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Starr,Ringo

Starr,Ringo

Wikipedia Biografie

Ringo Starr, MBE, (* 7. Juli 1940 in Liverpool, Vereinigtes Königreich als "Richard Henry Parkin Starkey Jr.") ist ein britischer Musiker, Komponist und Schauspieler. Weltweite Bekanntheit erlangte er als Schlagzeuger der Rockband The Beatles, der er vom 16. August 1962 bis zu ihrer Auflösung 1970 angehörte.

Leben

Der Dockarbeiter-Sohn Ringo Starr wuchs im Liverpooler Hafenviertel Dingle auf. Seine Eltern, Elsie und Richard Starkey, ließen sich scheiden, als er drei Jahre alt war. Zusätzlich wurde seine Kindheit durch zahlreiche Krankheiten erschwert. Bevor er sich den Beatles anschloss, war er von 1959 bis 1962 Schlagzeuger bei der Liverpooler Band Rory Storm & the Hurricanes. Da die Bands einander sowohl in Liverpool als auch bei ihren Auftritten in Hamburg oft ablösten und auch untereinander aushalfen, hatte er bereits in dieser Zeit engen Kontakt mit John Lennon, Paul McCartney und George Harrison.

The Beatles

Als die Beatles im August 1962 ihren Plattenvertrag erhielten und einen neuen Schlagzeuger benötigten, holten sie Ringo Starr fest in die Band. Starr ersetzte den von George Martin als spielerisch zu schwach eingeschätzten Pete Best. Trotzdem wurde Starr auf Wunsch von George Martin während der zweiten Aufnahme-Session in den Abbey Road Studios durch den Schlagzeuger Andy White ersetzt, mit dem ebenfalls das Lied "Love Me Do" eingespielt wurde, das bereits in der ersten Aufnahmesession (4. September 1962) mit Ringo Starr als Schlagzeuger aufgenommen worden war. Für die Single "Love Me Do" (erschienen am 5. Oktober 1962) wurde eine Aufnahme mit Ringo Starr verwendet. Auf der LP "Please Please Me" von 1963 erschien hingegen eine Version mit Andy White am Schlagzeug.Im Sommer 1964 wurde Starr für einige Konzerte durch den Schlagzeuger Jimmie Nicol ersetzt, da Starr sich eine Mandel- und Halsentzündung zugezogen hatte.Von allen Beatles schrieb er die wenigsten Lieder. Seine Eigenkompositionen waren "Octopus's Garden" (auf "Abbey Road") und "Don't Pass Me By" (auf "The Beatles"). Außerdem war er an den Titeln "What Goes On", "Flying" und "Dig It" beteiligt. Im Allgemeinen sang er mindestens ein Lied auf jedem Studioalbum; in manchen Fällen schrieben Lennon und McCartney die Liedtexte und Melodie extra für ihn, wie beispielsweise "Yellow Submarine" auf "Revolver" oder "With a Little Help from My Friends" auf "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band". Die Melodien waren häufig eingeschränkt, um den Tonumfang von Starrs Stimme nicht zu überschreiten. So ist "With a Little Help from My Friends" weitgehend innerhalb von fünf Tönen zu singen.Wenn Starr sich an Textideen und Titeln von Lennon und McCartney beteiligte, geschah das oft unfreiwillig. Eines der berühmtesten Beispiele dafür ist der Titel des ersten Filmes der Beatles, "A Hard Day's Night". Starr war nach einem langen Tag voller Arbeit aus dem Studio gekommen und meinte zu den anderen, es sei a hard day... (ein harter Tag...) - bevor er jedoch den Satz beendete, bemerkte er, dass es bereits Abend war und fügte ...'s night (Abend) hinzu. Lennon und McCartney mochten den verdrehten Satz so gerne, dass sie sich entschieden, ihn für den noch unbenannten Film zu verwenden. Ein anderes Beispiel ist der Titel zur Lennon-Komposition "Tomorrow Never Knows". Starrs Schlagzeugstil prägte das Klangbild der Band entscheidend mit. Waren die frühen Lieder der Beatles noch vom "Backbeat" geprägt, wurde ab 1965 der Rhythmus immer anspruchsvoller. Das wird bereits bei der ersten Single dieses Jahres ("Ticket to Ride") deutlich. Bis heute nennen viele berühmte Schlagzeuger Starr als einen ihrer Haupteinflüsse, wie zum Beispiel Max Weinberg von der E Street Band, der sich in seinem Buch "The Big Beat" 1984 wie folgt äußerte:Phil Collins meinte 1992 in einem Interview für die Fernsehdokumentation "The Making of Sgt. Pepper":Ein anderes Beispiel für sein sehr eigenwilliges und schwer imitierbares Schlagzeugspiel ist in dem Lied "Come Together" zu hören, ein drittes Beispiel ist "Strawberry Fields Forever" mit seinen komplizierten Einsätzen.Der langjährige Beatles-Produzent George Martin, der bei der ersten Aufnahmesession 1962 noch an Starrs Fähigkeiten gezweifelt hatte, lobte diesen 1994 in seinem Buch "Summer of Love": Mark Lewisohn, der für seine Recherchen die Gelegenheit hatte, sämtliche Aufnahmen der Beatles in den Archiven der Emi anzuhören, stellte fest: Lennon, McCartney und Harrison behaupteten stets, Ringo Starr sei einer der besten Rock-'n'-Roll-Schlagzeuger der Welt.Anderseits scherzte Lennon auf die Frage, ob Ringo der beste Schlagzeuger der Welt sei, Ringo Starr sei nicht einmal der beste Schlagzeuger der Beatles, womit er auf die Aufnahmesessions im Jahr 1968 zum sogenannten "Weißen Album" anspielte, die Starr im Streit für zwei Wochen verlassen hatte, sodass Paul McCartney bei den Aufnahmen zu "Back in the U.S.S.R." und "Dear Prudence" den Schlagzeugpart übernahm. McCartney sprang ein weiteres Mal für Starr ein, bei den Aufnahmen zu "The Ballad of John and Yoko", bei dem außer ihm nur Lennon beteiligt war.

