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John Lennon

John Lennon

Wikipedia Biografie

John Winston Lennon (später "John Winston Ono Lennon"), MBE (* 9. Oktober 1940 in Liverpool, England; + 8. Dezember 1980 in New York City, New York) war ein britischer Musiker, Komponist und Autor. Weltweit berühmt wurde er als Mitgründer, Sänger und Gitarrist der britischen Musikgruppe The Beatles, für die er - neben Paul McCartney - die meisten Stücke schrieb. Die Komponistenpartnerschaft Lennon/McCartney war eine der bekanntesten und erfolgreichsten in der Geschichte der Popmusik. Gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau Yoko Ono veranstaltete Lennon ab Ende der 1960er Jahre verschiedene Aktionen für den Weltfrieden und widmete sich zunehmend künstlerisch neuen Gebieten. Nach der Trennung der Beatles startete Lennon eine erfolgreiche Solokarriere mit Alben wie Imagine (1971) und Double Fantasy (1980).

Frühe Jahre

John Winston Lennon wurde am 9. Oktober 1940 in Liverpool geboren. Seine Eltern waren der Handelsmatrose Alfred Lennon (1912-1976) und dessen Ehefrau Julia (geb. Stanley; 1914-1958). In der Zeit des Zweiten Weltkriegs geboren, erhielt er als zweiten Vornamen den Namen Winston, nach dem damaligen britischen Premierminister Winston Churchill. Die ersten Jahre seines Lebens verbrachte John Lennon hauptsächlich bei seiner Mutter und deren Familie in Liverpool, da sein Vater zu dieser Zeit häufig zur See fuhr. Weil Julia Lennon 1945 ein Kind von einem anderen Mann bekam, trennten sich seine Eltern. Nach 1946 hatte er keinen Kontakt mehr zu seinem Vater bis zu seiner Zeit als Beatle. John Lennon lebte nun auf Dauer bei Julias Schwester Mary Smith (1906-1991), genannt Mimi, und deren Mann George (1903-1955) im Liverpooler Vorort Woolton und hatte zunächst nur wenig Kontakte mit seiner Mutter. Bald zeigte sich sein musikalisches Talent, als er begann, Mundharmonika zu spielen, und zunehmend auch Interesse an weiteren Musikinstrumenten entwickelte. Nach seinem Wechsel auf die Quarry Bank High School beeindruckte er seine Mitschüler durch Parodien, kleine Nonsens-Texte und Karikaturen seiner Lehrer. Seine schulischen Leistungen waren allerdings unterdurchschnittlich. Ab 1955 verbesserte sich der Kontakt John Lennons zu seiner Mutter wieder. Als Liebhaberin der frühen Popmusik brachte Julia ihm das Banjospielen bei und begeisterte ihn damit auch für die Musik von Buddy Holly und anderen Rock 'n' Roll-Musikern. Julia Lennon kam 1958 bei einem Autounfall ums Leben, zu einem Zeitpunkt, als John Lennon eine intensivere Beziehung mit ihr aufgebaut hatte.

The Quarrymen

Der aufkommende Rock 'n' Roll hatte zunehmenden Einfluss auf den jungen John Lennon, und insbesondere das Auftauchen von Elvis Presley förderte seinen Wunsch, selbst Rock-'n'-Roll-Musiker zu werden. Ende 1956 gründete John Lennon (Gesang und Gitarre) mit seinem besten Freund Pete Shotton (Waschbrett) seine erste Band "The Quarrymen", benannt nach der Schule, die sie damals besuchten. Die Band begann zunächst als Skiffle-Gruppe, spielte aber zunehmend auch Rock-'n'-Roll-Klassiker von Buddy Holly, Little Richard oder Gene Vincent. Am 6. Juli 1957 brachte Ivan Vaughan, der gelegentlich bei den Quarrymen ausgeholfen hatte, seinen Schulfreund Paul McCartney mit zu einem Auftritt. Lennon war von dessen Fähigkeiten so beeindruckt, dass er ihn in die Gruppe aufnahm. Im gleichen Jahr begann John Lennon an der Liverpooler Kunsthochschule zu studieren. Allerdings widmete er sich auch in dieser Zeit vermehrt seiner Musik und traf sich regelmäßig mit dem jüngeren McCartney, der in der Nähe das "Liverpool Institute" besuchte. In dieser Zeit entstanden erste Kompositionen der später berühmten Partnerschaft Lennon/McCartney. Neben McCartney (Gesang und Gitarre) schloss sich im Februar 1958 dessen Schulfreund George Harrison (Gesang und Gitarre) der Gruppe an. Im November 1959 konnte Lennon seinen Freund Stuart Sutcliffe, mit dem er zusammen die Kunstschule besuchte, dazu überreden, das Geld, das dieser mit dem Verkauf eines Gemäldes verdient hatte, in eine Höfner-President-Bassgitarre zu investieren. Gemeinsam mit Sutcliffe kam Lennon auf die Idee, die Gruppe zunächst Beatals, später The Beatles zu nennen. Anfang 1960 wurde Sutcliffe Bassist der Gruppe, obwohl er zuvor noch nie ein Instrument gespielt hatte. Der Schlagzeuger Pete Best komplettierte die Ur-Beatles im gleichen Jahr.

