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Rolling Stones,The

Bandmitglieder:

  • Richard, Keith
    Gitarre
  • *18.12.1943
  • Watts, Charlie
    Schlagzeug
  • *02.07.1941
  • Wyman, Bill
    Bass
    Keyboards
  • *24.10.1936
  • Taylor, Mick
    Gitarre
  • *17.01.1968
  • Jones, Brian
    Gitarre
  • *28.02.1942
    +03.07.1969
  • Jagger,Michael Philip
    Gesang
    Textdichter
    Gitarre
  • *26.07.1943

Rolling Stones,The

Ob man die Rolling Stones immer noch für die größte Band der Welt hält, oder findet, dass sie ihren künstlerischen Zenit schon vor langer Zeit überschritten haben - man kommt nicht umhin, den mittlerweile alten Herren zuzugestehen, dass sie das Gesicht der Rockmusik wie keine anderen geprägt haben

Anfänge als Blues-Coverband

Als Mick Jagger 1960 seinen ehemaligen Schulkumpel Keith Richards bei einem gemeinsamen Freund wieder trifft, ist er BWL-Student. Richards versucht zu der Zeit sein Glück an der Kunsthochschule. Im darauf folgenden Jahr lernen die beiden den Gitarristen Brian Jones kennen, der bei Alexis Korner's "Blues Inc." unter Vertrag steht. Jagger und Richards stoßen zur Band, Jagger wird dank seiner Entertainer-Qualitäten bald zum Sänger erkoren. Zunächst covern sie Blues-Klassiker, etwa von Muddy Waters - von dessen Song Rolling Stone lassen sie sich übrigens auch zu ihrem neuen Namen inspirieren. Plattenfirmen zeigen sich an der Band vorerst nicht interessiert.

Das ändert sich, als sie 1962 ihren ersten Auftritt im Londoner Marquee Club haben. Nach einigen personellen Umbesetzungen - so langsam finden sie zu der Besetzung, mit der sie berühmt werden sollten - werden sie vom Crawdaddy Club fest engagiert. Dort wird ein Herr namens Andrew Loog Oldham auf sie aufmerksam. Er bietet sich an, die Gruppe zu managen. Oldham hat von Anbeginn an eine Vision: Er will ein "Bad Boys"-Image für die Stones, ein wildes Gegenmodell zu den Beatles, die zu der Zeit auch in den Startlöchern ihrer Karriere stecken. Innerhalb kurzer Zeit gelingt es ihm, die Band bei der Plattenfirma Decca unter Vertrag zu bringen.

1964 erscheint ihre erste Platte, die allerdings immer noch hauptsächlich aus Coverversionen besteht - nur zwei Songs stammen aus der Feder von Jagger und Richards. Ihr Manager bestärkt die Band darin, es in Zukunft mit Eigenkompositionen zu versuchen. Im Juni des Jahres erscheint mit Tell Me die erste Single aus eigener Feder. Die Rolling Stones finden langsam zu ihrem eigenen Stil - weg vom Blues in Reinform, hin zum Rock mit R&B Einschlag.

Gleich ein Superhit

Der große Durchbruch erfolgt 1965 mit (I Can't Get No) Satisfaction, einem der größten Hits der Stones. Der Song erweist sich als wegweisend. Die Band durchlebt ihre produktivste, kreativste Phase. In den nächsten zwei Jahren entstehen Songs wie Get off My Cloud oder As Tears Go By und 1966 erscheint Aftermath, das erste Stones-Album mit ausschließlich selbst komponiertem Songmaterial.

Skandale und Experimente

Von Beginn ihrer Karriere an stehen die Stones in ihrer englischen Heimat unter der Beobachtung der Boulevard-Presse. Die Image-Strategie ihres Managers ist aufgegangen. Als sowohl Jagger als auch Richards und Jones Anfang 1967 wegen Drogenbesitzes verhaftet werden, ist das für die Presse ein gefundenes Fressen. Die Stones tun aber ihrerseits alles in ihrer Macht stehende - Groupie- Abenteuer, Drogenexzesse und Skandalauftritte - für ihr rebellisches Image. Politische Ziele verfolgen sie jedoch nie - anders als viele ihrer Zeitgenossen.

Wie etwa der Song Paint It Black veranschaulicht - selbst machistische Rocker wie die Stones sind nicht ganz gegen den psychedelischen Zeitgeist immun. Einen etwas poppigeren, und auch von fernöstlichen Einflüssen geprägten Sound findet man beispielsweise auch auf ihren Alben Between The Buttons und Their Satanic Majesties Request - letzteres war ihr Gegenentwurf zum Beatles- Album Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band. Bald haben sie allerdings von diesen Ausflügen in die Hippie-Kultur genug. Mit dem Album Beggar's Banquet (1968) kehren die Stones wieder zu ihrem gradlinigen, immer dreckiger klingenden Rocksound zurück.

Im Laufe der Aufnahmen zu diesem Album zeichnen sich erste Probleme innerhalb der Band ab. Brian Jones stört sich daran, dass die beiden Songschreiber Jagger und Richards die Band dominieren, gleichzeitig rutscht er tiefer in seine Drogensucht. Ihm Juni 1969 verlässt Jones die Stones - er wird umgehend von Mick Taylor ersetzt. Kaum einen Monat später ertrinkt Jones in seinem Swimmingpool. Das ist nicht die einzige Tragödie, die die Stones in diesem Jahr erleben sollten.