Solo-Karriere

Bereits vor der endgültigen Trennung der Beatles arbeitete Starr an seinem ersten Solo-Projekt "Sentimental Journey", für das er mehrere alte Standards einspielte und zahlreiche Freunde als Arrangeure gewinnen konnte, darunter auch Paul McCartney, George Martin und Klaus Voormann, das Album erschien im März 1970. Im September 1970 folgte mit "Beaucoups of Blues" ein Ausflug in die Country & Western-Musik. Den eigentlichen Durchbruch als Solointerpret schaffte er im April 1971 mit seiner ersten Rock-Pop-Single "It Don't Come Easy"/"Early 1970". Beide Lieder waren Eigenkompositionen. Die Platte erreichte sowohl in den USA, in Großbritannien und in Deutschland die vorderen Plätze in den Hitparaden. "It Don't Come Easy" wurde von George Harrison produziert. An der Gitarre war Stephen Stills zu hören, auf dessen gleichnamigem Debütalbum Starr 1970 Schlagzeug gespielt hatte.1972 freundete sich Starr mit Marc Bolan an, der zu dieser Zeit mit seiner Gruppe T. Rex die Nummer Eins der Hitlisten war. Starr kümmerte sich damals um "Apple Films". Im Film "Born to Boogie" wirkten außer Bolan & T.Rex auch Elton John und Ringo Starr selbst mit. Der Film besteht in der Hauptsache aus einem am 18. März 1972 im Londoner Empire Pool mitgeschnittenem Konzert vor 10.000 Fans. Aber auch zahlreiche Sketche sind enthalten. Außerdem wirkte Starr in dem Italowestern "Blindman, der Vollstrecker" mit. Auch in diesem Jahr erschien eine sehr erfolgreiche Single mit zwei Eigenkompositionen, dem von Marc Bolan inspirierten "Back Off Boogaloo" und dem von Klaus Voormann produzierten Lied "Blindman" (das im Film nicht zu hören ist). Produziert wurde "Back Off Boogaloo" von George Harrison, die Single wurde im März 1972 veröffentlicht.1973 erreichte Starrs Solosingle "Photograph" Platz 1 der Billboard Charts. Dabei handelte es sich um eine Auskopplung aus seinem dritten Soloalbum "Ringo", das im November 1973 erschien, die er gemeinsam mit George Harrison verfasst hatte. Auch die zweite Singleauskopplung des Albums, "You're Sixteen", erreichte in den USA Platz 1 und "Oh My My" noch Platz 5 der Charts. Ringo Starr gelang es, für dieses Album alle Beatles-Mitglieder zur Mitwirkung zu bewegen. Seit dieser Zeit veröffentlichte er in regelmäßigen Abständen Alben mit einer großen Zahl von befreundeten Gastmusikern. Allerdings wurde kein weiteres Album so kommerziell erfolgreich wie "Ringo".Im November 1974 erschien "Goodnight Vienna", dessen Titellied John Lennon geschrieben hatte. Zwei Singles des Albums kamen in die Top-10 der Billboard Charts. Die vorab veröffentlichte Coverversion des Platters-Hits aus den 1950er Jahren "Only You (And You Alone)", schaffte es bis auf Platz 6, die Single "The No No Song" erreichte sogar Platz 3. Die dritte Auskoppklung "(It's All Down to) Goodnight Vienna" war weniger erfolgreich und kam über Platz 31 nicht hinaus. Als Produzent war wie beim Vorgängeralbum Richard Perry tätig. Im Dezember 1975 erschien das Greatest-Hits-Album "Blast from Your Past", dann endete der Vertrag mit Apple und EMI. Starr wechselte die Plattenfirma und unterschrieb im März 1976 bei Atlantic Records.Am 20. September 1976 erschien Starrs erste Veröffentlichung für Atlantic Records: die Vorabauskopplung "A Dose of Rock 'n' Roll" für Starrs neues Album, das in der US-amerikanischen