Aufstieg

Von 1960 bis 1962 hatten die Beatles mehrere Engagements in Hamburg, dort vor allem im legendären Star Club. Lennon behauptete später, in Hamburg und nicht in Liverpool erwachsen geworden zu sein. Lennon agierte meist als Bandleader und verstand es, das deutsche Publikum mit kleineren komischen Einlagen zu unterhalten. Als Sutcliffe 1960 beschloss, bei seiner Verlobten Astrid Kirchherr in Hamburg zu bleiben, übernahm McCartney die Bassgitarre. Nach der Rückkehr nach Liverpool wuchs die Popularität der Gruppe zunehmend. Ab 1961 hatten sie zahlreiche Auftritte im legendären Cavern Club. Im April kehrten die Beatles nach Hamburg zurück. Dort begleiteten sie im Juni den britischen Musiker Tony Sheridan bei der Aufnahme seines Albums "My Bonnie". Zwei Stücke durften die Beatles während dieser Session aufnehmen. Die von Lennon gesungene Coverversion "Ain't She Sweet" und das von Harrison und Lennon komponierte Instrumentalstück "Cry for a Shadow". Im Dezember wurde Brian Epstein Manager der Beatles. Es gelang ihm, den Beatles ein Studiovorspiel vor dem Musikproduzenten George Martin zu ermöglichen. Während seines dritten Aufenthaltes in Hamburg (1962), erreichte Lennon die Nachricht vom plötzlichen Tod seines Freundes Stuart Sutcliffe. Trotz des einschneidenden Trauerfalls verlief auch der dritte Aufenthalt in Hamburg sehr erfolgreich und die Beatles erhielten im Sommer ihren ersten Plattenvertrag bei Parlophone, einer Tochterfirma der EMI. Auf Druck von George Martin ersetzte Ringo Starr den bisherigen Schlagzeuger Pete Best - die Beatles hatten ihre endgültige Besetzung gefunden. Im selben Jahr wurde Cynthia Powell, Lennons Freundin seit der Kunstakademie, von ihm schwanger. Beide heirateten daraufhin am 23. August 1962. Brian Epstein war Trauzeuge. Am 8. April 1963 wurde Lennons erster Sohn Julian geboren.

Beatlemania

Als erste Single der Beatles wurde im September 1962 die Lennon/McCartney-Komposition "Love Me Do" veröffentlicht. Bereits die zweite Single "Please Please Me", hauptsächlich von Lennon geschrieben, erreichte Spitzenplätze in der britischen Hitparade. Das gleichnamige Album aus dem Jahr 1963 war ebenso erfolgreich. Mit "I Want to Hold Your Hand" (Januar 1964) gelang es den Beatles, auch die USA musikalisch zu erobern. Am 7. Februar 1964 reisten sie erstmals in die USA und wurden in New York überschwänglich empfangen. Nach dem Erfolg des Spielfilms "A Hard Day's Night" und dem gleichnamigen Soundtrack im Sommer 1964 widmete sich Lennon zunehmend den Texten seiner Stücke. Angeregt von Bob Dylan, versuchte er, sich als ernsthafter Songwriter zu etablieren. So finden sich auf dem Album "Beatles for Sale" (Dezember 1964) vermehrt auch nachdenklichere Stücke Lennons, wie "I'm a Loser" oder "No Reply". Auch künstlerisch entwickelten sich die Beatles weiter. "Rubber Soul" enthält herausragende Lennon-Stücke wie "Norwegian Wood (This Bird Has Flown)", "Nowhere Man" und "Girl". Das Stück "In My Life" wurde vom britischen Musikmagazin Mojo zum besten Song aller Zeiten gewählt. Lennons Kontakt mit der halluzinogenen Droge LSD schlug sich in dem Nachfolge-Album "Revolver" (August 1966) nieder. Es enthält psychedelische Stücke wie "Tomorrow Never Knows" und gilt als eines der stärksten der Gruppe. Eine erneute Welttournee der Beatles begann im Juni 1966 mit drei Konzerten in Deutschland. Auf den Philippinen wurde die Gruppe bei ihrer Abreise von der aufgebrachten Menge attackiert, da sie sich geweigert hatte, einer Einladung von Imelda Marcos zu folgen. In den USA sorgte ein Interview für Aufregung, das Lennon im März der britischen Journalistin Maureen Cleave für den "Evening Standard" gegeben hatte. Darin äußerte sich Lennon unter anderem zum Christentum: }} In Großbritannien fanden diese Äußerungen wenig Beachtung. Als das Interview allerdings vier Monate nach seinem Erscheinen in den Vereinigten Staaten veröffentlicht wurde, löste es eine Welle der Entrüstung aus. Mehrere Radiosender boykottierten Beatles-Lieder, und es gab sogar organisierte Verbrennungen ihrer Schallplatten. Auf Anraten Brian Epsteins entschuldigte sich John Lennon ausführlich bei einer Pressekonferenz in Chicago. Dennoch wurden die Auftritte der Beatles von Aufmärschen des Ku-Klux-Klans überschattet, und Lennon fürchtete um sein Leben. Am 29. August gaben die Beatles ihr letztes Konzert in San Francisco und beschlossen, nicht mehr auf Tournee zu gehen.

