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Spliff

Bandmitglieder:

  • Heil, Reinhold
    Keyboards
  • *18.05.1954
  • Potschka,Bernhard
    Gitarre
  • Praeker,Manfred
    Gesang
    Bass
  • *25.09.1951
  • Mitteregger,Herwig
    Gesang
    Schlagzeug
  • *06.09.1953
Nachfolger:

Falco
Ärzte,Die

Spliff

Auch wenn sie sich immer gegen diese Schublade gewehrt haben: Die Berliner Band Spliff wird durch ihre eingängigen Hits in den frühen Achtziger Jahren zum Aushängeschilder der Neuen Deutschen Welle ? obwohl die Band zu diesem Zeitpunkt schon eine bewegte musikalische Karriere hinter sich hat.

Streitigkeiten mit Nina Hagen

Als zur Jahreswende 1979/80 das mit Unbehagen treffend betitelte, zweite Album der Nina Hagen Band erscheint, ist es mit der Harmonie zwischen Nina Hagen und ihrer aus der Polit-Rock-Combo Lokomotive Kreuzberg hervorgegangenen Band schon länger vorbei. Nur die Erfüllung von Vertragspflichten bringt sie dazu, ein Album zusammen einzuspielen. Das Verhältnis zwischen der 1977 aus der DDR ausgewiesenen Sängerin und den Musikern ist zerrüttet, weil Hagen beim ihrem Aufstieg zum Star die Band vor allem als Klotz am Bein betrachtet. Als Folge dieses Zerwürfnis formieren sich die vier Musiker ? Herwig Mitteregger, Reinhold Heil , Bernhard Potschka und Manfred Praeker - zu Spliff. Zu dem Bandnamen lassen sie sich von dem englischen Slang-Begriff für Joint inspirieren.

Nur wenige Monate später präsentieren Spliff, unterstützt von den temporären Bandmitgliedern Alf Klimek, Lisa Bialec und Rik Delisle in einem Berliner Kino die 120 Minuten lange "Spliff Radio Show", mit der die Band durch den fiktiven Charakters Rocko J. Fonzo zu einer Abrechnung mit der Musikindustrie ansetzt. Unterstützt von der Sängerin Lyma Russell nehmen Spliff eine auf 50 Minuten eingedampfte Version dieser Parodie auf. Noch im selben Jahr erscheint das erste Album der Band: die Spliff Radio Show.

Ein neuer Sound trifft den Zahn der Zeit

Die Platte beschert Spliff einen Achtungserfolg. Doch die beiden auf das Album folgenden Tourneen verlaufen nicht optimal. Für diesen etwas schleppenden Start ? mittlerweile sind Spliff wieder auf ihre vier-köpfige Kernbesetzung zusammengeschrumpft - wird die Band aber durch den durchschlagenden Erfolg ihres nächsten, nach seiner Bestellnummer benannten Albums 85555 (1982) entlohnt. Erst mit diesem Album findet die Band endgültig zu ihrem funkigen, rhythmusorientierten, oft von Sprechgesang angetrieben Rocksound. Die Band trifft mit ihren unorthodoxen, deutschen Texten den Nerv der Zeit, denn mittlerweile ist die Neue Deutsche Welle im Anrollen ? auch wenn sich Spliff immer dagegen gewehrt haben, in diese Schublade gesteckt zu werden. Ihr Album, auf dem auch der Hit Carbonara zu finden ist ? der Song, der Spliff endgültig mit den Radio hörenden Massen bekannt macht ? hält sich über ein Jahr in den Charts.

Ein kurzer Höhenflug und ein schnelles Ende

Noch im selben Jahr erscheint mit Herzlichen Glückwunsch das dritte Spliff-Album, das der Band mit Das Blech einen weiteren Hit beschert. Das Album klingt für die Zeit ungewöhnlich elektronisch, dank der damals noch nicht verbreiteten Drumpads und Keyboards-Sequenzen.

Trotz dieser Experimentierfreude haben Spliff den Zenith ihres Erfolges schon überschritten. Das nächste Album "Schwarz auf Weiß"; erweist sich als relativer Flop ? wohl auch, weil die erste Singleauskopplung - Radio - einer der schwächeren Songs des Album ist und ausgerechnet im Radio auch kaum gespielt wird. Obwohl von Herwig Mitteregger als auch von ihrem Manager Jim Raktete ein weiteres Spliff-Album angekündigt wird, kommt es nicht dazu. Die Band driftet auseinander. Mitteregger versucht sich als Produzent verschiedener deutscher Rock-Acts und veröffentlicht Solo-Alben, während die restlichen drei Mitglieder mit Froon ein wenig erfolgreiches und dementsprechend kurzlebiges Bandprojekt ins Leben rufen.