarren-Pop, als auf den vorangegangen Platten. Auch im neuen Jahrtausend machen Die Sterne kontinuierlich - unspektakulär, aber auf gleichbleibendem Niveau - ihr Ding. Die aufregendste Veränderung dieser Jahre ist, dass Frank Will die Band verlässt, um als Landschaftsarchitekt zu arbeiten und Richard von der Schulenburg seinen Job am Keyboard übernimmt. Die Sterne beweisen immer wieder, vor allem live - dokumentiert auf dem Album Live Im Westwerk -, dass ihnen die Puste noch nicht ausgegangen ist. Zwar erfinden sie auf ihren Alben Irres Licht (2002) und Das Weltall Ist Zu Weit (2004) das Rad nicht neu, betreiben aber solide Bestandswahrung.