Hitparade nur bis auf Platz 26 kam. Das Album mit dem Titel "Ringo's Rotogravure" kam eine Woche später auf den Markt. Das Label und der Produzent - am Mischpult war dieses Mal Arif Mardin verantwortlich - waren neu, das Rezept für das Album allerdings ein altes. Wie bei Starrs Erfolgsalbum "Ringo" gelang es, seine ehemaligen Band-Kollegen zur Mitarbeit zu bewegen. Lennon, McCartney und Harrison steuerten jeweils eine Komposition bei, außerdem schrieb Eric Clapton ein Stück für das Album. Wie bei "Ringo" komplettierte die Coverversion eines erfolgreichen Titels von Bruce Channel aus den 1960er Jahren - die zweite, ohne Chartplatzierung noch erfolglosere Singleauskopplung "Hey Baby" - die Zusammenstellung der Titel des Albums. Die beste Platzierung des Albums in den USA war Platz 28, in Großbritannien und Deutschland platzierte es sich nicht in den Hitparaden.Die mäßigen Erfolgszahlen mögen ein Grund für den musikalischen Stil des nächsten Albums, "Ringo the 4th", im September 1977 vedröffentlicht, gewesen sein, das wie eine Mischung aus Disco und Pop der 1970er Jahre klang. Produzent war wieder Arif Mardin. Im Gegensatz zu früheren Alben verzichtete Starr auf die Hilfe prominenter Komponisten und schrieb stattdessen sechs der zehn Titel des Albums selbst in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Musiker Vini Poncia. Das Album verkaufte sich noch schlechter und erreichte in den USA nur Platz 162 der Hitparade, in Großbritannien und Deutschland verfehlte es wie der Vorgänger den Einzug in die Hitlisten. Die beiden Singleauskopplungen des Albums "Drowning in the Sea of Love" und "Wings" kamen nicht in die Hitparaden. Ringo Starr hatte den Tiefpunkt seiner Solokarriere erreicht.Im Dezember 1977 erschien der Soundtrack zum Kinderhörspiel mit Musik "Scouse the Mouse", in dem Ringo Starr die Titelrolle der Maus sprach und sang.Nach zwei Misserfolgen trennte sich Atlantic von Ringo Starr, der ein neues Label suchte und es bei "Portrait Records", damals ein Unterlabel von CBS Records, fand. Dort erschien im April 1978 sein Album "Bad Boy".Um das Album zu vermarkten, war ein Musical-Film mit dem Titel "Ringo" für die Ausstrahlung im US-amerikanischen Fernsehen produziert worden. Der Film war von Mark Twains "Prinz und Bettelknabe" inspiriert und erzählte die Geschichte eines reichen Pop-Stars (Ringo Starr), der den Erfolgsdruck nicht mehr aushält und den Platz mit einem armen Burschen namens Ognir Rrats tauscht. Ringo Starr spielte eine Doppelrolle: sich selbst und Ognir Rrats. Trotz namhafter Schauspieler, wie Carrie Fisher, Vincent Price und John Ritter sowie der Mitwirkung George Harrisons in der Funktion des Erzählers war die Sendung kein Erfolg und eine positive Werbewirkung für das Album blieb aus. "Bad Boy" war musikalisch ausgereifter als sein Vorgänger, fiel aber bei Kritikern und Käufern durch und kam in den USA auf Platz 129. Die beiden Singleauskopplungen des Albums "Lipstick Traces (on a Cigarette)" und "Heart on my Sleeve" verfehlten den Einzug in die Hitparaden.Nach den Fehlschlägen in seiner musikalischen Karriere musste Ringo Starr 1979 mit mehreren weiteren Krisen fertig werden. Im April brach er zusammen und musste sich in Monte Carlo einer Operation unterziehen. Am 28. November 1979 zerstörte ein Feuer sein Haus in Los