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Him

Genre:

Mainstream
Bandmitglieder:

  • Ville Vallo
    Gesang
  • *22.11.1976
  • Liliy Lazer
    Gitarre
  • *12.08.1976
  • Paananen, Mikko
    Bass
  • Emerson Burton
    Keyboard
  • *17.10.1974
  • Gas Lipstick
    Schlagzeug
  • *08.02.1971
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Him

Das Quintett aus Helsinki zelebriert angedunkelten Rock.

Der Schöne und das Heartagramm

Als „Heartagramm“ bezeichnen Him ihr Logo, das auf jeder Platte, auf jeder Website und auf jedem Plakat auftaucht, immer eben, wenn es gilt, die Band darzustellen. Was it „Herzogramm“ nur ungenügend übersetzt werden kann, ist ein Wortspiel aus den beiden Hauptbestandteilen „Love wie Liebe“ und „Pentagramm wie Satan“. Und damit ist das Hauptanliegen von Him auch schon im Spiel: Sie flirten mit Themen des Jenseitigen wie etwa Satan, Okkultismus, Todessehnsucht. Doch anders als einige Bands wie etwa Danzig, die Sänger Ville Valo und seine Freunde schon 1991 in der finnischen Hauptstadt coverten, sind Him eigenen Aussagen nach weder Satanisten noch Friedhofspartyfeierer.

Das Heartagramm beweist: Da haben einfach ein paar junge Leute erkannt, dass die Verbindung zweier Evergreens der Jugend, nämlich der Beelzebub und die Liebe, zu einem Wahnsinnserfolg führen. Die Karriere dieser Gruppe zeigt, dass sie da nicht ganz falsch lagen. In Deutschland etwa genießen sie beinahe Superstar-Status, und keine finnische Band neben ihnen kann sich damit rühmen, in den USA und damit dem Zuhause des in Finnland so zelebrierten Rock’n’Roll-Lifestyles einige Alben in Gold-Auflage verkauft zu haben. Dafür braucht es aber dann doch mehr als nur ein Heartagramm.

GothRock als Musical

Man muss schon auch mit seiner Musik etwas Gewisses anklingen lassen, und außerdem: Mit dem Aussehen von Ville Valo öffnen sich auch ein paar Türchen. Zu Beginn, also Anfang der 90er Jahre, inszeniert sich Ville Vallo noch als androgyne Figur, die nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern auch zwischen Engel und Höllenwächter hin und her pendelt. Wie gesagt, es geht um das Spiel der Verschmelzung von Liebe und Hass, ewigem Leben und drohendem Tod. Als Ville Valo 16 Jahre alt war, brach er die Schule ab, um mit Mikko Lindström und Mikko Paananen die Band His Infernal Majesty professionell zu betreiben. Die drei sind Schulfreunde, haben zuvor schon in diversen Bands gemeinsam gespielt und gemerkt, dass die anderen Jungs nicht ernst genug bei der Sache sind. Mit der bald schon H.I.M. abgekürzten Gruppe läuft es dafür zwar langsam, dafür aber irgendwann umso besser an. Him schreiben eigene Songs, die sie bei ihren ersten Auftritten 1995 mit Cover-Versionen mischen.

Ihren ersten Auftritt spielen sie unglaublicherweise erst 1995 – dafür aber nehmen Himzwei Jahre später ihr erstes Album Greatest Lovesongs Vol. 666 heraus, das in Finnland sofort Gold erreicht. Und dann geht es schneller und schneller: Mit der dunklen Stimme und den Poser-Qualitäten Valos und dem gut runter gehenden, leicht angedüsterten Rock seiner Mitstreiter werden sie in Nord- und Mitteleuropa noch mit der ersten Platte bekannt, mit den nächsten der bisher fünf Studio-Platten folgen Großbritannien und schließlich die USA.

Mit Venus Doom festigen sie im Jahr 2007 ihren Status als Herzenskönige des düsteren Rock. Als drei Jahre später der Nachfolger Screamworks - Love in Theory and Practice erscheint, rechnet die Branche damit, dass die Gruppe zu einer der erfolgreichsten Rockbands ihrer Zeit avanciert - das Album wird flankiert von einer Welt-Tournee.