Erste eigene Projekte

John Lennon hatte bereits seit seiner Kindheit Gedichte und Kurzgeschichten verfasst. 1964 und 1965 wurden zwei Sammlungen skurriler Kurzgeschichten Lennons veröffentlicht, die auch von ihm illustriert wurden. Am 23. 

März 1964 erschien "In His Own Write" (deutscher Titel

"In seiner eigenen Schreibe"). Ein Jahr später folgte "A Spaniard in the Works" (deutscher Titel: "Ein Spanier macht noch keinen Sommer"). 1967 übernahm Lennon eine Nebenrolle in dem Antikriegsfilm "Wie ich den Krieg gewann" von Richard Lester. Diese Rolle gab Lennon die Möglichkeit, sein Aussehen zu verändern und den Beatles-Look abzulegen. Die Pilzkopffrisur wurde gestutzt und der seit seiner Kindheit kurzsichtige Lennon begann, in der Öffentlichkeit eine Brille zu tragen. Seine Wahl fiel auf eine Nickelbrille mit runden Gläsern.

Musikalischer Höhepunkt mit den Beatles

Nach dem Ende der Tourneen widmeten sich die Beatles gänzlich der Arbeit im Studio. Lennon komponierte in dieser Zeit das Stück "Strawberry Fields Forever", das im Februar 1967 mit McCartneys "Penny Lane" als Single veröffentlicht wurde. Mit seinem nachdenklichen Text, den aufwendigen Studioeffekten und der komplexen musikalischen Umsetzung gilt das Stück als Meisterwerk Lennons und markiert den Weg der Beatles vom Pop zur Kunst. Zum Erfolg des Konzeptalbums Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band trug Lennon maßgeblich mit Stücken wie "Lucy in the Sky with Diamonds" und mit der ersten und letzten Strophe von "A Day in the Life" bei. Für die erste weltweit ausgestrahlte Fernsehsendung "Our World" schrieb Lennon "All You Need Is Love", die Hymne des Summer of Love 1967. Der plötzliche Tod Brian Epsteins am 27. August 1967 traf Lennon nach dem Tode seiner Mutter und Stuart Sutcliffs erneut schwer. Dennoch entschloss sich die Gruppe weiterzumachen. Es folgte eine Reise mit den anderen Beatles nach Indien, um bei dem Guru Maharishi Mahesh Yogi zu meditieren. Dort schrieb Lennon zahlreiche neue Stücke, die am 22. November 1968 auf dem neuen Album der Beatles mit dem schlichten Titel "The Beatles" veröffentlicht wurden.

