Michael,George
Komponist
Michael,George
Er zählt zu den Superstars der Achtziger und muss sich lange von seinem properen Image des strahlenden Jungen aus der Boygroup abgrenzen: George Michael kann auch nach dem Ende von Wham! eine respektable Solokarriere vorweisen.
Der Queerdenker
George Michael nimmt kein Blatt vor den Mund: Mehrmals fällt er über die Jahre durch provokante Videoclips aus dem Raster der üblichen Superstars und ziert sich auch nicht, in der Phase des drohenden Irak-Kriegs eindeutig Stellung gegen jede Intervention zu beziehen.
Doch zunächst in den Achtzigern ist seine erste Boygroup Wham! die föhngewellte Blaupause für alle späteren gecasteten Bands. Georgios Kyriacos Panayiotou wird als Sohn einer griechischen Restaurantfamilie am 25. Juni 1963 im britischen North London geboren. Mit seinem Jugendfreund Andrew Ridgeley spielt er zunächst Anfang der Achtziger in einer Schüler-Ska-Band. 1982 wird das Boygroup-Duo Wham! aus der Taufe gehoben. Mit diversen Alben werden sie zu internationalen Teenie-Stars, bis heute sind ihre Schmusehits wie Last Christmas oder der knallige Wake Me up Before You Go-Go unvergessliche Beweise für den Pop der Achtziger. Nach einem Streit mit der Plattenfirma wechseln sie, aber ohne die Rechte zu ihren alten Songs mitnehmen zu dürfen. Nach drei höchst erfolgreichen Alben löst sich die Band auf und George Michael feilt an seiner eigenen Karriere.
Seit 1987 kann er auch als Solokünstler überzeugen: I knew you were waiting (for me) ist sein Aufsehen erregendes Duett mit Soulstar Franklin,Aretha, die bis dahin nie mit einem weißen Künstler gesungen hatte. Das anschließende Album Faith bietet einige Mega-Hits (I want your sex Part 2, Faith, Kissing A Fool) und verkauft sich allein in den USA zehn Millionen mal. Allein schon die Single I want your sex Part 2 kann mit provokantem Video auffallen. Der Nachfolger Listen Without Prejudice Vol. bleibt dagegen hinter den Erwartungen zurück. Dafür läßt er im originellen Video für sein Remake von Freedom 90 einfach Supermodels wie Naomi Campbell und Cindy Crawford den Gesangspart übernehmen.
In den Neunzigern machen ihm auch noch die Nachgeborenen die Position als Sunnyboy streitig: Gecastete Boy Groups wie Take That treten in seine Fußstapfen und Rabauke Robbie Williams eifert ihm offensichtlich nach. Gleichzeitig liefert sich George wie andere prominente Popgrößen vor ihm einen verbitterten Kampf mit seinem Plattenlabel. Nach ermüdendem Rechtsstreit mit Sony Music wechselt er zu Dreamworks. Mit den restlichen Mitgliedern von Queen und Sängerin Lisa Stansfield nimmt er später eine Platte zugunsten der AIDS-Hilfe auf.
Dann, 1996, versucht er sich mit Older wieder in das Gedächtnis seiner Fans zu singen ? mit mäßigem Erfolg. Schlagzeilen macht er dann doch, aber mit anderem Auftreten: Zwei Jahre später wird er in einer öffentlichen Toilette in Beverly Hills wegen ?unzüchtigem Gebahren? festgenommen. Er habe es provoziert, wird er hinterher erklären. Im TV-Sender CNN outet er sich öffentlich als Homosexueller und beendet damit die Unschuldsära des properen Boygroup-Jungen. Seine Erlebnisse mit der Polizei verarbeitet er prompt mit britischem Humor in der Hitsingle Outside, und bringt ihm auch noch eine Klage der amerikanischen Ordnungshüter ein. Auch seine nächsten Videoclips beziehen deutlich Stellung: Freeek! fällt durch seine Freizügigkeit auf, Shoot The Dog kritisiert die britische Politik von Premier Tony Blair vor Ausbruch des Irak-Kriegs: In der Animation wird Blar als Schoßhund von US-Präsident George W. Bush verunglimpft. Nach dem weiteren Album Patience sattelt George Michael um: Fortan will er seine Stücke nur mehr ausschließlich im Internet veröffentlichen.




