Duran Duran
-
Bates,Nick
Keyboards -
*08.06.1962
-
Taylor, John
Bass -
*20.06.1960
-
Taylor, Andy
Gitarre
Synthesizer -
*16.02.1961
-
Taylor, Roger
Schlagzeug -
*26.04.1960
-
Le Bon, Simon
Gesang -
*27.10.1958
Duran Duran
So ziemlich die beeindruckendste Tatsache um den Enstehungsdunstkreises der Band Duran Duran dürfte wohl sein, dass das Gründungsmitglied Stephen Duffy die Band wegen künstlerischer Differenzen, sprich: wegen zuviel kommerziellen Pop-Appeals schon 1979 und damit noch vor den ersten großen Erfolgen verließ; nur um heute, da die Band nach zugegebenermaßen außergewöhnlichen Erfolgen nur mehr als nostalgisches relikt der 1980-er Jahre existiert, einem der erfolgreichsten Solo-Künstler der Welt als exklusiver Song-Schreiber zu dienen. Stephen Duffy ist der Songschreiber von Robbie Williams. Gegründet wurden Duran Duran, die sich nach einer Figur des Filmes Barbarella benannt hatten , schon 1978. Die Schulfreunde Duffy, Nick Rhodes, Simon Colley und John Taylor waren sich der einzuschlagenden musikalischen Richtung noch nicht allzu sicher, weswegen sie in Birminghamers Clubs so ziemlich alles spielten, was ihnen irgendwie gefiel - ohne Schlagzeuger, dafür aber mit einer Drum-Machine. Nach nur einem Jahr stiegen Colley und Duffy aus, und mit ihrem Ausstieg schien das Personalkarussell zu keinem Stillstand mehr zu kommen.
Bis Anfang 1980 mit Simon Le Bon der richtige Sänger gefunden ward. Und schon am Ende des Jahres galten Duran Duran als Birminghamer Sensation - zumindest innerhalb Birminghams. Außerhalb wurden sie als eine weitere Blüte des gerade in der britischen Presse blühenden Genres New Romantic wahrgenommen. Und weil sich Gruppen wie Ultravox, oder auch Human League, die ebenso zu den Neuromantikern gezählt wurden, nicht schlecht verkauften, erhielten auch Duran Duran einen Plattenvertrag. Und zum Dank schenkten sie der EMI mit Planet Earth, ihrer ersten Veröffentlichung, gleich einen Top-20 Hit. Den Erfolg konnte die Band mit ihrer zweiten Single, Girls On Film sogar noch toppen. Nicht ganz unschuldig daran dürfte das dazugehörige Video gewesen sein, dass von der BBC verboten wurden und der Band qua Verbot und Indexierung einen ungeheuren Popularitätsschub verschafft. Das erste selbstbetitelte Album erschien im Herbst 1981 und blieb dort 118 Wochen. Das Schema von einerseits eingängigen Pop-Stücken und andererseits - im Sinne des Mainstreams - schockierenden Videos wiederholten Duran nicht nur mit ihrem LP-Zweitling Rio, der schon im Frühjahr 1982 auf den Markt kam. Die stylischen Jungs aus Birmingham gehörten zu den ersten, die von der Erfindung MTV als PR-Maschine im großen Stile profitierten. Alle weiteren Hits der Band sind ohne die dazugehörigen und oft hoch-aufwendig gedrehten Videos kaum denkbar. Kein Wunder, dass der Clip zu Hungry Like The Wolf zu den meistgespielten Musikvideos aller Zeiten gehört.
Ihr Album-Hattrick Seven and the ragged Tiger enthielt nicht nur die Single The Reflex, sondern brachte ihnen auch den Durchbruch in Amerika, den sie sich ein Jahr später mit der Veröffentlichung der Single Wild Boys erneut bestätigen ließen. Und als nicht nur die damals noch quicklebendige Prinzessin Diana die Band öffentlich zu ihren Favoriten zählt, werden Duran Duran zum Pop-Ritter geschlagen, indem sie einen James Bond-Streifen vertonen. Dann wird es erst einmal still. Nach ein paar Nebenprojekten steigen Roger und Andy Taylor aus und gründen andere Gruppen und das verbleibende Trio veröffentlicht 1986 Notorious. Obwohl von einem Misserfolg wohl kaum die Rede sein kann, deutet sich erstmals an, dass sich Duran Duran popularitätstechnisch auf dem absteigenden Ast befinden. Nach ein paar mehr oder minder erfolglosen Veröffentlichungen, können Duran Duran erst 1993 wieder für Aufmerksamkeit sorgen. Ihr Wedding Album, angeführt von der Single Ordinary World, restauriert den Status der Gruppe als Pop-Superstars. Mit dem im Anschluss veröffentlichten Thank you, einem Album voller Cover -Songs, sollte es für Duran Duran und die 1990-er allerdings gewesen sein. Die Alben Medazzaland und Pop Trash gestalteten sich als Flops nach Lehrbuch.
Einigermaßen pünktlich zum 25-jährigen Bandjubiläum, sind Duran Duran erstmals seit 1985 wieder in Originalbesetzung vereinigt. Und die Nostalgieschiene läuft nach den obligaten Reunion-Konzerten, einiger Best-of DVDs und CDs so gut, dass Duran Duran im Jahr 2004 ihr Comeback-Album Astronaut veröffentlichen. Und Stephen Duffy lacht sich ins Fäustchen - an Robbie Williams Verkaufszahlen kommen die nie und nimmer mehr.




