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Minogue,Kylie

Geburtstag:

28.05.1968
Geburtsort:

Melbourne, Australien
Instrument:

Gesang
Vorbilder:

Madonna
Abba

Minogue,Kylie

Eine ungewöhnliche Karriere hat Kylie Minogue durchlaufen: vom Schauspiel- Sternchen zur Pop-Ikone.

Die Teenie-Schauspielerin landet einen Hit

Die Sanges-Karriere der Kylie Minogue, die zumindest in Europa und Australien in einer Liga mit Stars wie Madonna oder Robbie Williams spielt - in den USA ist ihr trotz einiger Hits bisher nicht der richtige Durchbruch gelungen - ist als zufälliges Nebenprodukt entstanden. Die aus Melbourne stammende Australierin wird bereits als 11-jährige vom Fernsehen entdeckt und spielt in mehreren Serien mit. Als Teenager landet Kylie bei der an fünf Tagen der Woche ausgestrahlten Soap "Neighbours" und wird zur nationalen Berühmtheit. So kommt es zu dem Auftritt Minogues bei einer Charity-Veranstaltung, wo sie den Song The Loco-Motion von Little Eva covert. Die Aufnahme landet bei einer lokalen Plattenfirma, die das darin steckende Vermarktungspotential erkennt - und mit dieser Einschätzung Recht behält. Im Sommer 1987 steht The Loco-Motion in den Charts ganz weit oben. In Australien wird der Hit sogar der erfolgreichste Song des Jahrzehnts.

In der Hit-Maschine

Durch Kontakte, die die australische Plattenfirma zur Londoner Hit-Fabrik Stock Aitken und Waterman - unter anderem produzieren die zu der Zeit Samantha Fox, Rick Astley und Bananarama - hat, kommt Kylie nach London. Dass sie zu diesem Zeitpunkt nicht besonders weit oben auf der Prioritätenliste der Hit-Fabrikanten steht, zeigt sich daran, dass die ihr Date mit Minogue bei deren Ankunft schon vergessen haben und ihr aus Verlegenheit schnell einen Song auf den Leib schreiben: I Should Be So Lucky. Trotzdem wird dieser Song ein Hit, sowohl in Großbritannien wie auch in Australien schafft es I Should Be So Lucky auf den ersten Platz der Charts. Bald verlässt Kylie Minogue "Neighbours", um sich ganz und gar auf ihre Popkarriere zu konzentrieren - mit Erfolg. In den nächsten Jahren hat sie einen Hit nach dem anderen.

Kylies Wunsch nach künstlerischer Kontrolle

Wie bei den Hit-Fabrikanten, die Minogue unter Vertrag genommen haben, üblich, kontrollieren Stock Aitken und Waterman nicht nur den musikalischen Output ihrer Stars, sondern auch deren Image. Erste Schritte hin zu einer größeren künstlerischen Autonomie und zu einem eigenen Image - weniger Mädchen-von-nebenan, mehr Sex - unternimmt Minogue 1990, als sie ihre Hintermänner ihr Video zu der Single Better the Devil You Know erst sehen lässt, als es schon fertig ist. Auf ihrem nächsten Album Let's Go To It (1991) schreibt Minogue erstmals eigene Texte. Die Sängerin hat mit ihrer Image-Korrektur zunächst Erfolg. Sie verlässt Stock Aitken und Waterman und kommt beim Londoner Dance-Label Deconstruction unter, wo sie neben der Hit Single Confide In Me (1994) zwei Alben veröffentlicht: Kylie Minogue (1994) und Impossible Princess (1997). Letzteres Album, das in Europa in letzter Minute wegen Princess Dianas Unfalltod wie schon das Vorgänger-Album kurzfristig dem Titel "Kylie Minogue" veröffentlicht wird, ist allerdings nur mäßig erfolgreich - wohl weil Minogue aufgrund ihrer Suche nach einer neuen künstlerischen Identität musikalisch eine gewisse Orientierungslosigkeit vermittelt. Trotz der mangelnden Erfolgs ihrer Eigen-Kompositionen etabliert sich Minogue zu dieser Zeit als erfolgreiche Live-Performerin - vor allem im der schwulen Szene wird sie in den folgenden Jahren zur Stil-Ikone.

Die Nähe zum Underground

Kylie Minogues Beziehung zu Michael Hutchence, dem Sänger der Rockgruppe INXS, regt ihre musikalische Experimentierfreude weiter an. Bald nimmt sie ein Duett mit der Underground-Ikone Nick Cave für dessen Album Murder Ballads (1995) auf: Where the Wild Roses Grow . Im dazugehörigen Video gibt sie die - fast nackte - Wasserleiche. Diese Zusammenarbeit stellt einen weiteren Wendepunkt in ihrer Karriere dar. Plötzlich wird Minogue von neuen Publikumsschichten wahr- und ernstgenommen. Trotz dieses von der Öffentlichkeit positiv aufgenommenen neuen Images verläuft ihre Karriere in diesen Jahren nicht nach Wunsch. Von ihrer Plattenfirma wird sie wegen der relativen Erfolglosigkeit des letzten Albums fallen gelassen. In dieser Zeit macht Kylie Minogue vor allem als Unterwäschen-Modell für H&M Schlagzeilen.

Ein Comeback nach bewährter Formel

Für das Comeback-Album Light Years (2000) nimmt sie wieder die Hilfe professioneller Hit-Produzenten - die ihrerseits Stars wie Robbie Williams, George Michael oder Madonna zu Hits verholfen haben - in Anspruch und knüpft an das Disco-Pop-Prinzessinnen-Image der frühen Jahre an. Mit Erfolg. Zudem wird sie dieser Tage von einem deutlichen breiteren Publikum geschätzt. Kylie Minogue ist zu einer der Camp-Ästhetik verpflichteten Künstlerin geworden, die im Mainstream Erfolg hat - neben Madonna ist sie in Großbritannien die erfolgreichste Sängerin in der Geschichte der Charts. Das nächste Album Fever festigt diesen Ruf.

Ungewisse Zukunft

Mit dem nächsten Album Body Language (2003) kann Minogue allerdings nicht an diese Erfolge anknüpfen - wohl nicht zuletzt, weil sie mal wieder eine Image-Korrektur in Richtung ernsthafter Künstlerin versucht und auf dem Weg auch ihr Sex-Image loswerden möchte. Ein Jahr später erscheint ihr zweites Greatest-Hits Album Ultimate Kylie, das mit I Believe In You und Giving You Up auch zwei neue Songs enthält. Vor allem das mit anderen Disco-Helden der Zeit, den Scissor Sisters, aufgenommene I Believe In You entwickelt sich zum Hit.

Im Frühjahr 2005 tritt Minogue eine Welttournee an, die sie jedoch kurz darauf überraschend abbrechen muss, weil bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wird. Sie unterzieht sich einer Operation und einer Chemotherapie. Die Behandlung ist erfolgreich - bereits im Laufe des Jahres 2006 geht die Sängerin wieder auf Tour. In den nächsten Jahren folgen zwei Studioalben, zunächst X und 2010 Aphrodite, das in Deutschland Platz 3 der Albumcharts erreicht.