Rosenstolz
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Plate, Peter
Produzent -
*01.07.1967
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Rosenbaum, Andrea Natalie
Gesang -
*25.12.1969
Rosenstolz
Was lange währt wird endlich gut - Nein, Rosenstolz haben sich seit bald 15 Jahren mit ihrer sympathischen Mischung aus Deutschpop, Klassik und Chanson, auch "Mondänpop" genannt, eine mehr als treue schwule Fangemeinde erspielt. Doch der Erfolg lässt lange auf sich warten: Erst seit Ende der 90er und vor allem im Jahr 2004 öffnet sich den beiden endlich im Zuge der Deutschrock-Welle verdientermaßen ein breiteres Publikum, das vor allem die atmosphärischen Live-Qualitäten des Duos zu schätzen lernt.
"Macht Liebe"
Die Vorgeschichte: Peter Plate, 1967 in Neu-Delhi als Enkel eines Diplomaten geboren, zieht über Hamburg und Goslar 1990 nach Berlin und verdingt sich zunächst als Shampooneur bei einem Glamour-Friseur. Musikalisch hat er bis dahin immerhin zwei Tapes mit selbst geschriebenen Stücken in Umlauf gebracht.
Nach seinem Coming Out mit 19 lässt er das angefangene Studium der Sozialpädagogik sausen und zieht lieber in die Großstadt und gleich mit seiner großen Liebe Ulf zusammen. Den ersten Auftritt hat er auf dem damaligen Berliner Lokalsender FAB im Schwulenmagazin "Andersrum". Aber mit einer Sängerin wäre es doch besser und über seinen Untervermieter findet er AnNa: Mit vollem Namen Andrea Natalie Rosenbaum wird 1969 in Ost-Berliner Bezirk Friedrichshain geboren. Ihr Traum war immer zu singen, aber für sie ist erstmal kein Platz an der Musikhochschule - sie hatte sich mit einem Lied von Whitney Houston, vom amerikanischen Klassenfeind beworben. Dafür beginnt sie zuerst eine Lehre als Chemielaborantin, später arbeitet sie als Musikhändlerin, um sich Gesangsstunden leisten zu können.
Der lange Weg: Ihr erstes Treffen mit Peter artet nun `91 zu einer Jam-Session in dessen Küche aus: Ein voller Erfolg. Das erste Konzert in der Galerie Bellevue 1991 wird zwar rege von den Freunden unterstützt, gestaltet sich aber noch zäh. AnNa hat sich in den Kopf gesetzt, sich für jedes der Lieder umzuziehen. Das dauert aber dementsprechend. Beim zweiten Konzert im SchwuZ werden sie sogar noch ausgebuht. Aber schon bei einem der nächsten ist ihnen das Glück hold: Der ehemalige Nina Hagen-Produzent Tom Müller nimmt die beiden unter seine Fittiche und produziert 1992 das Debüt Soubrette Werd' Ich Nie. Das Album wird ein Flop, trotz des späteren Rosenstolz-Klassikers Schlampenfieber. AnNa und Peter schlagen sich weiter durch, bis endlich auch die Reserviertheit des Publikums in Begeisterung umschlägt: Mit dem Titelsong des zweiten Albums "Nur Einmal Noch" stehen sie plötzlich bei den Berlinern hoch im Kurs und 1994 auf Platz 1 der Radiocharts. Aber leider nicht im TV: Das teuer produzierte Musikvideo wird nicht gezeigt. Dafür bespielen Rosenstolz mit ihren Konzerten immerhin schon den 300 Mann-Club "Die Wabe". Ein Jahr später ist es zur Überraschung aller ein Leichtes, das Metropol mit 1000 Plätzen zu füllen. 1995 wird auch das Jahr für Peter und AnNa, das ihnen mit dem dritten Album endlich mehr Resonanz beschert. "Mittwoch is' er fällig" gewinnt die Aufmerksamkeit der Majors und Rosenstolz wechseln zu Polydor.
Trotzdem oder gerade deswegen wird der bisherige Kurs der Mund-zu-Mund-Propaganda weiter gefahren: Rosenstolz haben keine Videos und wenig Promo, werden vielmehr über ihre wachsende und ziemlich treue Fangemeinde bekannt und landen mit dem Album Die Schlampen Sind Müde sogar in den Charts. Ihr Tourneen sind langsam ausverkauft und sie spielen sogar 1997 auf Einladung des Goethe-Instituts vor 10000 Zuschauern im russischen Nowosibirsk. 1998 sollen sie mit anderen deutschen Pop-Gruppen den angestaubten "Grand Prix Eurovision de la Chanson" verjüngen - und landen immerhin beim Vorentscheid auf dem zweiten Platz nach Guildo Horn. Die nächsten Jahre laufen glänzend für die Band: Mit jedem Album klettern sie ein Stück höher in den Charts, veröffentlichen selbst einen Song auf Latein (Amo Vitam) und ein Duett mit Marc Almond und Nina Hagen ("Schwarze Witwe"). Für die 2002er-Single Sternraketen jagen sie im Videoclip in orange-farbenen Jogging-Anzügen UFOs. 2002 ist auch das Jahr der Doppelhochzeit: Peter heiratet seinen langjährigen Freund Ulf Leo Sommer, der auch Stücke für die Band schreibt. Ende des Jahres zieht AnNa nach und heiratet still und heimlich ihren Nilo Neuenhofen, der bei vielen Videoclips von Rosenstolz Regie führte.
2003 / 2004: Ihr Beharrlichkeit hat sich gelohnt - 2003 und auch 2004 sind die kommerziell erfolgreichsten Jahre bisher für Rosenstolz. Sie geben ausverkaufte Tourneen mit einem Abschlusskonzert vor 17000 Berlinern. Zu gute kommt ihnen natürlich auch der Boom des deutschen Rock und Pop mit Bands wie Silbermond und Juli. Schön, dass sie jetzt auch mal ein Lied bei einem Soundtrack beisteuern: Willkommen erscheint für den Coming Out-Film "Sommersturm". 2005 komponiert Peter schließlich ein Lied für Patricia Kaas ("Herz eines Kämpfers"). Doch eigentlich arbeitet die Band bereits fieberhaft an ihrem neuen Album, das für Anfang 2006 geplant ist.