Angeles. Starr blieb unverletzt, aber ein großer Teil seiner gesammelten Andenken aus der Beatles-Zeit ging verloren.Im November 1981 erschien das Album "Stop and Smell the Roses", das ebenfalls kein kommerzieller Erfolg wurde (Platz 98 in den Charts der USA), obwohl auch McCartney und Harrison mitwirkten. Ebenfalls mit dabei war erneut Stephen Stills, diesmal als Co-Autor und Produzent des Titels "You've Got a Nice Way". Auf dem Cover des Albums verarbeitete Ringo Starr seine Trauer um John Lennon. Die folgende LP "Old Wave" wurde im Juni 1983 nur in wenigen Ländern veröffentlicht darunter in Deutschland, aber nicht in Großbritannien und den USA. Danach wirkte Ringo Starr mehrere Jahre nicht mehr als Solo-Interpret, sondern als Gast- und Studio-Musiker, unter anderem bei McCartney und Harrison.Regelmäßig tourte Ringo Starr ab Juli 1989 unter dem Namen Ringo and his All Starr Band mit Gruppen wechselnder Besetzung. So trat er mit Musikern wie Jack Bruce, Peter Frampton, Greg Lake, Gary Brooker, Dave Edmunds, Joe Walsh, Randy Bachman, Nils Lofgren, John Entwistle und zahlreichen anderen auf. Zwischen 1990 und 2010 veröffentlichte Ringo Starr neun Live-Alben.Im Juni 1992 erschien nach neunjähriger Pause Starrs Album "Time Takes Time", das gute Kritiken erhielt. An die Verkaufszahlen der frühen 1970er Jahre konnte jedoch auch dieses Album nicht anschließen. Die Singleauskopplung daraus war "Weight of the World", das es kurzzeitig in die Charts schaffte (USA Platz 43; UK Platz 74).Im August 1998 folgte das relativ kommerziell erfolgreiche Album "Vertical Man". Als Gastmusiker wirkten unter anderem Paul McCartney, George Harrison, Ozzy Osbourne, Steven Tyler und Brian Wilson mit. Ein Promo-Auftritt bei "Wetten, dass..?" folgte und sowohl auf der Single als auch im Video zur Single "La De Da" wirkte auch McCartney mit. Im Oktober 1999 erschien Starrs Weihnachtsalbum "I Wanna Be Santa Claus".Im März 2003 und Juni 2005 erschienen die Alben "Ringo Rama" und "Choose Love", die beide von Mark Hudson produziert wurden. Als Gastmusiker wirkten hier Eric Clapton und Billy Preston mit. Im Januar 2008 erschien Starrs Album "Liverpool 8", das von Dave Stewart produziert wurde. Es stellt eine Hommage an seine Heimatstadt Liverpool dar. Im Vorfeld verkündete Starr das Ende der Zusammenarbeit mit Mark Hudson und den Roundheads.Nach einem gemeinsamen Auftritt mit Paul McCartney bei einem Benefizkonzert in New York am 4. April 2009 wurde berichtet, dass beide wieder musikalisch zusammenarbeiten wollen.Im Januar 2010 erschien Starrs fünfzehntes Studioalbum "Y Not", bei dem er erstmals auch als Produzent fungierte. Am Album wirkten unter anderem Paul McCartney, Joe Walsh, Van Dyke Parks und Joss Stone mit. Bereits im Dezember 2009 war die Single "Walk With You" - ein Duett von Starr und McCartney - als Vorabauskopplung veröffentlicht worden.Im Februar 2010 bekam Ringo Starr - nach John Lennon und George Harrison - einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood.Im Sommer 2011 ging Starr mit seiner "All Starr Band" erstmals nach dreizehn Jahren wieder auf Europa-Tournee. Am 7. Juli feierte er seinen 71. Geburtstag in Hamburg mit dem ersten von insgesamt fünf Deutschlandkonzerten der Tournee.Im Januar 2012 erschien sein bisher letztes Studioalbum mit dem Titel "Ringo 2012".

