Rammstein
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Landers, Paul Heiko
Gitarre -
*09.11.1966
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Kruspe-Bernstein, Richard Zven
Gitarre -
*24.06.1967
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Schneider, Christoph
Schlagzeug -
*11.05.1966
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Lorenz, Christian
Keyboards -
*16.11.1966
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Riedel, Oliver
Bass -
*11.04.1971
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Lindemann, Till
Gesang -
*04.01.1964
Rammstein
Kaum eine andere deutsche Band ist hierzulande so umstritten wie die martialische Formation Rammstein. Immer wieder wird der Band ihr ambivalentes Spiel mit rechtsradikalen Inhalten vorgeworfen. Im Ausland sind Rammstein trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - zum Aushängeschild für Musik aus Deutschland geworden.
Feuerspucker mit Punk-Vergangenheit
Die Entstehungsgeschichte von Rammstein - zu ihrem Namen lässt sich die Band von dem Flugshow-Unglück auf der US-Militärbasis im rheinland-pfälzischen Ramstein inspirieren - ist eher zäh. Der Großteil der sechs Musiker ist bei Gründung 1994 in anderen Bands der Ost-Berliner Punkszene aktiv. So spielt Bassist Oliver Riedel bei den Inchtabokatables mit, Keyboarder Christian "Flake"ist wie Gitarrist Paul Landers bei der legendären DDR-Band Feeling B. Obwohl sie Rammstein nach eigenem Bekunden ins Leben gerufen haben, um ein Ventil für all das zu schaffen, was sie in ihren Bands nicht ausleben können, dauert es, bis das anfängliche Nebenprojekt ins Rollen kommt. Es bedarf eines gewonnenen Talentwettbewerbs - die Prämie ist ein Studioaufenthalt - dass die sechs Musiker richtig Herzblut in ihr neues Steckenpferd investierten.
Apropos Blut: Martialisch geht es bei Rammstein von Anfang an zu. Zu ihrem Sound - schwere Gitarren gepaart mit Techno-Elementen - haben sie schnell gefunden. Der vorher als Schlagzeuger aktive Sänger Till Lindemann steuert die Pathos-trächtigen, expressiven Texte bei - und rollt dazu auf unverwechselbare Weise das "R".
1995 unterschreiben sie beim Plattenlabel Motor und beginnen mit den Aufnahmen zu ihrer ersten Platte Herzeleid. Unterstützt werden sie dabei von Jacob Hellner, Produzent der Band Clawfinger. Mit ihrer Musik docken sie offensichtlich an ein Grundgefühl bei ihren Hörern an. Das Album verkauft sich bestens - wohl unterstützt durch die Live-Reputation, die sich Rammstein erspielt haben - und hält sich in den Charts, bis Rammstein 1997 das Nachfolgealbum Sehnsucht veröffentlichen.
Ambivalente Botschaften
Das neue Album ist ähnlich erfolgreich. Mit Engel landen Rammstein sogar einen Radiohit. Songtitel wie "Bück Dich" oder "Bestrafe mich" umreißen recht anschaulich das lyrische Universum der Band. Dass ihre eigentlich harmlosen, wenn auch nicht immer intelligenten Provokationen bisweilen daneben gehen, belegt der Skandal, den Rammstein auslösen, als sie für ihr Video zum Depeche Mode-Cover "Stripped" Bilder aus Leni Riefenstahl Propagandafilm zur Olympiade 1936 verwenden. Eine rechtsradikale Gesinnung muss man Rammstein deshalb noch nicht unterstellen. Dazu sind ihre Inszenierungen einfach zu opernhaft.
Rammstein werden zum Export-Artikel
Als Regisseur David Lynch mit Rammstein und Heirate Mich zwei Songs von ihrem Debüt auf dem Soundtrack seines Films Lost Highway verwendet, sind Rammstein plötzlich auch in den USA populär. Dementsprechend erscheint Sehnsucht Anfang 1998 auch in Amerika. Ende des Jahres geht die Band zusammen mit Kiss auf eine umfangreiche US-Tournee, später touren sie alleine in Australien. Rammstein sind damit zur wichtigsten deutschsprachigen Band im Ausland geworden. Das soll sich auch mit der Veröffentlichung ihres dritten Album - es trägt den Titel Mutter (2001) - nicht ändern.
Eine kreative Pause und andere künstlerische
Nach der Veröffentlichung von Mutter schalten Rammstein einen Gang runter. Die Band nimmt eine Auszeit. Sänger Lindemann veröffentlicht 2002 einen Lyrikband mit dem Titel "Messer" und versucht sich als Schauspieler im Kinderfilm "Amundsen, der Pinguin". Das nächste Album Reise, Reise erscheint erst im Herbst 2004. Ihre Fans scheinen sehnsüchtig gewartet zu haben - schon einen Monat nach Erscheinen ist das Album die erfolgreichste europäische Veröffentlichung des Jahres.