John und Yoko

Am 18. Oktober 1968 wurden John Lennon und Yoko Ono wegen des Besitzes von Marihuana verhaftet, was erheblichen Pressewirbel verursachte und nicht zuletzt zur Verkaufsförderung des wenige Wochen später erscheinenden "Weißen Albums" beitrug. Am 8. November 1968 wurde die Scheidung von John und Cynthia Lennon vollzogen. Am 29. November 1968 veröffentlichte Lennon zusammen mit der japanischen Avantgarde-Künstlerin Yoko Ono, die er 1966 kennen gelernt hatte, das Album "Unfinished Music No.1: Two Virgins". Das erste gemeinsame Werk des Paars erregte viel Aufsehen, allerdings weniger wegen der avantgardistischen Klangcollagen, sondern auf Grund des Covers - es zeigte John Lennon und Yoko Ono nackt. 30.000 Exemplare wurden am 3. Januar 1969 auf dem Newark Liberty International Airport von der Polizei beschlagnahmt, weitere 22.000 folgten am 25. Januar im Union County. Weiterhin wurde stellenweise der Verkauf verboten, Händler wurden bedroht und Plattenläden geschlossen, wie zum Beispiel in Chicago. Onos künstlerischer Einfluss schlug sich auch auf das "Weiße Album" der Beatles nieder. So findet sich dort die experimentelle Klangcollage "Revolution 9". Mit "Revolution 1" nahm Lennon auch politisch Stellung und bezog sich auf die Pariser Maiunruhen. Am 20. März 1969 heiratete John Lennon Yoko Ono in Gibraltar. Im Mai 1969 erschien das zweite Album des Paars Lennon und Ono unter dem Titel "Unfinished Music No. 2: Life with the Lions". Am 31. März 1969 beendete das Paar in der Apollobuurt in Amsterdam sein einwöchiges Bed-In. John Lennon und Yoko Ono gaben vom 26. März an sieben Tagen im Hilton-Hotel vom Bett aus Interviews, um ein sichtbares Zeichen für den Frieden zu setzen. Später äußerte sich Lennon dazu wie folgt: Als wir heirateten, wussten wir, dass unsere Flitterwochen sowieso öffentlich sein würden, also beschlossen wir, sie zu nutzen. Unser Leben ist unsere Kunst. Das war das Bed-In. Wir saßen im Bett und redeten mit den Reportern. Es war urkomisch. Im Endeffekt machten wir einen Werbespot für den Frieden [...]. Eine weitere Woche in Montreal und Wien folgten, während die dritte an einer fehlenden Einreisegenehmigung für die Bahamas scheiterte. Im Rahmen ihrer Friedenskampagne gaben Lennon und Ono auch ein Interview in einem Sack und nannten die Aktion Bagism. Das Lied "The Ballad of John and Yoko" handelt von den Ereignissen der Flitterwochen.

Neue Wege und das Ende der Beatles

1969 gründete das Paar die "Plastic Ono Band", deren erste Single, das während des Bed-Ins in Montreal aufgenommene "Give Peace a Chance", es im Juli des Jahres weltweit unter die Top 20 der Hitparaden schaffte. Im November folgte die Single "Cold Turkey" (deutsch: Kalter Entzug), die sich allerdings vergleichsweise schlecht verkaufte. "Cold Turkey" beschreibt die Leiden während eines Heroinentzugs. Lennon konsumierte die Droge vorübergehend. Das Fallen von "Cold Turkey" in den Charts war für Lennon ein zusätzlicher Grund dafür, den Orden Member of the British Empire zurückzugeben, den er 1965 zusammen mit den anderen Beatles erhalten hatte. Der Hauptgrund, den er in der schriftlichen Begründung anführte, war die Beteiligung Großbritanniens an den beiden Kriegen in Biafra und Vietnam. Im Zuge dieser Projekte mit Yoko Ono entfernte sich Lennon zunehmend von den Beatles. Das Projekt eines Dokumentarfilms über die Beatles unter dem Titel "Get Back" war geprägt von der Zerstrittenheit der Gruppe und wurde erst 1970 unter dem Titel "Let It Be" veröffentlicht. Das letzte gemeinsame Projekt der Beatles war ihr Album "Abbey Road", das im September 1969 auf den Markt kam. Lennon kritisierte das Album später oft in Interviews. Trotzdem wurde es eines der erfolgreichsten der Gruppe überhaupt.

"Plastic Ono Band" und "Imagine"

Am 10. April 1970 verkündete Paul McCartney die offizielle Auflösung der Beatles und kam damit Lennon zuvor, der diese für sich selbst beanspruchte. Ab Anfang 1970 hörte Lennon von der Urschrei-Therapie, die der amerikanische Psychologe Arthur Janov entwickelt hatte. Lennon und Ono luden Janov auf ihr Anwesen Tittenhurst Park nach Ascot ein und unterzogen sich der Behandlung. Die Folge war Lennons erstes Soloalbum "John Lennon/Plastic Ono Band", auf dem Lennon sehr offen seine persönlichen Gefühle beschreibt. Produziert wurde es von ihm selbst, Yoko Ono und dem amerikanischen Musikproduzenten Phil Spector, der bereits im Januar Lennons Single "Instant Karma" produziert hatte. Sein zweites Album "Imagine" nahm Lennon mit alten Weggefährten wie George Harrison und Klaus Voormann im Mai 1971 auf. Es war kommerziell sehr erfolgreich und erreichte weltweit Spitzenpositionen in den Charts. Das gleichnamige Titelstück gilt als bekanntestes Solostück Lennons überhaupt.

