DJ Koze
Monaco Schranze
Komponist
DJ Koze
Der DJ mit dem schwer verdaulichen Würgenamen heißt in Wirklichkeit Stefan Kozalla. Da nimmt das Pseudonym längst nicht mehr so wunder. Jeder andere diesen Namens und ausgestattet mit einem Mindestmaß an humoriger Vernunft, hätte sich wohl ebenso Koze genannt....
Kozes musikalische Sozialisation beginnt mit seiner Geburt in Flensburg. Als fast 20-jähriger Halbstarker beginnt er Ende der 1980-er Jahre sich für ein Phänomen zu interessieren, das aus Amerika kommend bis in den Norden Deutschlands durchgedrungen war: Hip Hop. Ein paar Jahr später hatte Koze die ersten Erfahrungen als Rapper in unterschiedlichsten lokalen Gruppierungen gemacht und für befunden, dass er sich eher als der Mann hinter den Turntables sah. 1991 war diese Vorstellung auch dank seines Ehrgeizes so konkret geworden, dass Koze beim Nationalen Ausscheid der DMC DJ-Meisterschaft den zweiten Platz belegte. Zwei Jahre später zieht er nach Hamburg und gründet mit anderen Musikverrückten den Fischmob.
Dieses mit gutem Grund anarchistisch zu nennende Musikprojekt veröffentlichte insgesamt nur zwei Langspielplatten - aber diese hatten es in sich. Mit dem Stück Susanne, zur Freiheit gelang ihnen sogar ein kleiner Hit. Dann wird das Projekt aber schon sehr schnell wieder auf Eis gelegt, und die Bandmitglieder ergehen sich solistisch. Koze erlebte danach so etwas wie eine Wiedergeburt. Denn erst mit dem Ende von Fischmob kann er darauf aufbauend, an seiner Karriere als Club-DJ arbeiten. Erstaunlicherweise hat das mit HipHop so gut wie gar nichts zu tun - und nach ein paar Remixen, zwei hervorragenden Mix-CDs und unzähligen Einsätzen bei Raves auf der ganzen Welt, spielt Koze inzwischen in der Wir-sind-Popstars-DJ-Liga.
2003 gründete er mit einem ehemaligen Fischmob-Mitglied sowie dem Elektronik-Produzenten Erobique das Elektro-Pop-Projekt International Pony. Beifall von allen Seiten - das konnte man hören, das fand man gut und Kozes Ansehen stieg. Weiterhin sorgte Koze neben seiner Tätigkeit als eines von insgesamt drei International Ponys für Veröffentlichungen, die sich sowohl durch seine Pseudonyme als auch durch ihre Heterogenität auszeichnen. Zu den ersteren gehören z.B. Adolf Noise und Monaco Schranze. Und während der Herr Noise geräusch-ähnliche Klangflächen veröffentlicht, die eher nach Soundscape als nach Musikstück klingen, steht Monaco Schranze für unerbittlich harten und kalten Kachelfunk. Dj Koze ist der beste - wer das nicht glaubt, kann ihn ja selber fragen.