Familie

1965 heiratete Starr seine Freundin Maureen Cox, die er noch aus der Liverpooler Zeit kannte und mit der er die Kinder Zacharias (Zak), Jason und Lee bekam. Zak ist ebenfalls Schlagzeuger; er war für kurze Zeit bei Oasis und ist derzeit Mitglied von The Who. Die Ehe wurde 1975 geschieden. 1981 heiratete Ringo Starr die amerikanische Schauspielerin Barbara Bach.

Instrumente und Einfluss

Ringo Starr spielte bei seinem Einstieg bei den Beatles 1962 ein Schlagzeug der Marke Premier. Sein Modell 54 (Royal Ace) hatte kleinere Abmessungen: Es verfügte über eine 20 × 17-Bassdrum, ein 12 × 8-Hängetom, ein 16 × 20-Standtom und eine 14 × 4-Snare. Dieses Set zählte zu den günstigeren Modellen des Hersteller. Ergänzt wurde es durch einen Beckensatz der Zyn-Serie, ebenfalls von Premier.Gegen Ende April 1963 wollte Starr zu einem besseren Modell wechseln. Die Wahl für ein Schlagzeug von Ludwig kam dann eher zufällig zustande, da das Geschäft Drum City kein schwarzes Schlagzeug vorrätig hatte. Der Verkäufer zeigte Starr daraufhin ein Farbmuster von Ludwig in der Farbe Black Oyster Pearl, das diesem so gut gefiel, dass er sich für diesen Hersteller entschied. Für das neue Ludwig-Set wurden ebenfalls verhältnismäßig kleine Kessel gewählt: Eine 20-Bassdrum, ein 12 × 8-Hängetom und ein 14 × 14-Standtom. Der Grund war, dass Ringo Starr hinter einem kleineren Schlagzeug größer wirkte und auf der Bühne besser gesehen werden konnte. Bei Aufnahmen zu einem Fernsehauftritt am 12. Mai 1963 kam das neue Schlagzeug erstmals zum Einsatz.Mit dem neuen Schlagzeug kam auch das bekannte Logo der Beatles. Brian Epstein war der Schriftzug "Ludwig" auf der Bassdrum aufgefallen und verlangte, dass der Name "The Beatles" auch dort stehen müsse und zwar größer. Ivor Arbiter, der Besitzer von Drum City, skizzierte dann einen groben Entwurf für ein Logo. Arbiter erinnert sich, dass er den Zeichenmaler Eddie Stokes damit beauftragte, ein Beatles-Logo auf das Trommelfell zu malen. Stokes nahm die Skizze als Anregung und entwickelte daraus das endgültige Logo.Im Mai 1964 wechselte Ringo Starr zu größeren Trommeln. Sein neues Set, ebenfalls in der Farbe Black Oyster Pearl hatte nun eine 22 × 14-Bassdrum, ein 13 × 9-Hängetom und ein 16 × 16-Standtom. Etwa gegen Ende 1968 wechselte Ringo Starr zu einem Ludwig Hollywood-Set in Holzoptik (Ahornkessel klar lackiert), das nun mit einem zusätzlichen 12 × 8-Hängetom ausgestattet war. Der Beckensatz wurde nun durch ein weiteres Becken ergänzt. Dieses Set spielte Ringo Starr dann später unter anderem bei gemeinsamen Aufnahmen mit Marc Bolans T. Rex, oder Jahrzehnte später bei den Auftritten mit seinen Allstar-Bands.Der große Erfolg der Beatles hatte einen positiven Effekt auf die Verkaufszahlen von Ludwig, denn viele Gruppen orientierten sich an den Beatles und benutzten Instrumente derselben Hersteller. So wurde ein Ludwig-Set in den 1960er Jahren und bis in die 1980er Jahre hinein zum gefragtesten und meistgespielten Schlagzeug. Für seine Verdienste um die Firma Ludwig zeichnete diese Ringo Starr im September 1964 mit einer goldüberzogenen Snare Drum aus. Anlässlich des 70. Geburtstags von Ringo Starr war diese Trommel vom Juli bis zum Dezember 2010 Teil einer Ausstellung im Museum of Modern Art in New York.Gleichzeitig mit dem Wechsel von Premier zu Ludwig erfolgte ein Wechsel des Beckenherstellers. Es wurde nun zunächst ein Beckensatz der Schweizer Firma Paiste verwendet, bevor Ringo Starr im Februar 1964 während der ersten USA-Tour der Beatles die Becken des Herstellers Zildjian entdeckte. Die Paiste-Becken wurden in den folgenden Jahren nach und nach durch Zildjian-Becken ersetzt.