Umzug nach New York

Im August 1971 verließen John Lennon und Yoko Ono Großbritannien und zogen nach New York. Im Dezember veröffentlichten die beiden die Single "Happy Xmas (War Is Over)". Das Album "Some Time in New York City" war gefüllt mit politischen Protestliedern. Lennon und Ono thematisierten dort den Aufstand in der Attica Correctional Facility, den Nordirlandkonflikt und den Dichter und Anarchisten John Sinclair, der 1969 in den USA wegen des Besitzes von zwei Marihuana-Zigaretten zu zehn Jahren Haft verurteilt worden war. Für Sinclair hatten Lennon und Ono bereits am 10. Dezember 1971 an einem Benefizkonzert teilgenommen. Mit der Singleauskopplung "Woman Is the Nigger of the World" protestierte Lennon gegen die Rolle der Frau in der damaligen Gesellschaft und thematisierte feministische Denkweisen. Außerdem enthält das Album einen Live-Mitschnitt eines Konzerts Lennons mit Frank Zappa. Am 30. August 1972 traten Lennon und Ono auf einem Benefizkonzert im Madison Square Garden auf. Ein Mitschnitt des Konzerts erschien 1986 postum als "John Lennon: Live in New York City". Der Auftritt war das letzte große Konzert Lennons. Im April 1973 bezogen er und Ono ein luxuriöses Appartement im Dakota Building in der 72. Straße in New York. Am 1. April riefen Lennon und Ono den fiktiven Staat NUTOPIA aus, ein Land, das weder Grenzen noch Pässe kenne. Die Nationalhymne NUTOPIAs bestand aus drei Sekunden Stille und wurde auf dem Album "Mind Games" im November veröffentlicht. Das Album wurde erstmals von Lennon selbst produziert.

Lost Weekend

Im Oktober 1973 ließ Lennon sich wegen Eheproblemen auf eine zeitweilige Trennung von Ono ein. Gemeinsam mit seiner Privatsekretärin May Pang siedelte Lennon für 15 Monate nach Los Angeles über. Diese Zeit war geprägt von selbstzerstörerischen Alkoholexzessen und wurde später als Lost Weekend (deutsch: Verlorenes Wochenende) bekannt. Lennon begann gemeinsam mit Phil Spector mit der Arbeit an einem neuen Album. Die Arbeit am Album stagnierte allerdings aufgrund mangelnden Engagements der Beteiligten. Schließlich eskalierte die Situation, als Spector im Studio seinen Revolver abfeuerte. Im März 1974 kam es zur einzigen bekannten musikalischen Zusammenarbeit mit Paul McCartney nach der Trennung der Beatles. McCartney, der mit seiner Ehefrau Linda kurzzeitig Los Angeles besuchte, wurde von Lennon zu einer ganztägigen Jamsession eingeladen, der unter anderem auch Stevie Wonder beiwohnte. Bei den Aufnahmen sang Lennon die Hauptstimme und spielte Gitarre. McCartney sang dazu die Nebenstimme und spielte Schlagzeug. In Los Angeles lernte Lennon auch den britischen Musiker Elton John kennen, der Lennon auf seinem nächsten Album "Walls and Bridges" (Oktober 1974) unterstützte. Die gemeinsame Singleauskopplung "Whatever Gets You thru the Night" wurde zu Lennons einzigem Nummer-eins-Hit zu dessen Lebzeiten. Aufgrund einer verlorenen Wette mit Elton John (Lennon glaubte nicht, dass dieses Stück die Spitze der Charts erreichen würde) trat er am 28. November als Überraschungsgast bei einem Konzert Johns im Madison Square Garden auf. Neben "Whatever Gets You thru the Night" spielten Lennon und John die Beatles-Stücke "Lucy in the Sky with Diamonds" und "I Saw Her Standing There". Nach dem Auftritt trafen sich Lennon und Ono hinter der Bühne. Beide fanden zunehmend wieder zusammen, und im Februar 1975 zog Lennon ins Dakota Building ein. Zu dieser Zeit, Anfang 1975, wirkte Lennon bei den Aufnahmen zu David Bowies Album "Young Americans" in den New Yorker Sigma Sound Studios mit, zu dem er Material beisteuerte, auf dem er Gitarre spielte und sang. Die Singleauskopplung "Fame" ist eine Zusammenarbeit der beiden und erreichte in den US-Charts den ersten Platz.

