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Kinks,The

Bandmitglieder:

  • Davies, Dave
    Gitarre
    Keyboards
    Gesang
  • *03.02.1947
  • Davies,Raymond Douglas
    Gesang
    Gitarre
    Komponist
  • *21.06.1944
  • Quaife, Peter
    Bass
  • *31.12.1943
  • Avory,Michael Charles
    Schlagzeug
  • *15.02.1944
  • Dalton, John
    Bass
  • *21.05.1943
  • Gosling, John
    Keyboards
  • Pyle, Andy
    Bass
  • Rodford, Jim
    Bass
  • *07.07.1945
  • Gibbons, Ian
    Keyboards
  • Henrit, Bob
    Schlagzeug
  • *02.03.1944
Nachfolger:

Weller,Paul
Blur
Oasis

Kinks,The

Die Kinks waren eine der prägenden Band der Sechziger Jahre, die von den Brit-Pop-Band der Neunziger Jahre als wesentlicher einfluss zitiert wurde

Ein klassischer Start

Als sich eine schon seit Jahren durch die Pubs ihres Londoner Viertel Muswell Hill tingelnde Amateurband namens The Ravens am Neujahrtag 1964 in The Kinks umbenennt, ahnt wohl niemand, dass die Band um die Gebrüder Davies bald Musikgeschichte schreiben wird. Ihren ersten Hit landen sie mit ihrer dritten Single You Really Got Me, auch ihre nächste Veröffentlichung All Day And All Of The Night bringt sie in die Charts. In diesem Frühstadium ihrer Karriere veröffentlichen sie zwei erfolgreiche Alben: Kinks (1964) und Kinda Kinks (1965) und sind laufend nonstop auf Tour. Den für ihre Zeit typischen R&B-Sound, mit dem auch Zeitgenossen der Kinks - die Rolling Stones oder The Who etwa - ihre ersten musikalischen Erfolge feiern, erweitern die Kinks im Laufe der nächsten Jahre um eine paar ungewöhnliche Elemente. Auch Elemente von Vaudeville und Music Hall-Unterhaltung finden Zugang in das musikalische Repertoire der Kinks. Thematisch widmen sie sich gerne der Lebenswelt des Kleinbürgertums. Ihr Sound klingt dadurch eindeutig "britischer" als der ihrer Zeitgenossen. Sie werden Begründer einer Tradition des englischen Songwriting, das später von Künstlern wie The Jam und noch später, in den Neunziger Jahren, von Blur wieder aufgegriffen wird.

Eine eigenes Profil zu Lasten des Erfolgs

Das erste Beispiel für den neuen Sound und vor allem die neuen texterischen Qualitäten der Kinks ist die Satire Sunny Afternoon, die den neuen, eher konzeptorientierten Stil des Kinks-Songwriting auf den Punkt bringt. Obwohl diese neue Ausrichtung zwischen Melancholie und Sarkasmus - nachzuvollziehen etwa an dem Album The Kinks Are The Village Green Preservation Society - bei der Kritik gut ankommt, lassen die kommerziellen Erfolge der Kinks in den späten Sechzigern zu wünschen übrig. Mit ihrem Album Lola Versus Powerman and The Money-Go-Round setzen die Kinks zu einer Abrechnung mit der Musikindustrie an. Nach einem vorübergehende Ausflug in US-amerikanische Musiktraditionen - The Muswell Hillbillies (1971) - kehren sie wieder zur britischen Sozialsatire zurück. Der nächsten große Meilenstein in der Entwicklung der Kinks sind die ambitionierten Rockopern, die Ray Davies - ähnlich wie die Kollegen von The Who - komponiert: Preservation Act 1 (1973) und Preservation Act 2 (1974). Obwohl die bei Fans und Kritik gar nicht gut ankommt, versucht sich Davies an einem weiteren, ähnlich gelagerten Projekt: Soap Opera.

Versuche in straightem Rock

Auch das nächste Album ist noch als Rockoper konzipiert - allerdings mit einer deutlich härteren musikalischen Ausrichtung: Schoolboys in Disgrace (1976). Die Entwicklung sollte sich als programmatisch der nächsten Platten der Kinks erweisen. Die Band klingt kommerziell wie nie und entwickelt sich zu Stadion-Rockband, die eifrig in den USA tourt. Dort feiern sie auch mit dem Album Low Budget, das einfach nur nach gradlinigem Heavy-Rock klingt, ihren bis dato größten Erfolg. Die Erfolge können sie mit den nächsten Veröffentlichungen halten, erst ab 1984 beginnt auch in den USA der Stern der Kinks zu sinken. Zudem stehen in der Band in den Jahren zwischen 1977 und 1984 einige personelle Umsetzungen an. Beispielsweise verlässt der langjährige Drummer Mick Avory die Formation, als harter Kern erweisen sich nur die ewig streitenden Gebrüder Davies.

Die Paten einer neuen Musiker-Generation

Die goldenen Zeiten der Kinks scheinen vorbei, auch wenn die Band mit mäßigem Erfolg weiter Platten veröffentlicht. Doch in den Neunziger Jahren stehen plötzlich im Zuge der Brit-Pop-Welle die Kinks wieder im Licht der Öffentlichkeit, weil sie von Bands wie Blur und Oasis als wesentlicher Einfluß zitiert werden. Das Interesse an der Band wächst und sowohl Ray Davies als auch sein Bruder Dave bringen in diesen Jahren Autobiographien heraus: "Kink" von Dave Davies und "X-Ray" von Ray Davies.