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Sinatra,Frank

Geburtstag:

12.12.1915
Geburtsort:

Hoboken,New Jersey, USA
Todestag:

14.05.1998
Todesort:

Los Angeles,USA
Genre:

Amerikanisch
Instrument:

Gesang

Sinatra,Frank

“I did it My Way“ - Frank Sinatra ist der Inbegriff des Crooners: Als Entertainer, Sänger, Schauspieler und charmanter Herzensbrecher in einem und über eine beispiellose Karriere von 60 Jahren in Radio, Fernsehen und auf der Leinwand präsent.

The Voice

Sinatra ist der Inbegriff einer Karriere, die sich gegen zeitgenössische Trends durchsetzt: In den Dreißigern und Vierzigern glänzt er als Vertreter des Swing. Bis in die Fünfziger war er das Aushängeschild der "Sing-Ära". Musikalische Wandlungen wie das Auftreten der Rockmusik können seinen zeitlosen Klassikern bis heute nichts anhaben. Schließlich hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Stücke aus den zwanziger bis vierziger Jahren so zu interpretieren, dass sie auch einem jüngeren Publikum zugänglich werden, ja gerade erst dadurch Popularität jenseits aller Moden erlangen. Mit Erfolg, Frank Sinatras Alben verkaufen sich bis heute: Seine Fülle an 1800 Musikaufnahmen wurden neben neun Grammies mit unzähligen Preisen überschüttet.

Geboren wird Frank Sinatra 1915 im beschaulichen Hoboken, New Jersey, als Sohn italienischer Immigranten mit einem Feuerwehrmann als Vater. Die Legende besagt, dass Frankie Boy nach einem Konzert des Meisters Bing Crosby die Schule schmeißt, weil er nur noch eins will: Sänger werden. Mitte der Dreißiger des vorigen Jahrhunderts tritt er in die Kapelle "The Hoboken Four" ein. Das Vokal-Ensemble gewinnt sogar den Preis von Major Bowles Radioshow "Original Amateur Hour" und darf mit dieser auf Tournee gehen. Anschließend verdingt sich Sinatra als singender Kellner in einem Lokal mit dem rustikalen Namen "The Rustic Cabin". Benny Goodmans ehemaliger Trompeter Harry James entdeckt ihn und heuert ihn an. Nach seinen ersten Aufnahmen 1939 wird Sinatra ab dem Jahr 1940 für die nächsten zweieinhalb Jahre in der Band des berühmteren Tommy Dorsey ganze 16 Chart-Erfolge ("Melancholy Mood", "From The Botton Of My Heart") feiern. Die Band performt in Radioshows und ist in den Hollywood-Filmen "Las Vegas Nights" und "Ship Ahoy" zu sehen - Frankies Einstieg in eine nicht minder ansehnliche Schauspielerkarriere mit insgesamt knapp 60 Spielfilmen und TV-Serien, unzähligen Gastauftritten, einer Tätigkeit als Filmproduzent und einem Regiedebüt, dem Kriegsfilm "None But The Brave" 1965.

Im Jahr 1941 wird er überall schon als "The Voice" bezeichnet und die Magazine Downbeat und Billboard ernennen ihn zum besten Sänger des Jahres. Mit Cole Porters Night And Day gelingt Sinatra schließlich 1942 der Einstieg in die Charts als Solo-Künstler und die nächste Zeit übt er sich in Radioshows in der Kunst des Entertainments. Neujahr 1943 geschieht das Unglaubliche: Sinatra erhält ein Engagement in der Show vor dem großen Benny Goodman im New Yorker Paramount Theatre - nicht als Teil einer Big Band, wie bis dahin üblich, sondern als Alleinunterhalter. Nicht lange, und er wird zum ersten richtigen Teenie-Phänomen: Schulmädchen sammeln sich in den Gängen, um den jungen Strahlemann zu bewundern. Die Vierziger entwickeln sich für Sinatra zu einem goldenen Jahrzehnt, trotz eines Banns von der streikenden Musikergewerkschaft, die sich gegen Studioaufnahmen sperrt. Alte Aufnahmen mit Harry James und Tommy Dorsey werden einfach erneut unter seinem Namen aufgelegt und verschafften Sinatra allein im Jahr 1943 vier Top 10-Hits. Im selben Jahr wirkt er in mehreren Radioshows mit, bis zu seiner eigenen "The Frank Sinatra Show". Auch taucht er zum ersten Mal unter eigenem Namen in der Besetzungsliste der Hollywood-Produktion "Reveille With Beverly" auf und darf sein "Night And Day" zum Besten geben. Nach Studioaufnahmen mit Irving Berlins "White Christmas" und unter anderem You'll Never Walk Alone von Rogers & Hammerstein spielt er im Musical "Anchors Aweigh" an der Seite von Gene Kelly, dem erfolgreichsten Film des Jahres 1945. Für sein Mitwirken in "The House I Live In" darf er sogar einen Oscar mit nach Hause nehmen.