Tonstudio

Starr übernahm 1973 von John Lennon das Anwesen Tittenhurst Park bei Ascot in England, das mit einem Tonstudio ausgestattet war. Er benannte das Studio in Startling Studios um und stellte es anderen Musikern zur Verfügung. Unter anderen wurden dort die Alben "Unleashed in the East" und "British Steel" von Judas Priest aufgenommen bzw. fertiggestellt. 1988 verkaufte er das gesamte Anwesen an Scheich Zayed bin Sultan Al Nahyan, den Emir von Abu Dhabi.

Schauspielerische Tätigkeit

Starr war Schauspieler in mehreren Filmen wie "Candy" (1968), "The Magic Christian" (1969, mit Peter Sellers), "Blindman" (1971), "200 Motels" (1971), "Son of Dracula" (1974), "Sextette" (1978, mit Tony Curtis, Keith Moon und Mae West) und "Caveman" (1981). In diesem Film lernte er auch seine spätere Frau Barbara Bach kennen. Es folgte ein Mini-Auftritt in "Wasser" (1985) zusammen mit George Harrison und Eric Clapton. Er arbeitete auch an den Kinderfernsehsendungen "Shining Time Station" und "Thomas the Tank Engine and Friends". In der Zeichentrickserie "Die Simpsons" tauchte er in der Folge Marges Meisterwerk (orig.: Brush with Greatness) als er selbst auf.

Soziales Engagement

  • Auftritt beim Benefiz-Konzert "Konzert für Bangladesch" am 1. August 1971 im Madison Square Garden in New York City. Ringo Starr unterstützte gemeinsam mit Bob Dylan den Organisator des Konzerts George Harrison, um Geld für die Hungernden in Bangladesch zu sammeln.
  • Auftritt beim Benefiz-Konzert Change Begins Within der "David Lynch Foundation for Consciousness-Based Education and World Peace" am 4. April 2009 in der Radio City Music Hall, New York City, unter anderem mit Paul McCartney, Donovan, Ben Harper und Sheryl Crow. Mit den Konzerteinnahmen will die Stiftung sozial benachteiligten Kindern die Möglichkeit geben, Transzendentale Meditation zu erlernen.
  • Spielfilme

    • 1964: Yeah Yeah Yeah
    • 1965: Hi-Hi-Hilfe!
    • 1967: Magical Mystery Tour
    • 1968: Candy - (DVD Veröffentlichung: 2005)
    • 1969: Let It Be
    • 1969: The Magic Christian - (DVD Veröffentlichung: 2006)
    • 1971: 200 Motels - (VHS-Videokassette Veröffentlichung: 1993, DVD Veröffentlichung: 2010)
    • 1971: Blindman - (DVD Veröffentlichung: 2005)
    • 1973: That'll be the Day - (DVD Veröffentlichung: 2000)
    • 1974: Son of Dracula - (keine DVD/VHS-Videokassette Veröffentlichung)
    • 1975: Lisztomania - (DVD Veröffentlichung: 2009)
    • 1978: Sextette - (DVD Veröffentlichung: 2005)
    • 1981: Caveman - (DVD Veröffentlichung: 2002)
    • 1983: Princess Daisy - (DVD Veröffentlichung: 2006)
    • 1984: Give My Regards to Broad Street - (DVD Veröffentlichung: 2004)
    • 1985: Alice in Wonderland (TV-Musical) - (DVD Veröffentlichung: 2006)

     

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