Das Ende des Hippie-Traums

Für ihre im Film "Gimme Shelter" dokumentierten US-Tournee engagiert die Band als Sicherheitsdienst für ihr Gratis-Konzert am Altamont Freeway die Hell's Angels - ein verhängnisvoller Fehler. Die Hell's Angels ermorden während des Konzertes einen jungen schwarzen Fan. Mit dem Vorfall ist der Hippie-Traum von Liebe, gegenseitigem Respekt und Freiheit endgültig geplatzt. In dieser Zeit zeichnet sich zudem ab, dass Jagger und Richards sich immer mehr auseinander leben. Während Jagger sich nach seiner Eheschließung mit dem nicaraguanischen Model Bianca Perez Morena de Macias in Jet-Set-Kreisen herum treibt, zieht es Richards immer tiefer in den Rock'n'Roll-Lifestyle. Der besteht bei ihm hauptsächlich aus Drogenkonsum.

Auf den nächsten beiden Platten - mittlerweile veröffentlichen die Stones auf einem eigenen Label - setzt Richards sich musikalisch stärker durch. Dementsprechend blues-rockig klingen Sticky Fingers und Exile on Main Street. Während der Siebziger Jahre machen die Stones wie gewohnt weiter. Ab und zu lassen sie sich zu einem Zugeständnis an den musikalischen Zeitgeist hinreißen - wie etwa mit dem Album Some Girls (1978), aus dem man ein paar New Wave- und Disco-Einflüsse heraushören kann. Insgesamt haben sie jedoch wenig Neues zu bieten. Der Zuspruch der Kritik lässt immer mehr nach, ihre aber Fangemeinde können sie immer noch begeistern. 1976 stößt Ron Wood, früher bei den Faces, zur Band. In dieser Zeit gehen die meisten Stones-Mitglieder auch musikalischen Nebenprojekten nach.

Die zähen Achtziger

Ihr Album Tattoo You (1982) ist die letzte Veröffentlichung, mit der es die Stones in die Charts schaffen. Auf ihre Konzertreisen, die die Band zunehmend als lukratives Business betreiben, wirkt sich ihre sinkende Popularität jedoch nicht aus - Stadien füllen die Stones nach wie vor. In den Achtziger Jahren eskalieren die schwelenden Spannungen zwischen Jagger und Richards. Während der Sänger stärker an aktuelle Trends andocken will, bleibt Richards ganz der Rock'n'Roller. Zudem arbeiten beide nebenbei an ihren Solo-Karrieren.

Doch die Stones sind einfach ein zu guter Goldesel. Deswegen beschließen Jagger und Richards 1989, nach einer reinigenden Aussprache, wieder stärker an einem Strang zu ziehen. Sie gehen auf die "Steel Wheels"-Tour, für die Jagger eine Mindestgage von 70 Millionen Dollar ausgehandelt hat

Immer weiter

Auf ähnlichen Niveau wursteln sich die Stones durch die Neunziger Jahre und ins neue Jahrtausend. Mit dem Album Voodoo Lounge (1994) bringen sie sogar noch einmal eine Platte heraus, die selbst bei der Kritik auf Wohlwollen stößt. Ihre Tourneen füllen immer noch Arenen. Interessante Impulse sind von den Stones trotzdem kaum mehr zu erwarten; was sie von der Veröffentlichung unterschiedlichster Tonträger auch nicht abhält. Nach "Bridges To Babylon" aus dem Jahre 1997, diversen Live- und Best-of-Compilations warteten die Stones im Sommer 2005 mit ihrer neuesten Studio-Veröffentlichung auf. "A Bigger Bang", so der Titel, schlug zwar nicht ganz so granatenmäßig ein, wie der Titel es hätte vermuten lassen können - für eine Band, die 2005 ihr 45-jähriges Bestehen feiert, gibt es Wichtigeres.

Anruf Scorsese

Weit davon entfernt, ans Aufhören zu denken, gehören die Rolling Stones zu den best verdienenden Tour-Bands in den ersten Jahren des frischen Jahrtausends. Diese Phänomen bleibt einem wie Martin Scorsese nicht verborgen. Mit Shine A Light drehte der Regisseur eine Live-Dokumentation, die wegen ihres Schnitts und der innovativen Kameraführung auffiel. Film und Soundtrack wurden im Jahr 2008 veröffentlicht.

Das Jahr des Erscheinens von "Shine A Light" markierte einen neuen Abschnitt in der Band-Biografie. Denn mit dem Film wechselten die Rolling Stones zum Unternehmen Universal. Damit setzte eine Revision des Werkes ein: Im Jahr 2010 wurde mit Exile On Main Str. eines der wichtigsten Alben der Band neu gemastert und wiederveröffentlicht. Ein Jahr später folgte die Wieder-Veröffentlichung von Some Girls. Eine Rast legen die Rolling Stones dennoch nicht ein.

Sie machen einfach weiter.