Start | Mayfield,Curtis | Biografie & Steckbrief

Mayfield,Curtis

Geburtstag:

03.06.1942
Geburtsort:

Chicago,Illinois,USA
Todestag:

26.12.1999
Todesort:

Roswell,Georgia,USA
Genre:

PhillySound
Instrument:

Gesang
Komponist
Textdichter

Mayfield,Curtis

Als Komponist und Sänger einiger der besonders beeindruckenden Soul-Songs nimmt Curtis Mayfield seinen Platz in der Musikgeschichte ein. Auch nach seinem Tod im Jahr 1999.

Gospel ohne Gott - Soul

Sie nennen sie Windy City, Chicago. Es ist die Stadt, in der für Curtis Mayfield alles beginnt. Dort wird er 1942 geboren, und dort nimmt er Ende der 50er Jahre auch seinen Job als Songschreiber der Impressions auf. Aus seiner Feder fließen Gospel-nahe R?n?B-Songs. Mit seiner Aussage, die Musik der Impressions sei wie Gospel, in dem Gott nicht vorkommt, trägt wohl auch seinen Beitrag zum späteren Genre-Begriff ?Soul? bei. Auch nach seinem Umzug nach New York komponiert er für die Chicagoer Vocal Soul-Gruppe weiter und schreibt Mitte der 60er Jahre ihre bekanntesten Lieder: Finally Got Myself Together, Keep On Pushin' oder auch Something's Mighty Mighty Wrong.

Er singt diese Lieder selbst, seit Mayfield nach einem Gruppen-internen Streit zu Beginn des Jahrzehnts die Lead-Stimme der Impressions ist. Curtis Mayfield-Songs transportieren zum einen eine enorme, lebensbejahende Energie; dazu aber gehört er zur Vorhut der afro-amerikanischen Musiker, die in ihren Liedtexten die Anliegen der Bürgerrechtsbewegung aufgreifen. Dem institutionalisierten Rassismus der USA jener Zeit begegnet er mit einem unaufhörlichen Appell an die Schwarzen, endlich ein Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.

Höhepunkt und langes Nachspiel

Die Impressions verlässt er 1970, um sich von nun an um sein Label Curtom Records, die Produktion von Gruppen wie den Staple Singers und eine Solo-Karriere zu kümmern. Die erreicht schon bald ihren Höhepunkt. Denn auf dem Soundtrack zum Blapxloitation-Film Superfly lässt Mayfield seine Musikalität, sein Gespür für die Entwicklungen der Zeit und sein politisches Engagement in einem Meisterstück der Popgeschichte münden. Anders als der Film selbst ist der Soundtrack voller Zwischentöne, wodurch es ihm gelingt, die szenische Glorifizierung des Zuhälter-Lebensstils mit einer Anti-Drogen-Message zu konterkarieren.

Die Begeisterung ist groß, zumal Mayfield auch mit neuen Tönen wie zum Beispiel schroff-psychedelischen Gitarren-Licks zeigt, wie musikalische Entwicklungen, zum Beispiel der Psychedelic Rock, in eine kompositorische Handschrift integriert werden können. Bis heute zählt er wegen seiner Message Music zur Trias des Autoren-Soul, die von Marvin Gaye und IStevie Wonder komplettiert wird. Später zeigt es sich, dass Superfly auch für einen wie ihn kaum zu übertreffen ist, und so wird es nach und nach ruhiger um Curtis Mayfield, obwohl er bis zu seinem Tod im Dezember 1999 unablässig komponiert und auf der Bühne steht.