Rückzug ins Privatleben

Nach seiner Rückkehr zu Ono musste Lennon zunächst einige Werbetermine für sein neues Album "Rock 'n' Roll" wahrnehmen. Das Album enthielt mehrere Coverversionen bekannter Stücke aus Lennons Jugendzeit. Am 9. Oktober 1975 - Lennons 35. Geburtstag - wurden Lennon und Ono Eltern ihres gemeinsamen Sohnes Sean Taro Ono Lennon. Am selben Tag erhielt John nach 4-jährigem Kampf gegen die US-Behörden die Greencard. Ono kümmerte sich fortan um die geschäftlichen Belange der Familie, wohingegen Lennon zu Hause blieb, um sich um seinen Sohn zu kümmern. Lennon distanzierte sich zunehmend von seiner Rolle als Rockstar und stellte seinen Sohn in den Mittelpunkt seines Lebens. Kurz vor John Lennons Ermordung nahmen er und Ono ihr letztes gemeinsames Album "Double Fantasy" auf.

Lennons Tod

Am 8. Dezember 1980 wurde John Lennon gegen 22:50 Uhr von dem geistig verwirrten Attentäter Mark David Chapman in New York vor dem Dakota Building erschossen. Als John Lennon wenige Stunden vor dem Mord das Dakota Building verließ, ließ sich Chapman eine Schallplatte von ihm signieren und wurde in diesem Moment von einem anderen Fan gemeinsam mit Lennon fotografiert. Chapman ist dadurch auf dem letzten Foto, das den Künstler lebend zeigt, mit diesem abgebildet. Lennons Tod löste eine Welle des Entsetzens aus. Noch in der Nacht des Mords versammelten sich mehrere tausend Menschen vor dem Dakota Building, um gemeinsam die Lieder Lennons zu singen. Zahlreiche Beileidsbekundungen trafen in den folgenden Tagen bei Yoko Ono ein. Lennons Musik erreichte weltweit Spitzenpositionen in den Charts. Das Album "Double Fantasy" stieg in den USA von Platz 11 auf Platz 1 und hielt sich dort acht Wochen, die Singleauskopplung "(Just Like) Starting Over" wurde zum Nummer-1-Hit. In Großbritannien erreichte "Imagine" aus dem Jahr 1971 postum erstmals die Spitze der Singlecharts. Chapman bekannte sich auf die Mordanklage hin als schuldig, dies gegen den Rat seines Anwalts und obwohl sechs von neun psychiatrischen Gutachtern ihm eine Psychose attestierten. Er wurde schließlich 1981 zu mindestens 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Obwohl dieser Zeitrahmen bereits deutlich überschritten ist, sitzt er derzeit immer noch ein, da das US-Strafrecht eine Bewährungsprüfung am Ende der Mindesthaftzeit vorschreibt. Yoko Ono hat in den Jahren 2000, 2002, 2004, 2006, 2008 und zuletzt 2010 die Kommission aufgefordert, Chapman niemals zu entlassen, weil sie sich selbst gefährdet fühle, der Täter kein normales Leben verdient habe und Gewalt wiederum Gewalt bedinge (violence begets violence). Auch im August 2012 wurde Chapmans Antrag auf Entlassung abgelehnt.

Postume Veröffentlichungen

Yoko Ono widmete sich seit dem Tode Lennons dem Erhalt und der Verbreitung seines künstlerischen Schaffens, indem sie stetig weiteres Material des Ex-Beatles veröffentlichte. 1984 erschien "Milk and Honey", das bereits zu Lennons Lebzeiten als Pendant zu "Double Fantasy" geplant war. Es folgten 1986 das Livealbum "Live in New York City" und "Menlove Ave.", das Auszüge aus den Aufnahmesessions früherer Alben enthält. Im Jahr 1988 gab die Deutsche Bundespost eine John-Lennon-Briefmarke heraus. 15 Jahre nach Lennons Tod löste die "Beatles Anthology" ein erneutes Aufleben der Beatlemania aus. Dafür bearbeiteten die drei bis dahin noch lebenden Beatles zwei Demoaufnahmen Lennons. 1995 erschien die Single "Free as a Bird", im darauffolgenden Jahr "Real Love". Das Besondere an diesen Singles war, dass Lennons Stimme von Tonbändern kam, die er Ende der 1970er-Jahre in seiner Wohnung in New York aufgenommen hatte. Nach dem großen Erfolg der "Beatles Anthology" erschien schließlich die "John Lennon Anthology" (1998), die ähnlich der der Beatles alternative Versionen bekannter Lennon-Stücke enthält. Im Jahr 2005 stellte Yoko Ono Amnesty International die Bearbeitungsrechte für alle Solotitel von John Lennon zur Verfügung. Johns Musik war immer darauf angelegt, Veränderungen herbeizuführen, genauso ist es mit ,Make Some Noise'. Wenn wir für die Menschenrechte eintreten, können wir die Welt zum Besseren verändern, so Yoko Ono. John Lennon war 2010 in Fernseh-Werbespots für einen neuen Kleinwagen des Automobilherstellers Citroën zu sehen, was vor allem bei Fans zu Kritik führte, da sie darin den Ausverkauf John Lennons sehen. Sean Lennon verteidigte Yoko Onos Entscheidung, das Material für die Werbung zur Verfügung zu stellen.

