Dj Hell
Dj Hell, seinen Eltern eher als Helmut Josef Geier bekannt, wurde im beschaulichen Altenmark in der Nähe vom bayrischen Chiemsee geboren. Über seine musikalische Sozialisation bis zu seinem 18. Lebensjahr ist nicht viel bekannt. Als bestätigt gilt nur, dass er sich bereits als Anfang 20-jähriger in der Musikszene des Münchens der 1980-er Jahre einen Namen als DJ gemacht hatte.
Irgendwann gegen Ende der 1980-er Jahre muss die Arbeit als DJ einigermaßen nahtlos in die eines DJ und Produzenten übergegangen sein. Denn Hell trat von nun an nicht mehr nur als plattenschwingender Alleinunterhalter in Clubs auf, sondern produzierte eben jene Stücke und Tracks selbst, die dann wieder von anderen aufgelegt, jeden und alles zum Schwofen brachten. Das war nicht nur ein konsequenter Schritt in Richtung der eigenen musikalischen Vision, sondern darüber hinaus ein hervorragendes Marketing-Tool für sein Dasein als DJ. Ein echter erster Erfolg aus dieser Zeit war das Stück My Definition of House Music.
Anfang der 1990-er Jahre zog es Hell in die damals vor lauter Unwägbarkeiten und Ungeklärtheiten pulsierende Party-Metropole Berlin. Hauptstadt-Bonus hin oder her: die Stadt rockte einfach aus allen Nähten und Hell war als Mitarbeiter vom Plattenlabel Hard-Wax mitten drin. Dort fing Hell auch an, sich eine Vorstellung über das machen zu können, was es heißt, Musik inklusive ihrer Herstellung und des dazugehörigen Vertriebes als Business-Modell zu begreifen. Nach einem weiteren Aufenthalt in New York während der Mitte der 1990-er Jahre kehrte er zurück nach Bayern, bzw. München. Dort etablierte er schnell sein eigenes Label - nach dem Entschluss, eigene Musik zu veröffentlichen (was er während all der Jahre in unverminderter Heftigkeit so ganz nebenher weiter betrieben hat) ein noch größerer Schritt in Richtung einer ganz eigenen musikalischen Vision.
International Deejay Gigolos, so der Name seines Labels gilt seit seiner Gründung 1996 als eines der ganz wenigen weltweit etablierten und respektierten Techno-Labels. Da nicht alles hinkt, was ein Vergleich sein will, darf an dieser Stelle die Parallele zu einem beliebigen anderen Marken-Hersteller gezogen werden, dessen Ruf all den von ihm produzierten Artikeln vorauseilt. Zu den Künstlern, die er auf diesem Label vertreibt, gehören unter anderem Jeff Mills, Dave Clark, Miss Kittin, Fischerspooner, Tiga und Vitalic.
Hell selbst ist nach wie vor ein rund um die Welt viel gebuchter DJ, der ganz nebenbei Alben, Maxis und Remixe produziert, als hätte er sonst nichts zu tun. Seine letzte Veröffentlichung im Album-Format war eine Techno-Düster-Version mit dem Titel New York Muscle. Hoch die Tassen!
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