OASIS
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Arthurs, Paul
Gitarre -
*23.06.1965
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Liam Gallagher
Gesang -
*21.09.1972
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Noel Gallagher
Gitarre
Komponist
Gesang -
*29.05.1967
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Tony McCarroll
Schlagzeug
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Paul McGuigan
Bass -
*09.05.1971
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Alan White
Schlagzeug -
*26.05.1972
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Gem Archer
Gitarre -
*07.12.1966
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Andy Bell
Bass -
*11.08.1970
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Zak Starkey
Schlagzeug -
*13.09.1965
OASIS
Eine Band, die Mitte der Neunziger in Großbritannien auf der Brit-Pop-Welle ganz oben schwimmt und neben ihre eingängigen Musik auch aufgrund von zahllosen Skandale in Erinnerung bleibt
Noel Gallagher, ein Despot mit Talent
Als Noel Gallagher 1991 in seine Heimatstadt Manchester zurückkehrt - zwei Jahre war er als Roadie der Inspiral Carpets unterwegs -, stößt er zur Band, die sein Bruder Liam während seiner Abwesenheit gegründet hatten. Die heißt damals noch Rain. Das spannungsreiche Verhältnis der Brüder, das später immer wieder im Oasis-Kontext Schlagzeilen machen wird, deutet sich bereits in diesem frühen Stadium an. Noel Gallagher konfrontiert den Gitarristen Paul "Bonehead" Arthurs, Schlagzeuger Tony McCarroll und Bassisten Paul "Guigs" Mc Guigan sofort damit, dass er künftig der Chef ist. Bruder Liam Gallagher darf zwar Frontmann bleiben, die Songs aber will Noel ganz alleine schreiben.
Die Band willigt in dieses undemokratische Bandmodell ein, benennt sich in Oasis um und beginnt mit Proben. Sie feilen an ihrem an so unterschiedliche Bands wie Beatles und Stone Roses erinnernden Stil. Ihre Songs klingen wie eine Zeitreise durch die britannische Musikgeschichte. Oasis bieten wenig wirklich Neues. Allerdings hat Songschreiber Noel ein Händchen für eingängige Melodien und pickt sich aus jeder rockmusikalischen Epoche ansprechende Elemente heraus. Diese Mischung macht die Band später zu den erfolgreichsten Protagonisten der Brit-Pop-Welle. Bald spielen Oasis in den Clubs ihrer Heimatstadt. Dank ihres dreisten Auftretens ergattern sie immer neue Auftrittsmöglichkeiten. Angeblich trampen sie einmal sogar nach Schottland und lungern dort so lange in einem Club herum, bis der Inhaber sie tatsächlich auf die Bühne lässt. Bei einem auf diese Weise zustande gekommenen Auftritt wird auch Alan McGee, Chef des Plattenlabels Creation, auf die Band aufmerksam und nimmt sie unter Vertrag ? ohne, dass OasisOasis je Demobänder verschickt haben.
Die Band startet durch
Schon die ersten Single-Veröffentlichungen der Band sind kleine Erfolge. Ein richtiger Hit gelingt Oasis im Sommer 1994 mit ihrer dritten Single Live Forever, die einen Monat vor ihrem Debüt-Album Definitely Maybe erscheint - ein guter Start für das Album. Dementsprechend erfolgreich wird es. Definitely Maybe ist das sich am schnellsten verkaufende Album der britischen Musikgeschichte und steigt in den Charts gleich ganz oben ein. Jede der Singleauskopplungen erweist sich als erfolgreicher als der Vorgänger.
Oasis inszenieren sich als Rabauken
Trotz dieses Erfolges kommt es innerhalb der Band, insbesondere zwischen dem Brüder-Paar Gallagher, zu großen Spannungen, die sogar dazu führen, dass Noel am Ende der ersten US-Tour einmal kurz bei Oasis aussteigt. Auch Interviews geben Noel und Liam nicht mehr gemeinsam, um öffentliche Streits zu vermeiden. Der Schlagzeuger McCarroll verlässt die Band, nachdem er von Liam verprügelt wird. Alan White ersetzt ihn. Auch nach außen erweisen Oasis sich als alles andere als harmoniebedürftig. Mit der ähnlich erfolgreichen Brit-Pop-Band Blur- in den Augen von Oasis sind das verwöhnte Bürgersöhnchen - inszenieren sie einen Kleinkrieg, auf den die britischen Medien begeistert anspringen. Oasis geben sich als proletarische Rüpel in der Tradition der Rolling Stones oder der Who.