Ehrung und Huldigung

Double Fantasy erhielt 1982 den Grammy als "Album des Jahres". 1987 wurde Lennon in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen. Sieben Jahre später folgte die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. 2002 wurde John Lennon im Rahmen der Fernsehsendung 100 Greatest Britons von den Zuschauern der BBC unter die zehn bedeutendsten Briten gewählt. Er landete damit vor britischen Ikonen wie Horatio Nelson und Oliver Cromwell. Das Musikmagazin Rolling Stone wählte Lennon 2008 auf Platz fünf der "100 Greatest Singers of All Time". "Imagine" erreichte Rang drei der "500 besten Songs aller Zeiten". 40 Jahre nach Veröffentlichung des "Weißen Albums" der Beatles hat der Vatikan John Lennon am 22. November 2008 offiziell vergeben. Seine Äußerung Die Beatles sind berühmter als Jesus Christus hatte einige Vertreter der katholischen Kirche im Erscheinungsjahr maßlos verärgert. Da John Lennon zu Lebzeiten beim akustischen Gitarrespiel oftmals Westerngitarren von Gibson bevorzugte, brachte dieser amerikanische Traditionshersteller mehrmals Signature-Gitarren zu seinen Ehren heraus. Die beiden letzten veröffentlichten Modelle sind die "70th Anniversary John Lennon J-160E" und die "John Lennon J-160E Peace". Im Jahr 1994 wurde die ehemalige August-Bebel-Oberschule im Berliner Bezirk Mitte unter dem Motto Beatle statt Bebel in John-Lennon-Gymnasium umbenannt.

Monumente und Denkmäler

Im Jahr 1985 wurde ein Bereich im Central Park gegenüber dem Dakota Building nach einem von Lennons Liedern als "Strawberry Fields" benannt. Das runde Mosaik mit dem Schriftzug "Imagine" dient seitdem als Ort des Gedenkens an Lennon. 2002 wurde der Liverpooler Flughafen Speke in "Liverpool John Lennon Airport" umbenannt. Das Motto des Flughafens ist ein Zitat aus dem Lied "Imagine": Above Us Only Sky. Heute gibt es weltweit zahlreiche Denkmäler zum Andenken Lennons (unter anderem in Liverpool, Havanna und Almería). Auch in Deutschland gibt es Andenken an Lennon: In Berlin-Mitte wurde 1994 ein Gymnasium nach John Lennon benannt. In Oberhausen, Nordrhein-Westfalen, gibt es den John-Lennon-Platz. Das bislang einzige John-Lennon-Denkmal in Deutschland wurde 2008 in Verden (Aller) enthüllt, exakt an der Stelle, wo er 1967 eine Szene aus "Wie ich den Krieg gewann" gespielt hatte.

