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OUTKAST

Bandmitglieder:

  • Benjamin,Andre Lauren
    Gesang
  • *27.05.1974
  • Patton,Antwan
    Gesang
  • *01.02.1975

OUTKAST

Kein Machogehabe, lieber feiner Humor und stilistische Offenheit - auch so kann amerikanischer Ghetto-Rap daher kommen, nämlich in Gestalt von André 3000 und Big Boi als Hitduo OutKast.

Die aus dem Süden

Andre Benjamin und Antwan Patton sind neben den Fugees eine der erfolgreichsten HipHop-Gruppen aus Atlanta. Ihre Mischung aus G-Funk und Dirty South, kombiniert mit sozialkritischen Texten zur Lage der afroamerikanischen Bevölkerung macht sie seit Ende der Neunziger zu Superstars mit über 20 Millionen verkauften Alben.

Die Mär geht so: Dre, später André 3000, und Big Boi blättern durch das HipHop-Lexikon und finden sich zwischen "East Coast" und "West Coast" als die Außenseiter aus dem Süden, die "Outcasts" wieder. Kennen gelernt haben sie sich auf der High School und zusammen mit den Buddies "Goodie Mob" und "Organized Noize" nennen sich die Rapper die "Dungeon Family". Kaum haben sie 1992 die Schule hinter sich gebracht, winkt ihnen bereits der erste Plattenvertrag bei "LaFace Records". Da dürfen sie gleich einen Remix für TLC "Ain`t 2 Proud 2 Beg" fabrizieren, sind doch die Kumpels von "Organized Noize" mittlerweile deren Hitproduzenten. 1993 wird das Jahr des Durchbruchs: Die Single Player`s Ball schießt auf Platz 1 der Charts. Auch das 1994er-Album mit dem nicht ganz einfach auszusprechenden Titel Southernplayalisticadillacmuzik verschafft ihnen die Anerkennung der Rapper von der East Coast wie von der West Coast. Der Nachfolger ATLiens arbeitet sich auf Platz 2 der Hitparade. Ein Album später, bei Aquemini mit Gaststar George Clinton, aus den Sternzeichen der beiden zusammengesetzt, wird 1998 die Linie klar: OutKast umarmen offen Stile außerhalb des HipHop-Tellerrands und integrieren auch Elektronik und Trip Hop in ihre Stücke.

Ein Jahr später versucht ausgerechnet eine gewisse Rosa Parks die Band und das Label auf Schadensersatz zu verklagen: Die gleichnamige Hit-Single würde ihren Namen missbrauchen und enthielte obszöne Texte, so die Bürgerrechts-Pionierin. Ein Rechtsstreit, der sich bis in Jahr 2005 hinziehen sollte. Doch zunächst feiert das Duo einen immer größeren Erfolg mit jeder Platte. Sei es mit Stankonia im Jahr 2000 und dem ersten Nummer 1 Pop-Hit Ms. Jackson. Der verarbeitet allerdings das nicht immer fröhliche Privatleben von André 3000: Frau Jackson ist die Mutter von Soul-Sängerin Erykah Badu, deren Beziehung mit André in die Brüche gegangen war. Dafür bekommt er aber auch zwei Grammys und dreifaches Platin.

2003 beschreiten die beiden ungewöhnliche Wege: Ihr Doppelalbum Speakerboxxx/The Love Below besteht aus zwei Solo-CDs von André und Big Boi. Während sich Andrés "The Love Below" als Funk- und Popalbum an Größen wie Prince oder Frank Zappa orientiert, bleibt Big Bois "Speakerboxxx" dem HipHop erhalten. Die Doppel-CD wird der bislang größte Erfolg des Duos und verkauft sich ganze zehn Millionen Mal. Andrés Pop-Hit Hey Ya! schlägt international ein wie eine Granate, wird einer der ersten Nummer 1 beim Online-Musikshop iTunes von Apple und läuft als Video ununterbrochen auf allen großen Musikclip-Kanälen. Das liegt nicht zuletzt auch am Video, in dem André 3000 in Personalunion alle Bandmitglieder spielt - inspiriert von einem Auftritt der Beatles in der "The Ed Sullivan Show". Ebenso ergeht es The Way You Move als Single, so dass die Band die nächste, Roses, bis zum Sommer 2004 absichtlich zurückhält. Big Boi gründet inzwischen sein Label "Purple Ribbon Ent" und nimmt den weißen Rapper Bubba Sparxxx unter Vertrag.