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Guano Apes

Genre:

New Metal
Bandmitglieder:

  • Rümenapp, Henning
    Gitarre
  • Poschwatta, Dennis
    Schlagzeug
  • Ude, Stefan
    Bass
  • Nasic, Sandra
    Gesang

Guano Apes

Die Geschichte einer der erfolgreichsten deutschen Rock-Bands der 1990er Jahre beginnt 1993. Poschwatte, Rümenapp und Ude tummelten sich einmal mehr in ihren Proberäumen rum und waren einfach nur laut. Während irgendeiner dieser Proben wurde ihnen bewusst, dass die drei, um ihre musikalische Vision in die Praxis umsetzen zu können, auf einen vierten Mann im Bunde nicht mehr verzichten können. Poschwatta war mit der Doppelbelastung, Schlagzeuger und Sänger in einem zu sein, kurzerhand überfordert. Neue Sänger braucht das Land. Nach langwierigen und relativ erfolglosen Sänger-Castings wurde den Dreien nahe gelegt, es doch mal mit einer Frau zu versuchen - als Sängerin. Die drei hielten das zunächst für einen Witz - das Lachen blieb ihnen aber schon bald im Hals stecken, als sie die Aspirantin vorsingen hörten. Nicht nur, dass Nasic am Mikrofon und demnach auf der Bühne eine selten gute Figur machte - die Dame konnte auch noch singen, wie keiner der getesteten Männer vorher.

Drei Jahre spielten sich die Guano Apes auf allen möglichen Gelegenheiten die Finger wund. Nicht ohne Erfolgs-Erlebnis. Bei einem groß angelegten Talentwettbewerb gehen die Apes als Sieger hervor und sichern sich eine gehörige Portion Geld. Warum dieses in einen Plattenvertrag und nicht in Instrumente oder Luxuswaren investiert wird, wird ewig ein Geheimnis bleiben. Jedenfalls werden die Apes nur kurze Zeit später mit ihrer ersten Single-Veröffentlichung Open your eyes zu neuen deutschen Helden. Und das Tolle daran ist - die Tatsache, dass die Apes ihre Texte in Englisch verfassen, macht sie anders als Grönemeyer und Westernhagen zu Hitkandidaten für das Ausland.

Der ersten Single folgt die Auftragskomposition Lords of the boards. Mit einem Schlag werden die Apes zu einem international gefragten Rock-Act. Ganz zuversichtliche Zeitgenossen stilisieren den deutschen Vierer damals zur europäischen Version Skunk Anansies hoch - auch wenn dieser Vergleich vor allen Dingen den Guano Apes schmeichelt, so lässt sich nicht leugnen, dass ihr Debut-Album Proud like a God in Deutschland Platin- und in vier anderen europäischen Ländern Gold-Status einfährt. Im Jahr 2000 erscheint ihr inzwischen zweites Album. Don't give me Names wird nicht nur von den Fans euphorisch aufgenommen, sondern erntet auch von vielen Kritikern mehr als nur bescheidene Zustimmung. Als zugkräftige Single muss diesmal eine Cover-Version herhalten. Big in Japan, von den deutschen Depeche Mode Alphaville, wird erwartungsgemäß zu einem echten Single-Hit. Dafür gibt's dann einen Echo und einen MTV-Music Award. Im Anschluss daran begeben sich die Apes in Begleitung illustrer Kollegen wie P.O.D. oder auch Creed auf eine Welttournee. Nach diesen Strapazen erscheint erst 2003 wieder neues Material. Das Album Walking on a thin line allerdings kann bei weitem nicht an die Erfolge der Vorgänger-Alben heranreichen. Ein Umstand, der bei der Entscheidung, die Band in der Folge der letzten Veröffentlichung eine Weile ruhen zu lassen, das seinige beigetragen haben dürfte.

Zwar veröffentlicht die Band am Ende des Jahres 2004 noch eine weitere Single, aber zeitgleich berichtet die Sängerin Nasic in Interviews von Kommunikationsproblemen sowie kleineren und größeren Streitigkeiten innerhalb der Band. Gemeinsam steht die Band die Veröffentlichung einer Art Best-of DVD sowie die dazugehörige Tournee durch, löst sich aber nach ihrem letzten Konzert in Braunschweig auf. Sämtliche Mitglieder arbeiten seitdem an Solo-Projekten. Fünf Jahre später findet die Band sich wieder zusammen und spielt im Sommer desselben Jahres auf europäischen Festivals, unter anderem auf den Rockfestivals "Rock im Park" und "Rock am Ring". Auf dem Tuborg Green Fest Festival in Bukarest kündigen die Guano Apes schließlich ihre Wiedervereinigung und die Arbeit an einem neuen Studioalbum an. Bel Air, das vierte Album der Gruppe, erscheint am 1. April 2011. Doch bereits die erste Singleauskopplung kann an vorangegangene Erfolge der Band nicht anknüpfen. Oh What A Night schafft lediglich den Sprung in die Top-40 der deutschen Singlecharts. Zu pop- und elektrolastig sei das neueste Werk, werfen Musikkritiker den Guano Apes vor.