Start | Fitzgerald,Ella | Biografie & Steckbrief

Fitzgerald,Ella

Geburtstag:

25.04.1917
Geburtsort:

Newport News, Virginia
Todestag:

15.06.1996
Todesort:

Beverly Hills, Kalifornien
Genre:

Vocal
Instrument:

Gesang
Gesang

Fitzgerald,Ella

Die Schlacht um den Titel Größte Jazzsängerin aller Zeiten konnte die Fitzgerald nur deswegen für sich entscheiden, weil sie ihre beiden größten Mitbewerberinnen um den Titel schlichtweg überlebte. Die Vaughan um nur sechs, Lady Day allerdings um mehr als 37 Jahre. Geboren 1917 in Virginia wuchs sie im Armenviertel Yonkers, New York auf. Nachdem sie schon als 14-jährige zur Vollwaise geworden war, lebte sie als Teenager fast ein Jahr auf der Straße, bevor sie im Alter von 16 Jahren einen Talentwettbewerb für sich entscheiden konnte. Eigentlich hatte sie Tänzerin werden wollen, aber das Lampenfieber machte ihr die Knie schwach ? ihr blieb nur die Stimme. Sie gewann den Wettbewerb und nach einigem Hin und Her ließ sich der Schlagzeuger und Bandleader Chick Webb von Benny Carter dazu überreden, die Fitzgerald als Leadsängerin einzustellen.

Nach ein paar Hits wie z.B. A-Tiskat, A-Taskat und Undecided stirbt Webb einigermaßen unerwartet 1939. Obwohl sie kaum Ahnung von Tuten und Blasen hat, wird die Fitzgerald von ihren Bandmitgliedern als neue Bandleaderin auserkoren. Immerhin galt sie als das Aushängeschild der nicht unbekannte Band. Bis 1941 feierte sie mit der Band dann auch regelmäßig Erfolge ? dann begab sie sich auf Solo-Pfade. Nach Kollaborationen mit verschiedensten Begleitbands, traf sie Mitte der 1940-er auf Dizzie Gillespie und seine Band. Der Trompeter mit den dicken Backen machte ihr nicht nur den Bebop schmackhaft, sondern veranlasste die Fitzgerald auch, ihre Stimme im Rahmen des Bop als Instrument einzusetzen. Damit war er bei der Sängerin nicht nur auf offene Ohren, sondern auch auf bereitwillige Stimmbänder gestoßen. Noch heute gilt Fitzgerald als Miterfinderin des Scat-Gesangs.

Von 1947 bis 1953 war sie mit dem legendären Bassisten Ray Brown verheiratet, dessen Trio sie Zeit ihres Verheiratet-Seins als Backingband nutzte. Nach der Trennung hatte sich auch das erledigt. Im Anschluss nahm sie Norman Granz, der schon seit mehr als einem Jahr als ihr Manager agierte, bei seinem Label Verve unter Vertrag. Unter seiner Ägide interpretierte Fitzgerald vollständige Songbooks fast aller klassischen amerikanischen Jazz-Komponisten, darunter Gershwin, Duke Ellington und Johnny Mercer. Als sie die durch hatte, wandte sie sich den Liedern Kurt Weills zu. Das wohl beeindruckendste Zeugnis dieser Phase dürfte das Schallplatte festgehaltene Konzert Ella in Berlin von 1960 sein. Bei dem Stück Mack the Knife vergass sie den text, sagte es der band und dem erstaunten Publikum und improvisierte Scat-Gesänge.

In den 1970-er Jahren avancierte sie mit dem von Norman Granz ins Leben gerufene Pablo-Label zur Grand Dame des Vokal-Jazz. Holiday war da schon lange tot und Vaughan verhielt sich im Sinne des traditionellen Jazz sehr viel zu experimentell. Obwohl ihr Stimme Alters-Tribute zahlen musste, stand die Fitzgerald noch 1992 und im Alter von 75 Jahren noch immer auf der Bühne. Auch sonst ging das Alter nicht spurlos an der Fitzgerald vorbei. Sie litt unter Herzrhythmus-Störungen, schlimmen Augenbeschwerden sowie einer lang verschleppten Diabetes, die sie Anfang der 1990-er ihre Beine kostete. 1996, im Alter von 79 Jahren verstarb Ella Fitzgerald und damit die letzte und Größte des Triumvirats aus Holiday, Vaughan und ihr selbst.