Metallica
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Ulrich,Lars
Schlagzeug -
*23.12.1963
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Trujillo,Robert
Bass
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Hammett,Kirk
Gitarre -
*18.11.1962
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Burton,Cliff
Bass -
*10.02.1962
+26.09.1986
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Hetfield,James
Gesang
Gitarre -
*03.08.1963
Metallica
Gegründet als Thrash-Metalband, prägen Metallica den Heavy Metal der Achtziger. Niemand außer ihnen gelingt darüber hinaus der erfolgreiche Imagewechsel hin zum Alternative Rock Mitte der Neunziger ? mit über 100 Millionen an verkauften Alben weltweit.
Zusammengeraufte Metalbarden
Zwei gleich gesinnte Musiker, der Schlagzeuger und ehemalige Tennis-Nachwuchsprofi Lars Ulrich und der Sänger und später auch Rhythmusgitarrist James Hetfield finden sich über 1980 eine Zeitungsannonce. Doch erst ein Jahr später gründen sie offiziell in Los Angeles die Band: Metallica. Der Name ist das Resultat einer Titelfindung für ein neues Metal-Magazin, das ein Freund von Ulrich entweder "Metal Militia" oder "Metallica" nennen will.
Nach einem Demoband ist das Trio vollständig: Bassist Ron McGovney wird in die Gruppe aufgenommen. Es folgen weitere Auftritte in L.A., später in San Francisco. Dort wird auch später die Konzert-Kassette ?Metal Up Your Ass? aufgenommen. Als Vorband spielt keine andere als Exodus mit Kirk Hammett an der Gitarre - kurz darauf komplettiert auch er die aufstrebende Metalgruppe. Nach mehreren weiteren Besetzungswechseln verstärkt Ende 1982 endlich Cliff Burton als Bassist offiziell die Truppe. Für ihn ziehen die restlichen Jungs nach San Francisco. Burton stirbt vier Jahre später bei einem tragischen Autounfall mit dem Tourbus der Band in Schweden. Als neuer Bassist versucht Jason Newsted, seine Lücke zu füllen.
Metallica definieren von Anfang der Achtziger den Thrash- und Speedmetal neu. Fabei gelingt es der Band nach außen immer wieder, ein authentisches Bild von sich zu präsentieren - im Gegensatz zu vielen überkandidelten Heavy-Metalmähnen, den Überbleibseln des Glam Rock. Natürlich zählen hier Lautstärke und Geschwindigkeit, doch sie vermögen es, durch die speziellen Techniken jedes Bandmitglieds dem Genre eine neue Dimension zu verschaffen. Seien es die Gitarre von Kirk Hammett, die so oft kopiert werden wird, oder die originellen Bassläufe von Cliff Burton, ebenso wie das donnernde Schlagzeug von Lars Ulrich und der düstere Gesang von James Hetfield. Ihre frühen Alben sind bis heute epochal und bleiben unerreicht: Kill 'Em All (1983), das weit reichende Debüt für die Heavy-Metalgemeinde, der Höhepunkt Master Of Puppets von 1986 und zwei Jahre später And Justice For All. Für die eindringliche Single One zum Album sind Metallica zum ersten Mal überhaupt in einem Musikvideo zu sehen. Für den Clip kaufen sie die Rechte am Anti-Kriegsfilm "Johnny Got His Gun" von 1971 und verwenden daraus Szenen über einen Soldaten, der im ersten Weltrkieg durch eine Granate Arme und Beine verloren hat und bewegungslos an ein Krankenbett gefesselt ist. Ohne überhaupt im Radio gespielt zu werden, stürmt dieses Album 1988 die amerikanischen Top 10.
In den Neunzigern bringen sie dann endgültig den Heavy Metal in den Mainstream und werden von Fans beider Richtungen gleichermaßen geschätzt - das war bislang keiner Gruppe jemals gelungen. Zunächst mit dem millionenfach verkauften Album Metallica, auch bezeichnet als "The Black Album" mit dem bis heute unerreichten Hit Nothing Else Matters. Der Durchbruch beim Crossover gelingt ihnen schließlich 1996 mit einem cleveren Imagewandel: Für die Platte Load geben sie sich im neuen Gewand, erscheinen mit kurz geschnittenen Haaren und im Anzug und lassen sich von Starfotograf und Videoclip-Regisseur Anton Corbijn kunstvoll in Szene setzen. Auch wenn ihm das vereinzelt die alten Verehrer übel nehmen, gewöhnen sie sich doch daran. Selbst ein Auftritt mit dem San Francisco Symphony Orchestra 1999 kann den harten Metalmännern nicht am Image kratzen. Vielmehr sind sie wiederum die ersten, die den Spagat zwischen Hardrock und Klassik meistern. Die Neunziger verschaffen Metallica sieben Grammys, sie zählen bis heute zu einer der erfolgreichsten amerikanischen Bands und sind mit über 1 500 Konzerten zu einer der beliebtesten Metalcombos auf der Bühne.
Im Jahr 2000 machen sie sich nicht bei allen Fans beliebt: Als eine der ersten Bands starten sie einen groß angelegten Feldzug gegen das unerlaubte Tauschen von geschützten Musikdateien im Netz und attackieren das p2p-Programm Napster, weil darüber ihre Alben getauscht werden. Sie verklagen auch drei große amerikanische Universitäten.
Intern bauen sich aber noch ganz andere Probleme auf: Bassist Jason Newsted verlässt die Band, ausgelaugt und frustriert darüber, dass er in seiner gesamtem Zeit mit der Band seit 1986 kaum Mitspracherecht bei den Liedern hatte. Die nächste Platte soll St. Anger heißen, doch mehr ist zunächst nicht klar. Innerlich durch Streits zerrüttet und durch die Drogenexzesse von Frontmann James Hetfield am Rand des Auseinanderbrechens, kann Metallica kein neues Material aufnehmen.
Die Plattenfirma engagiert kurzerhand einen Coach, der, mittlerweile im Popgeschäft nicht unüblich, die Bandmitglieder wieder an einen Tisch beziehungsweise in ein Studio zusammen bringen soll - für 40 000 Dollar pro Monat. Nach einem längeren Aufenthalt Hetfields in einer geschlossenen Entzugsklinik geht es endlich mit den Aufnahmen voran. Zwischen 2001 und 2003 begleitet ein Filmteam des Musiksenders VH-1 die "Gruppentherapie". Die Band ist von den gefilmten, tiefen Einblicken in ihr Privatleben wenig erfreut, kauft die Rechte und lässt eine eigene, nicht weniger intensive Version als Dokumentarfilm "Some Kind Of Monster" veröffentlichen. Nichtsdestotrotz wird das Album endlich vollendet und schießt in nicht weniger als 30 Ländern bei Veröffentlichung sofort auf Platz 1 der Charts. Dies ist das erste Album, bei dem fast alle Mitglieder aktiv auf die Songs Einfluss nehmen. Ausnahme ist der neue Bassist Robert Trujillo, ehemals bei Ozzy Osbourne und Suicidal Tendencies. Bislang hatte Hetfield stets das meiste vorgegeben und Schlagzeuger Ulrich Anregungen geliefert. Im Jahr 2005 rauften sich die Musiker von Metallica wieder zusammen und erneut ins Studio begeben - eine neue und die insgesamt neunte CD war ursprünglich bereits für 2006 in Aussicht gestellt.
Zwar erschien Death Magnetic letztendlich erst im Jahr 2008. Fans wie Medien jedoch reagierten überschwänglich auf die Qualität der neuen Songs.




