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Seeed

Genre:

Reggae
Bandmitglieder:

  • Trowers, Alfie
    Percussion
  • Based
    Schlagzeug
  • Delgado, Moritz
    Saxophon
  • DJ Illvibe
    Mixing, Programming
  • Bugnon, Jerome
    Posaune
  • Dubmaster Reibold
    Keyboards
  • Rudeboy Rudy
    Gitarre
  • Tobsen
    Bass
  • Baigorry,Pierre
    Gesang
  • Nabé,Demba
    Gesang
  • Dellé,Frank A.
    Gesang

Seeed

Elf Typen mit einer ausgesprochenen Liebe für Bass- und Bläser-schwere Musik - das sind Seeed mit drei E aus dem Dicken B an der Spree.

Fast eine Marching Band

An der Seeed-Story ist weit mehr als nur das eine zusätzliche E im Gruppen-Namen ungewöhnlich. Elf junge Männer in einer Band, die dazu weder Big Band Sound noch Dixieland von sich geben, sondern extrem tanzbaren, basspumpenden, durchdringenden Reggae, das ist gerade live schon ein besonderes Erlebnis. Und so erspielen sich die Berliner Elf noch vor den ersten Veröffentlichungen einen Ruf als unverzichtbare Live-Band, deren Wirken in einem Atem mit dem Wort "Party" genannt werden muss. Im Jahr 2001 folgt der überraschend schnelle Durchbruch mit der Single Dickes B, in dem Seeed auf einer rotierenden Bass-Linie und zu fanalhaften Bläsern eine Ode an ihre Stadt darbieten. Im Nu sind sie bundesweit ein Begriff, ihr Album New Dubby Conquerors hält sich monatelang in den Charts. Vor dem zweiten Album Music Monks erleben Seeed noch zwei kostbare Momente: zunächst erhalten sie 2002 einen Echo und landen mit Waterpumpee einen Hit in Trinidad und Tobago.

Gegründet 1999 im Reggae-, Dub- und Ragga-Boom Berlins, lautet die Anfangsidee von Seeed: lasst uns eine Marching Band gründen, wie sie durch das New Orleans der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert durch die Straßen gezogen sind - nur dass wir eben keinen Jazz junger Jahre spielen, sondern unsere Musik, Reggae, Dub, Ragga, Dancehall. Die Besetzung lässt diese Idee noch heute erkennen: Pierre Baigorry alias Enuff, Frank Dellé alias Eased, Demba Nabé alias Ear geben die Frontmänner, und erfinden dabei einen merkwürdigen Sprechgesang, der hauptsächlich von Englisch, Deutsch und Patois lebt. Dubmaster Reibold spielt Keyboard, Rudeboy Rudy Gitarre und Tobsen Bass, während sich Moritz Delgado am Saxofon und Jerome Bugnon an der Posaune ausleben.

Die starke Rhythmus-Fraktion besteht schließlich aus dem Perkussionisten Alfi Trowers, DJ Illvibe und Schlagzeuger Based. Die Idee der herumziehenden Band erweist sich zwar als weniger praktikabel, mit dieser Elf allerdings hat man schon mal eine Big Band zusammen, die in dem zu dieser Zeit völlig Reggae-begeisterten Berlin schnell zum Gesprächsthema am Clubtresen wird. So schnell, dass Seeed schon 2000 mit Buju Banton durch Deutschland touren, beim Summer Jam-Festival vor tausenden Besuchern in Köln auftreten und zwei EP's veröffentlichen.

Von Riddim zu Riddim

Ein Jahr später geht dann alles blitzschnell: Ihre Berlin-Hymne Dickes B wird über die Wintermonate erst zum Club-, und im Frühsommer völlig unerwartet sogar zum Chart-Hit. Im Juni kommen schließlich über 10.000 Leute zum Open Air-Auftritt im Berliner Mauerpark. Im Mai des selben Jahres veröffentlicht das Elftett das Debüt New Dubby Conquerors, dem zwei Jahre später Music Monks mit einer ebenso unverkennbaren Mischung aus so vitalen wie ansteckenden Bässen, Elektro-Sounds und Samples sowie fetten Bläsersätzen und Pop-Refrains folgen. Vorher noch, nämlich 2002, heimsen Seeed einen Echo als "Beste Newcomer" ein und erleben etwas ganz Besonderes: Mit dem Jamaikaner Anthony B. nehmen sie die Single Waterpumpee auf - und sie wird zum Hit in Trinidad und Tobago. Als Bass liebende Reggae Big Band kann man sich kaum mehr wünschen - höchstens noch Anerkennung auf Jamaika, der Trauminsel der Dub-ianer.

Nach einer etwas längeren Pause, die die Seeed-Mitglieder in aller erster Linie dazu nutzten, sich Projekten abseits der Musik-Mönche zu widmen, erschienen sie im Herbst des Jahres 2005 mit ihrem Album "Next" wieder auf der Bildfläche. Seeed, die dieses Album erstmalig auch produktionstechnisch zu verantworten hatten, bestechen darauf vor allem durch musikalische Heterogenität - es sollte jedem musikalischen Spleen der Mitglieder Platz eingeräumt werden. Wenn auch zum Verdruß so mancher Die-Hard-Ska- und Reggae-Fans, die schon Ausverkauf schrien, noch bevor ein Preis draufstand, generierte das Album mit "Aufstehn", "Schwinger" und "Das Ding" bisher drei höchst erfolgreiche Singles. Nicht zuletzt die Kollaborationen mit derzeit omnipräsenten Künstlern wie Cee-Lo Green dürften daran ihren Anteil haben.