Start | Muse | Biografie & Steckbrief

Muse

Genre:

Grunge
Bandmitglieder:

  • Bellamy,Matthew James
    Gesang
    Gitarre
    Klavier
  • *09.06.1978
  • Dominic Howard
    Schlagzeug
  • Christopher Wolstenholme
    Bass

Muse

Die englische Band Muse und ihre drei Mitglieder gehören zu einer, wenn schon nicht aussterbenden, dann wenigstens doch stark gefährdeten Musiker-Spezies. Jene Musiker nämlich, die ihre Arbeit im Sinne eines Kunsthandwerkes begreifen, welches erlernt und auch ständig weiterentwickelt werden muss, um irgendwann später einmal als beherrschbar zu gelten. Dieser Arbeitsethos, heutzutage am ehesten innerhalb der Jazz-Szene verhaftet, ist zumindest in den Weiten des Pop & Rock-Mainstream-Business ganz anderen Werten gewichen. Für Muse aber gilt: Kunst kommt von Können, sonst hieße es Wunst.

Angefangen hatte alles im englischen Teignmouth. Die späteren Bandmitglieder begegneten sich erstmals als bubigesichtige Teenager-Anfänger, die schon damals nur eines im Sinn hatten: "Bloß weg von hier." Nachdem sich Matthew Bellamy und Dominic Howard als die einzigen Übriggebliebenen einer Band wieder fanden, die schon unter den unterschiedlichsten Namen ohne Erfolg geblieben war, stellten sie als dritten Mann im Bunde, den Bassisten Chris Wolstenholme, ein. Das Trio Infernale machte sich daran, von Teignmouth aus, die Welt zumindest musikalisch aus den Angeln zu heben. Um das Jahr 1996 herum schimpften sich die drei, die ihre großen Vorbilder in Nirvana und Radiohead glaubten erkennen zu können, Rocket Baby Dolls und nahmen erstmalig erfolgreich an einem Band-Wettbewerb teil.

In der Folge suchten sich die drei einen weitaus griffigeren Namen und spielten sich langsam aber sicher in den verschiedensten Läden Englands einen Wolf. Während einer dieser vielen Gigs trafen sie dabei auf den Studio- und Label-Eigner Dennis Smith. Angetan von einer Band, die tatsächlich wusste, wie sie mit ihren Instrumenten umzugehen hatte, entstanden schon bald die ersten Aufnahmen. Ein erster Durchbruch gelang Smith und der Band schließlich mit der EP Muscle Museum. Trotz des doch beachtlichen Erfolges fand sich in ihrer Heimat keine Plattenfirma, die der Band vertragstechnisch eine Chance gegeben hätte. Am Ende unterschrieb man bei Madonnas Maverick. Dann dauerte es zwar noch ein wenig, aber 1999 schließlich erschien das Debut-Album der Band Showbiz. Zwar hielt sich der Verkaufserfolg in Grenzen; profilierungstechnisch punkten konnte die Band vor allem mit ihren sagenumwobenen Live-Auftritten vor Publikumsmagneten wie den Red Hot Chili Peppers oder auch den Foo Fighters.

Nur zwei Jahre später entstand ihr zweites Werk Origin Of Symmetry, welches schließlich auch ihren internationalen Durchbruch markieren sollte. Und das trotz diverser Streitigkeiten mit ihrer amerikanischen Plattenfirma, an deren Ende Muse nicht nur ohne Maverick, sondern damit auch ohne einen funktionierenden amerikanischen Vertrieb dastand. Der nicht abnehmende Verkaufserfolg ihrer zweiten Scheibe auf dem Rest der Welt allerdings führte Muse konzerte-technisch in alle Herren Länder. Davon zeugt dann auch das 2002 erschienene Live-Album Hullabaloo. Diesem folgte keine 12 Monate später ein weiteres Studio-Album der englischen Ausnahme-Rocker. Den meisten Kritikern und Fans gilt Absolution als die bisher gelungenste Studio-Anstrengung des Trios. Immerhin wird es für dieses Werk mit diversen MTV- und Britpop-Awards bedacht. Einmal mehr folgten Welt-Tourneen, Festival- Odyseen und andere prestige-trächtige Auftritte - z.B. beim Live 8-Spektakel. Und dann ging es für die Band ersteinmal in die wohlverdiente Sommerpause - dass auch diese aber nicht vor guten Ideen schützt, merkte die Band spätestens im Herbst 2005. Nicht nur hatte man sich um Live-DVDs der vergangenen Tour zu kümmern - die ersten Aufnahmen zum neuen Album fanden in Frankreich, Amerika und ihrer Heimat statt. Black Holes And Revelations erschien schließlich im Frühjahr 2006. Angeführt von der eher untypischen Single Supermassive Black Hole wird sich dieses Werk der drei noch als Meilenstein erweisen müssen.

Im September 2009 erscheint The Resistance, das inzwischen fünfte Studioalbum von Muse. Das Goldstück kann nicht nur in Deutschland den ersten Platz in den Longplaycharts für sich vereinnahmen. Nicht dass die Band es nötig hätte, aber einer der Gründe für diesen einschlagenden Erfolg - drei Jahre nach der letzten Albumveröffentlichung - wird sicherlich auch das Zitieren der Briten auf den Soundtracks der Twilight-Saga sein. Ist ja auch nicht verwerflich - die geheimnisvolle und düstere Aura des Film-Epos korrespondiert wunderbar mit der mysthischen Einfärbung der Musik von Muse. Über Nachfolge-Veröffentlichungen darf jetzt wieder spekuliert werden. So wie es den Anschein hat, lassen sich Bellamy und Co noch immer küssen - ist doch klar, von wem...