Pur
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Lord, Jon
Orgel (e)
Klavier -
*09.06.1941
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Blackmore, Ritchie
Gitarre -
*14.04.1945
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Fenwick, Ray
Gitarre
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York, Pete
Schlagzeug
Percussion
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Simper, Nick
Bass -
*03.11.1946
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Paice, Ian
Schlagzeug -
*29.07.1948
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Bolin, Tommy
Gitarre
Gesang
Keyboards - +04.12.1976
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Satriani, Joe
Gitarre
Schlagzeug
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Morse, Steve
Gitarre
Banjo -
*28.07.1954
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Glover, Roger
Bass
Synthesizer
Textdichter -
*30.11.1945
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Reidl, Ingo
Keyboards -
*10.06.1961
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Weber,Jörg
Bass -
*28.03.1963
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Bless, Roland
Schlagzeug -
*08.03.1961
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Buttas, Rudi
Gitarre -
*06.03.1955
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Ashton, Toni
Gesang
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Elliman, Yvonne
Gesang
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Hughes, Glenn
Gesang
Gitarre
Bass
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Coverdale, David
Gesang -
*22.09.1951
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Evans, Rod
Gesang -
*19.01.1945
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Gillan, Ian
Gesang
Harmonium -
*19.08.1945
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Engler, Hartmut
Gesang -
*24.11.1961
Pur
Pur schrieb die Süddeutsche Zeitung, das "klingt nach reinem Sprachgebrauch, sauberer Gesinnung und irgendwie auch nach ultimativem Waschmittel, blassen Hintern und letztendlich Eindeutigkeit". Das Zitat verdeutlicht: Pur sind zwar eine der erfolgreichsten Bands Deutschlands, aber gemocht werden sie trotzdem nicht von jedem, am wenigsten vom deutschen Feuilleton.
Die Kitschband?
Weshalb motzen eigentlich so wenige Journalisten über Reinhard Mey und Peter Maffay und so viele über die Deutschpopband Pur? Denn: Als was alles hat man sie beschimpft? Als gute Rockritter, die Musik machten wie eine Seifenoper zum Mitsingen. Pur hätten, so die Süddeutsche Zeitung, "das Dichten und Denken auf ein kompaktes Minimum reduziert". Weshalb all die bösen Worte? Wahrscheinlich ist die Band um Leadsänger Hartmut Engler einfach zu nett, zu freundlich, hat zu wenig Popstarallüren, und ja, das auch: ihre Texte sind bisweilen wirklich etwas nah dran an der denkbar einfachsten Sprachlösung zwischenmenschlicher Probleme, ihre Melodien beinahe schon klinisch schön. Pur, das ist sicher, könnten keine Stubenfliege an die Wand klatschen. Aber das wollen sie auch gar nicht. Sie wollen Herzen erfreuen, Menschen zum Mitsingen bringen. Sie wollen verlässliche Pop-Freunde sein von Jedermann und Jederfrau. Verkehrt ist daran eigentlich nichts.
Freilich hätte sich die Presse nie so geierartig auf die fünfköpfige Band vom schwäbischen Land bei Stuttgart gestürzt, wenn Pur nicht so ungeheuer erfolgreich wären, und das schon seit Jahren. Die Geschichte ihres Erfolges geht so: Als Schüler gründen Roland Bless (Drums, Vocals, Gitarre) und Ingo Riedl (Keyboards) die Band Crusade. Im Jahr 1976 schließt sich Sänger Hartmut Engler den jungen Amateuren an. Drei Jahre später kommt Jörg Weber (Bass, Gitarre, Gesang) - der sich später in Joe Crawford umbenennen wird - hinzu. Komplettiert wird die Band schließlich 1980 durch den Beitritt von Rudi Buttas (Gitarre). Crusade ist eine Tingelband und bald ihres Namens überdrüssig - sie nennen sich Opus. Neben ihren musikalischen Aktivitäten studieren sie, was kein großes Problem ist, denn noch sind die fünf ja nicht zur Band Pur geworden. 1983 erscheint ihre erste Platte Opus 1. Wesentlich populärer werden sie deshalb allerdings nicht. Man könnte es auch so sagen: Erst haben sie kein Glück; und dann kommt auch noch das Pech dazu. Denn just als ihre zweite Platte Vorsicht zerbrechlich (1985) erscheint, landet die österreichische Band Opus mit Live Is Life einen Riesenhit. Was können sie groß tun? Sie benennen sich um - in Pur.
Jetzt geht’s los
Mit dem Song Hab mich wieder mal an dir betrunken und dem Sieg beim Bundeswettbewerb des Deutschen Rockmusikerverbands im Jahr 1986 wird die Plattenfirma Intercord auf Pur aufmerksam und nimmt sie unter Vertrag. Von da an bewegt sich die Band wie in einer nicht enden wollenden Aufwärtsspirale immer weiter nach oben, stürmt mit beinahe jährlich erscheinenden Alben und stets angeschlossenen Touren regelmäßig die Charts. Drei Beispiele ihres Erfolges: Das bei auf einer Tour entstandene Live-Album Pur Live (1992) verkauft mehr als eine Millionen Einheiten; Seiltänzertraum (1993) bleibt zwei Jahre lang in den deutschen LP-Charts und verkauft sich 1,5 Millionen Male; Abenteuerland (1995), ihr bis heute vermutlich bekanntestes Album, begeistert gar 2,3 Millionen Zuhörer.
Noch im neuen Jahrtausend befinden sich Pur nach spektakulären Live-Auftritten, großen Tourneen, unzähligen Medien-Preisen und vielen weiteren Hits auf dem Höhepunkt ihres Erfolges. Als Erklärung für den unglaublichen Erfolg der Band erzählt Hartmut Engler, das singende und textende Zentrum der Band, in einem Interview 1998: "Ich glaube, dass wir Identifikationsfiguren für ganz, ganz viele Menschen sind, die sonst keine Identifikationsfiguren haben." Engler hat vermutlich Recht. Denn dass das ein wichtiger Grund sein könnte, dafür spricht einiges, etwa dass sich auch Künstler wie Peter Maffay und Reinhard Mey gerne mal einen Song vom Pur-Autoren-Gespanns Hartmut Engler und Ingo Reidl schreiben lassen. Ein Umstand, den das Feuilleton allerdings gerne übersieht. Maffay und Mey sind wohl gelitten, Pur sind und bleiben die Kitschband. Man kann aber davon ausgehen, dass das die Band nicht weiter stört. Der Erfolg gibt ihnen Recht.




