Jones,Grace
Gesang
Jones,Grace
Grace Jones, geborene Mendoza, ist die wohl berühmteste Frau Jamaikas. Der Inselstaat, der vor allem für Reggae, Rastas und reichlich gutes Gras bekannt sein sollte, brachte mit Grace Jones auch eine der schrillsten und verrücktesten Gestalten der gesamten Popmusik hervor. Nach der Schule studierte Jones zunächst Theater und Schauspiel. Zeitgleich begann ihre Model-Karriere. Im Sog der oft gescholtenen Disko-Ära kam auch Jones an Leute, die meinten, mit ihr als Sängerin ganz groß rauskommen zu können. Einer davon hieß Tom Moulton und galt zu seiner Zeit als großer Disco-Produzent. Jones erstes Album, Portfolio, wird in Philadelphia aufgenommen und wird zwar zu keinem Flop - von einem Hit zu sprechen wäre allerdings ebenso falsch. Das Album enthielt dennoch einen der so genannten ewigen Grace Jones Tracks, La Vie en rose.
Bis 1980 nahm Jones mit anderen Produzenten insgesamt drei Alben auf, von denen allerdings keines Jones auf dem Mainstream-Markt etablieren konnte. 1980 dann wurde entschieden, dass Jones an ihrem nächsten Album mit Hilfe der Reggae-Produzentenkönige Sly & Robbie zusammenarbeiten sollte. Als Warm Leatherette erschien, war Jones über ihren Klangwandel genauso erstaunt wie das geneigte Publikum. Allerdings gab es erste Anzeichen dafür, dass das Album kommerziell sehr viel besser dastehen würde, als sämtliche bisherigen Jones-Veröffentlichungen zusammen. Die Hitsingle Privat Life ermöglichte dann auch eine zweite Kollaboration mit den Produzenten aus Ihrer Heimat Jamaika. Die in dieser Zusammenarbeit entstandene Schallplatte Nightclubbin wurde zu einem der größten Erfolge für die Sängerin Jones überhaupt. In großen Teilen war dieser Umstand auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass mit der Single Pull up to my Bumper ein enormer Konsens unter allen möglichen Arten von Popmusik-Fans erreicht werden konnte.
Ihr nächstes Album Living my life wurde dann zu einem, wenn auch temporären Abschied vom Popmusik-Business. Allerdings, so schien es, wollte nach dem extrem sexuell aufgeladenen Pull up to my bumper niemand auch noch von nipple to the bottle hören. Das Album floppte kommerziell und Jones wandte sich der Schaupielerei zu. Die Charakterrollen, die sie dann in Filmen wie Conan der Barbar oder auch Vamp spielte, konnten dann aber nur begrenzt für ihren Durchbruch als Schauspielerin sorgen. Dann schon eher die Rolle des Bond-Girls Mayday.
Nach diesem relativ kurzen Stelldichein, hatte Jones von der Schauspielerei und von Hollywood-Koks die Nase voll. Sie verhandelte mit Trevor Horn, der dann als Produzent für das erfolgreichste Jones-Album allerzeiten sorgte. Slave to the Rhythm wurde zu einem Megaseller sondergleichen. 1986 schiebt sie mit Inside Story ein weiteres Album hinterher - das allerdings den Erfolg des Vorgängers in großem Stil verfehlte. Mit dem 1989-er Album Bulletproof erschien dann Jones allerletzte reguläre Studio-LP. Seit dieser Zeit verwaltet sie ihr musikalisches Erbe, bringt dann und wann eine Best-of Compilation heraus und erregte zuletzt im April 2005 öffentliches Interesse, als sie beim Schwarzfahren in öffentlichen Verkehrsmitteln erwischt wurde und sich weigerte, den geforderten Fahrpreis nachträglich zu entrichten. Stattdessen randalierte sie. Mit einem Auto wäre ihr das nicht passiert: pull up to her bumper.




