Jazzanova
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Knoblauch, Jürgen von
Arrangeur
Bearbeiter
Komponist
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Leisering, Stefan
Komponist
Bearbeiter
Arrangeur
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Barck, Alexander
Komponist
Bearbeiter
Arrangeur
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Kretschmann, Roskow
Komponist
Bearbeiter
Arrangeur
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Brieler, Claas
Arrangeur
Komponist
Bearbeiter
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Reinemer, Axel
Bearbeiter
Arrangeur
Komponist
Jazzanova
Jazzanova ist ein Berliner Nachwende-Musiker-Kenner-Kollektiv, das zu gleichen Teilen aus DJs und Produzenten besteht. Anders als der Name es vermuten lässt, hat weder ihre Musik viel mit dem, was landläufig unter dem Begriff Jazz zusammengefasst wird, zu tun. Noch entpuppen sich ihre Produktionen als Neuerfindungen des musikalischen Rades (ohne instrumentale Kenntnisse ohnehin nicht einfach). Und dennoch bringt der Name es auf den Punkt. Gemein ist allen sechsen ein Interesse für schwarze Musikkultur, vor allem die der 1950-, -60- und 70-er Jahre. Und schwarz ist in diesem Sinne kein rassisches Merkmal, sonder dient der Identifikation und Bestimmung eines musik-kulturellen Standortes, zu dem in diesem Fall alle musikalischen Bräuche von Gospel, Soul, Blues, Latin, Jazz, Funk und auch Rock N Roll gehören.
Ab Mitte der 1990-er legen drei der späteren sechs Jazzanovisten im Berliner Delicious Doughnuts auf. Mit dem befreundeten Produzenten Rosko Kretschmann tut man sich für erste Veröffentlichungen auf dem Delicious Doughnuts-Sampler zusammen. Doch Kretschmann hat bald schon keine Zeit mehr und empfiehlt Axel Reinemer und Stefan Leisering, die unter verschiedenen anderen Pseudonymen schon diverses Zeugs veröffentlicht haben. Um legal auf der sicheren Seite zu sein, gründet man nicht nur Jazzanova, sondern kurzerhand ein eigenes Label und kurze Zeit später erscheint Fedime's Flight. Gilles Peterson, der Serge Gainsbourg des Nu-Jazz, spielt die Scheibe hoch und runter und schon bald sehen die Jazzanovas vor Remix-Aufträgen und Auflege-Angeboten kein Land mehr. Nachdem vor allen Dingen die remixten Künstler von den Klang-Tuning-Arbeiten des Berliner Kollektivs auch im finanziellen Sinne profitieren, veröffentlichte Jazzanova eine Remix-Box, die die wichtigsten ihrer bisherigen Auftrags-Arbeiten beinhaltet. Ein Debut-Album wird in der Folge lange angekündigt, und erscheint dann doch zwei Jahre später als ursprünglich erwartet. Der Jubel ist nicht ganz so groß, obwohl das Album klangtechnisch Maßstäbe setzt - vielleicht hätte man sich für die Veröffentlichung nicht ganz so viel Zeit nehmen sollen.
Abgesehen von diversen Nebenprojekten und ständigen DJ-Reisen, kümmert sich das Sonar-Kollektiv, das Jazzanova gegründet hat, um all die verschiedenen Aktivitäten auch organisatorisch in den Griff zu bekommen, vermehrt auch um die Hebung verloren gegangener oder, ähnlich fatal, einfach nur in Vergessenheit geratener musikalischer Schätze. Nach Jazz-Kompilationen aus staubigen Archiven und der Wiederveröffentlichung polnischer Jazz-Platten, wurde den Jazzanova-Aktivitäten mit dem Auftrag, eine Blue Note Compilation zusammenzustellen, die Krone aufgesetzt. In letzter Zeit ist es ein wenig still geworden um die Berliner. Vielleicht aber sind es auch die vielen unterschiedlichen Projekte, denn die einzelnen Mitglieder nachgehen, die verhindern, dass das Kollektiv erneut aktiv werden kann. Bis dahin sei Ira Kriss empfohlen. Der Gitarrist hat in der Mitte des letzten Jahrhunderts eine Platte aufgenommen. Und die hieß: Jazzanova.




