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Nelson,Willie

Geburtstag:

30.04.1933
Geburtsort:

Fort Worth,TX,USA
Instrument:

Gesang
Gitarre
Bass

Nelson,Willie

Aufgewachsen bei seinen Großeltern in Texas, erlernt Willie Nelson sehr früh, mit sechs Jahren, das Gitarrespielen. Vier Jahre später absolviert er erste öffentliche Auftritte. Er ist ein ausgesprochenes Jungtalent. Bis zu seinem Durchbruch allerdings werden noch viele Jahre vergehen.

Ein zäher Anfang

1950 wird der 1933 im kleinen texanischen Ort Abbott geborene Nelson zur US-Airforce eingezogen, jedoch eines Rückenleidens wegen vorzeitig entlassen. Nachdem er eine Cherokee-Indianerin geheiratet hat und zwei Kinder das Licht der Welt erblickt haben, zieht es die Familie nach Fort Worth: Nelson arbeitet dort eine zeitlang als Diskjockey. Seine erste Single No Place For Me (1956) nimmt er im Alleingang in Kanada auf. Derweil scheitert seine Ehe. Nelson macht sich allein auf nach Nashville, die Metropole des Country. Dort arbeitet er u. a. als Bassist in der Band des Country-Musikers Ray Price, schreibt regelmäßig eigene Songs, von denen er auch einige verkauft. Als die berühmte Sängerin Patsy Cline 1961 Nelsons Song Crazy aufnimmt, kann er eigentlich sicher sein, dass er auf dem besten Weg zum Erfolg ist.

Doch der große Erfolg lässt weiter auf sich warten. Einige seiner Songs schaffen es in die Top 10 des Country, doch stehen Nelsons Jahre seit 1965 unter keinem guten Stern: Für seine Plattenfirma RCA schreibt er allenfalls mäßig erfolgreiche Alben und Songs. Zudem ist er nicht einverstanden mit der Devise der Firma, seine Songs dem kommerziellen Nashville-Sound anzupassen, egal was er selbst davon hält. Doch Vertrag ist Vertrag. Ein Unglück schließlich führt ihn 1970 zurück nach Texas: Nelsons Haus in Nashville brennt ab. Er zieht nach Austin, unterschreibt bei Atlantic Records, nimmt in den nächsten Jahren zwei Alben auf: Shotgun Willie (1973) und Phases And Stages (1974). Seinen Durchbruch hat er allerdings erst nach einem weiteren Wechsel zu Columbia mit dem Album Red Headed Stranger aus dem Jahr 1975. Die Single Blue Eyes Crying stürmt die Hitparade: Platz 1.

Anti-Nashville

Natürlich bekommt RCA mit, wie erfolgreich Nelson gerade ist. Die Firma bedient sich ihres Nelson-Archivfundus? und bringt das Album Wanted! The Outlaws auf den Markt. Ausgerechnet diese Platte verkauft sich als erstes Country-Album der Musikgeschichte über eine Millionen Male. Nelson ist damit der Superstar einer Szene von so genannten musikalischen Outlaws. Anders gesagt: Diesen Musikern ist der glatt gebügelte Nashville-Song zuwider, sie mögen es gerne etwas ruppiger, rauer, direkter. Nelsons eigene Songs geben ausgezeichnete Beispiele für den Sound der Nashville-Outlaws ab: Sie verwehren sich der Eingängigkeit, sind ausgesprochen spartanisch instrumentiert. Sie wirken, wenn man so will, wie ein schnörkelloser Blick zurück zu den Wurzeln des Genres. Nelsons nicht wirklich schöne, sehr nasale Stimme passt ganz hervorragend dazu.

Nelson, der sich in den 80ern auch in der Filmschauspielerei versucht, sollte eigentlich keine Probleme mit Geld haben, sondern darin schwimmen. In Wirklichkeit hat er Steuerschulden in Millionenhöhe. Erst 1993 kann er sie restlos tilgen. Im selben Jahr bekommt er einen Platz in der Country Music Hall of Fame. 2002 schließlich erscheint das Album The Great Divide, eine Kooperation mit jüngeren Künstlern wie Sheryl Crow und Kid Rock.