Musikalisches Andenken

Nach Lennons Tod folgte eine Vielzahl von Tribute-Songs: 1981 veröffentlichte Roxy Music die Single "Jealous Guy", eine Coverversion eines Lennon-Klassikers. Die Single erreichte in Großbritannien Platz 1. Im März 1982 veröffentlichte Lennons Freund Elton John das Stück "Empty Garden (Hey Hey Johnny)". Im gleichen Jahr erinnerte Paul McCartney mit "Here Today" an seinen ehemaligen musikalischen Partner. Dieses Stück ist wie eine imaginäre Unterhaltung der beiden Freunde zu verstehen. Gemeinsam mit Ringo Starr war McCartney auch an George Harrisons Tribute-Song "All Those Years Ago" beteiligt. Mit George Martin als Produzent kam es so 1981 zu einer kleinen Beatles-Reunion. Paul Simons "The Late Great Johnny Ace" beschäftigt sich ebenso mit der Ermordung Lennons wie das Stück "Life Is Real" von Queen. Im Juli 2005 startete in New York am Broadway das Musical "Lennon". Es erzählt die Geschichte John Lennons anhand von Zitaten und Liedern des Ex-Beatles. Das Stück entstand in Zusammenarbeit mit Yoko Ono und enthält mit den Titeln "India, India", "I Don't Want to Lose You" und "Cookin' (in the Kitchen of Love)" drei von Lennon unveröffentlichte Kompositionen. Das Musical, in dem die Lebensstationen John Lennons von drei verschiedenen Darstellern unterschiedlichen Alters dokumentiert werden, wurde bereits im Oktober 2005 wegen mangelnder Resonanz wieder vom Spielplan genommen. Zahlreiche weitere Musiker wie Bono von U2, Liam Gallagher von Oasis und Billie Joe Armstrong von Green Day zählen Lennon zu ihren Vorbildern. Auch Lennons Söhne Julian und Sean arbeiten bis heute als Musiker.

Kritik

1968 wurde den Beatles von der Zeitschrift "Black Dwarf" vorgeworfen, dass sie sich - im Gegensatz zu den Rolling Stones - an das Establishment verkauft hätten. Ein wiederentdecktes sechsstündiges Interview, das John Lennon seinerzeit einer Studentenzeitung gegeben hatte, zeigt, wie aufgebracht er auf diesen Vorwurf reagierte. Diverse Biografien wie "John Lennon - ein Leben" von Albert Goldmann oder "John" von Lennons erster Ehefrau Cynthia Lennon zeigen auch die Schattenseiten des Künstlers. Goldmann räumt gleich im ersten Kapitel Morgensniff mit dem Glauben auf, die Lennons hätten Ende der 1970er-Jahre ein harmonisches Familienleben zu dritt geführt. Goldmann beschreibt Lennon als abgemagerten, egozentrischen und drogenabhängigen Einsiedler und als Nervenbündel. Yoko Ono führte inzwischen die lukrativen Geschäfte der Familie. Die Zeit in Hamburg beschreibt Goldmann so: Goldmann selbst erntete heftige Kritik für seine Biografie. Er arbeite zwar akribisch (Auswertung von über 1200 Gesprächen und Interviews), werte aber zu sehr und neige zur Übertreibung. Cynthia Lennon schreibt in ihrer Autobiografie "John": Sie beschreibt, wie sehr Lennon den gemeinsamen Sohn Julian vernachlässigte, sie berichtet von seinen Ausfällen, seinem exzessiven Drogenkonsum und seiner kränkenden Untreue.

Auszeichnungen

  • Sechs Grammys mit The Beatles
  • 1982 Grammy für das "Album des Jahres" ("Double Fantasy")
  • 1965 Order of the British Empire in der Stufe MBE

Spiel- und Musikfilme

  • 1964: "A Hard Day's Night" (deutsch: "Yeah Yeah Yeah")
  • 1965: "Help!" (deutsch: "Hi-Hi-Hilfe!")
  • 1967: "How I Won the War" (deutsch: "Wie ich den Krieg gewann")
  • 1967: "Magical Mystery Tour"
  • 1968: "Yellow Submarine" (Lennon gesprochen von John Clive)
  • 1968: "The Rolling Stones Rock and Roll Circus" (Kurzauftritt als The Dirty Mac)
  • 1969: "Keep on Rocking (Sweet Toronto)"
  • 1970: "Let It Be"

Filme von John Lennon und Yoko Ono

  • 1968: "Film No. 5 (Smile)" - Filmlänge: 50 Min.
  • 1968: "Two Virgins" - Filmlänge: 21 Min.
  • 1969: "Film No. 6 (Rape)" - Filmlänge: 77 Min.
  • 1969: "Honeymoon" - Filmlänge: rund 60 Min.
  • 1969: "Give Peace a Chance" - Promotionfilm
  • 1969: "Self Portrait" - Filmlänge: 15 Min.
  • 1969: "Apotheosis" - Filmlänge: 16 Min.
  • 1969: "Cold Turkey" - Promotionfilm
  • 1970: "Up your Legs forever" - Filmlänge: 75 Min.
  • 1970: "Fly" - Filmlänge: 50 Min.
  • 1971: "Erection" - Filmlänge: 19 Min.
  • 1971: "Imagine" - Filmlänge: 55 Min.
  • 1971: "Clock" - Filmlänge: 60 Min.
  • 1971: "Freedom" (1 & 2) - Filmlänge: jeweils 1 Min.

Filme über John Lennon

  • 2009: "Nowhere Boy"
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