Sein Ruhm bleibt ungebrochen: 1947 wird er nach dem Pabst zur zweitpopulärsten Persönlichkeit gewählt, vor Bing Crosby. Seine Geburtsstadt begeht ihm zu Ehren sogar den jährlichen "Sinatra Day". Ende der Vierziger kommt mit dem Rock`n`Roll eine ernsthafte Konkurrenz für den Crooner Sinatra, trotz seiner weiteren Chart-Erfolge und seinen Shows im noch jungen Medium des Fernsehens. In den Fünfzigern baut er sich dafür ein zweites Standbein aus - und wechselt nebenher in die Filmbranche: Seine Nebenrolle in "Verdammt in alle Ewigkeit" (1953) ist der Anfang einer ernst zunehmenden Filmkarriere, belohnt wird er mit einem Academy Award als bester Nebendarsteller. Es folgen die Klassiker "Guys And Dolls" (Schwere Jungs, leichte Mädchen), "The Man With The Golden Arm" (Der Mann mit dem goldenen Arm) oder "High Society" (Die oberen Zehntausend). Mit seinen Alben und Singles wie Only The Lonely oder Come Fly With Me feiert er genauso große Erfolge, nämlich seine ersten beiden Grammies und eine Position in den Charts von zusammen 120 Wochen.

In den Sechzigern gründet er sein eigenes Plattenlabel Reprise-Records. Die 450 Songs, die er im Laufe der Jahre dort aufnimmt, werden fast alle Millionen mal verkauft: Allein die nächsten zehn Jahre glänzt er mit Strangers In The Night (1966), Something Stupid (1967), einem Duett mit Tochter Nancy und My Way (1969). Als die Beatles die Jugendlichen auf der ganzen Welt in Hysterie versetzen, reagiert Sinatra sportlich: Fortan interpretiert er eben nicht nur alte Klassiker, sondern auch die angesagten Hits von Joni Mitchell, Jimmy Webb oder den Beatles auf seinem Album "Cycles" - wieder ein voller Gold-Erfolg. Gleichzeitig ist er in Filmen wie "Can Can" und "Ocean`s Eleven", beide von 1960, oder auch in "Robin And The Seven Hoods" (Sieben gegen Chicago) zu sehen.

Immer wieder will er mal eine Auszeit vom anstrengenden Showgeschäft einlegen, doch ständig kommt ihm was dazwischen: 1971 verkündet Frankie mit 55 Jahren seinen Rückzug, allerdings hält die Pause nicht lang an. Zwei Jahre später bringt er ein weiteres Gold-Album und das gleichnamige Fernseh-Special "Ol` Blue Eyes Is Back" heraus. Die nächsten sieben Jahre tritt er lieber auf Konzertbühnen wie in Las Vegas auf, statt Alben aufzunehmen oder in Filmen mitzuspielen. 1980 erscheint seine Dreifach-LP mit dem unvergleichlichen (Theme From) 'New York,New York', dem Titelsong des 77er-Films. Wieder macht er ein Stück durch seine Interpretation zum Klassiker. Sein letztes eigenes Album L.A. Is My Lady kommt 1984 heraus. Doch Frankie Boy bleibt auch im fortgeschrittenen Alter nicht unkreativ: Neun Jahre später recycelt er seine alten Aufnahmen und nimmt sie als Duets I mit zeitgenössischen Stars wie Bono von U2 oder Tony Bennett auf. Ein Jahr später erscheint der zweite Teil. Aber erst 1995, Sinatra ist immerhin im greisen Alter von achtzig Jahren, gibt der Nimmermüde seinen endgültigen Rückzug bekannt. Zwei Jahre später stirbt die Ikone eines Jahrhunderts in Los Angeles an einem Herzinfarkt.