DIETRICH,MARLENE
Violine
DIETRICH,MARLENE
Die wahrscheinlich außergewöhnlichste Schauspielerin der 1930-er und 1940-er Jahre war, wie sie es in einer von zwei Biografien selber formulierte, "Gott sei Dank, Berlinerin".
Ganz in der Nähe von Berlin wird Marlene Dietrich als Marie Magdalena Dietrich geboren. Obwohl sie für den Rest ihres Lebens das Jahr 1904 als Geburtsjahr angeben wird, datiert dieses Ereignis tatsächlich auf das drei Jahre zuvor liegende 1901. Die Tochter eines Polizeileutnants erhält in der mit aller Strenge geführten preußischen Offiziersfamilie eine standesgemäße Erziehung - ganz besonders gilt das für die musikalischen Aspekte ihrer Erziehung. So verwundert es auch nicht, dass sie sich ab 1918 in ein Weimarer Internat begibt, um sich zur Konzertgeigerin ausbilden zu lassen.
Der 1921/22 stattfindende Studienstandortwechsel bringt zunächst kein Glück. Wegen einer chronisch zu werden drohenden Sehnenentzündung bricht sie die Ausbildung ab und spricht unter dem Namen Marlene Dietrich an der Schauspielschule des Deutschen Theaters vor. Recht schnell folgen erste Besetzungen und schon 1923 ehelicht die Dietrich den Regieassistenten Rudolf Sieber. Der Heirat wiederum folgen nicht nur erste, wenn auch kleinere Rollen in Filmen - im Dezember 1924 wird die Dietrich zum ersten Mal Mutter.
1930 und mit der Rolle der Lola Lola in dem Film "Der blaue Engel" nach dem Roman "Professor Unrat" von Heinrich Mann erfolgt für Dietrich der nationale wie internationale Durchbruch. Das darin von ihr gesungene Lied Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt wird nicht nur zu einem Welthit, sondern auch zur Dietrich-Erkennungsmelodie. Unmittelbar nach der deutschen Premiere folgt sie dem Regisseur Josef von Sternberg nach Amerika, wo sie sich anschickt, zur umstrittensten Frau des amerikanischen Films zu werden. So tritt sie etwa in ihrem ersten Film in den USA in Männerkleidung auf und unternimmt auf diese Weise und nur mit einem Hosenanzug bekleidet, erste Schritte in Richtung Gleichberechtigung. Rund eine Dekade vor der Geburt Alice Schwarzers.
Der zu einem Weltstar aufgestiegenen Berlinerin bietet der von Nazis eingesetzte Reichspropagandaminister Goebbels um das Jahr 1936 unglaubliche Summen und Freiheiten an, vorausgesetzt sie kehrt nach Deutschland zurück. Sie lehnt dankend ab und wird stattdessen zur überzeugten Anti-Faschistin. Sie engagiert sich für anti-nazistische Propaganda, macht Truppenbesuche und wirkt als Fluchthelferin. 1939 nimmt sie die amerikanische Staatsbürgerschaft an.
Nach dem Ende des Krieges ist sie fast ausschließlich als Sängerin auf der Bühne. Ihr unglaublicher starker deutscher Akzent und eine sehr viel näher an der Sprache als am Gesang liegende Stimme machen sie unverwechselbar. Begleitet wird sie die gesamte Zeit von dem damals noch jungen Burt Bacharach. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland, wird sie als Vaterlandsverräterin geächtet und flüchtet sich bis zu einem Oberschenkelhalsbruch bei einem Auftritt in Australien im Jahr 1975 auf die Bühnen dieser Welt.
Im Anschluss lebt sie zurückgezogen in Paris. Am 6. Mai 1992 stirbt Marlene Dietrich in Paris. Sag mir, wo Marlene ist, wo ist sie geblieben....




