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McKennitt,Loreena

Geburtstag:

17.02.1957
Geburtsort:

Morden, Manitoba, Kanada
Instrument:

Gesang
Ähnliche Künstler:

Secret Garden
Autour De Lucie
Anam

Vorbilder:

Enya
Dead Can Dance

McKennitt,Loreena

Aus einem Füllhorn an Mythen bedient sich Loreena McKennit mit ihrer altertümlichen, esoterischen Musik. Und befriedigt damit die Sehnsüchte eines sich immerzu technisierenden Zeitalters.

Die eklektische Keltin

Zum Beispiel An Ancient Muse: Das sechzehnte Album der Kanadierin zeigt schon in den Songtiteln, was es bedeutet, alle Mythen, Sagen und Legenden der Welt per Internet verfügbar zu haben. In ihren Liedern erzählt Loreena McKennit von den „Toren Istanbuls“, von der englischen „Lady“ und ihrem „Ritter“ und dem vorchristlichen Reich der Phryger. Dieser Mischmasch aller Weltzeiten- und Regionen schlägt denn auch deutlich durch in der Musik: Kontrabässe werden von Lauten durchkreuzt, Harfen spiegeln sich im Glanz von Synthesizer-Seeen. Sicher, schon eine wie Enya hat gezeigt, dass archaische Weisen und digitale Produktionstechnik zu Hits führen können. Dazu gehört aber immer auch das Wissen, wie man Musik unter die Leute bringt.

McKennit beweist im Laufe ihrer seit Beginn der 80er Jahre andauernden Laufbahn nicht nur ein Näschen für ihr Publikum, sondern sie hat Kraft. Geboren 1957 in Kanadas ländlicher Provinz Manitoba, lässt sie sich im Studium sowohl klassisch, als auch folkloristisch ausbilden. Ihre Fächer sind Klavier, Gesang und Highland-Tanzen (Tap Dancing). In Winnipeg, Hauptstadt Manitobas, beginnt sie durch die Folk-Clubs zu tingeln.

Wasser auf die Mühlen des Erfolgs

Einen wichtigen Schritt unternimmt sie 1981 mit ihrem Umzug nach Stratford in der Provinz Ontario: Zwar zählt das Städtchen bloß 30 000 Einwohner. Doch wegen des Stratford Festival-Theaters fallen Touristen aus ganz Nordamerika dort ein. Anfangs scheitern ihre Bemühungen, dort als Schauspielerin angenommen zu werden. Dafür aber fühlt sie sich belebt durch das rege Kulturleben der Stadt; nach einer Buchlektüre beschließt sie, ihre Songs selbst zu vermarkten. Quinlan Road beginnt als Kassettenlabel, das vom Küchentisch aus geführt wird. Acht Jahre nach Gründung ihrer Firma kommt der Durchbruch in Gestalt von Parallel Dreams. Über mehrere Monate hinweg verkauft sich das Album 1989 schließlich über 40 000 mal. Durch den Erfolg ermutigt, schließt McKennit einen Vertrag mit einer großen Plattenfirma und: wird 1991 nicht nur dadurch belohnt, dass The Visit über eine halbe Million Platten verkauft. Sie erhält – nicht zum letzten Mal – den JUNO-Preis, also den kanadischen Grammy.

Mit Fug und Recht lässt sich behaupten, dass sie von da an eine gemachte Frau ist. Doch sie macht aus was draus: Schreibt Musiken für ihr geliebtes Theater und auch für Filme, und engagiert sich für die Wasser-Reinheit und auch die Bildung in ihrem Land. Ende der 90er Jahre bricht sie auch in den USA durch, und in Europa schleicht sie sich im Laufe der Nuller Jahre vom Star der Ethno-Szene ganz unauffällig in den Mainstream. Sodass sie sich im Herbst 2010 ein sehr privates Album gönnen kann: The Wind That Shakes The Barley versammelt Interpretationen irischer und schottischer Traditionals. Die Vorfahren McKennits waren einst von den Britischen Inseln nach Kanada ausgewandert. Die Singer/Songwriterin zaubert aus den alten Noten eine vom Lebenshauch erweckte Folge von Noten und Buchstaben.