Erfolge und Exzesse
Musikalisch legt die Band ebenfalls gleich nach. Bereits ein gutes Jahr nach dem erfolgreichen Debüt erscheint ein neues Album: (What's The Story) Morning Glory. Mit dem übertreffen Oasis den Erfolg der ersten Platte sogar. Der Nachfolger, der noch offensichtlichere Referenzen an die Beatles enthält, entwickelt sich zum zweiterfolgreichsten Album der britischen Musikgeschichte . Auch in den USA schafft die Band, nicht zuletzt dank der Hit-Single Wonderwall, endgültig den Durchbruch.
Trotz dieser phänomenalen Erfolge macht die Band eher durch Exzesse und Pöbeleien von sich reden als durch ihre Musik. Kurz nachdem Oasis im Sommer 1996 die zwei größten Openair-Konzerte in der Geschichte Großbritannien gespielt haben, brechen sie ihre US-Tour ab. Sie ziehen sich ins Studio zurück, um an ihrem dritten Album zu arbeiten. Auch wenn sie an Be Here Now (1997) länger als an den beiden Vorgängern arbeiten, kann das Album an die Erfolge der Band nicht ganz anschließen. Es verkauft sich zwar auch gut, aber eben nicht gut genug. Zudem wird bald von Kritik und Publikum runter gemacht. Aufgeblasen und überfrachtet ist das eher nach den Siebzigern als nach den Sechzigern klingende Album angeblich. Noel Gallagher erklärt den relativen Flop später mit angeblich enormen Mengen Kokain, die die Band während der Aufnahmen konsumiert hat. Im selben Jahr heiraten beide Brüder und ziehen sich erst einmal in ihr Privatleben zurück. 1998 erscheint The Masterplan, ein Album mit B-Seiten. Unter anderem findet sich darauf ein Live-Cover des Beatles-Songs I Am The Walrus . Die Resonanz auf dieses Album ist allerdings verhalten.
Ewige Streigkeiten und nachlassende Erfolge
Im folgenden Jahr findet die Band wieder zusammen, um an ihrem nächsten Album zu arbeiten, für das auch Liam erstmal einen Song - Little James - schreiben darf. Während der Aufnahmen verlässt Paul "Bonehead" Arthurs die Band, auch der Bassist McGuigan geht. Die Nachfolger Andy Bell und Gem Archer bezeichnet Noel Gallagher, recht abgebrüht, als Mietmusiker. Offensichtlich sind diese Mietmusiker professionell genug, die permanenten Dramen in der Band zu ertragen. Die Tour, die dem Album Standing On The Shoulder Of Giants (2000) folgt, ist wieder überschattet von Streitereien. Vom Album selbst scheinen die Fans auch nicht mehr so recht begeistert zu sein. Auf der Europa Tour bleibt Liam zuhause und lässt sich vertreten. Noel kündigt an, nur noch für Live-Auftritte auf den britischen Inseln zur Verfügung zu stehen.
Im selben Jahr werden die Gallagher-Brüder von ihren Ehefrauen verlassen und legen erstmal eine Studio-Pause ein. Um die bröckelnde Fangemeinde nicht so lange warten zu lassen, erscheint im Herbst 2000 das erste Live-Album der Band mit dem großspurigen Titel: Familiar to Millions. Trotzdem berappelt sich die Band wieder. Für das nächste Album steuert Liam Gallagher wieder Songmaterial bei, sogar die so geschimpften Mietmusiker dürfen sich als Songwriter betätigen. Heathen Chemistry kommt im Juli 2002 in die Läden und kann nicht an frühere Erfolge anknüpfen - obwohl das durch Größenwahn und zuviel Alkohol und Drogen bedingte Formtief der Band einigermaßen überwunden scheint. Wenigstens klingen Oasis wieder ein bisschen mehr wie die Beatles.
Auch sonst scheint die Band in alter Form zu sein: Bei einer Prügelei in München büßt Liam Gallagher seine Schneidezähne ein, die Tour wird abgebrochen. Ingesamt bleibt es in den nächsten Jahren aber vergleichsweise ruhig um Oasis. Die Zeit der großen Erfolge scheint vorbei. Im Mai 2005 erscheint ohne besonderes Medienecho ihr bis dato letztes, das siebte Album: Don't Believe The Truth. Während der Aufnahmen verlässt Alan White die Band und wird - zunächst befristet bis Februar 2006 - von Ringo Starrs Sohn Zak Starkey ersetzt. Der Vertrag zwischen Oasis und ihrer Plattenfirma läuft im Sommer 2005 aus. Bleibt abzuwarten, wie es weiter geht!




