Bowie,David
Saxophon
Produzent
Bowie,David
David Bowie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Rock'n'Roll Chamäleon. Nach Ziggy Stardust, dem Thin White Duke und dem Young American darf er endlich der sein, der er heute wirklich ist - eine weise und alternde, aber nichtsdestotrotz immer noch aktive Eminenz des Rock- und Pop-Business. Das hat übrigens nicht nur mit seinem musikalisch-künstlerischen Schaffen zu tun. Bowie ist neben vielem unter anderen auch dafür bekannt, seine Musikerpersönlichkeit in Aktien aufgeteilt an die Börse gebracht zu haben. Das hat vor ihm kein anderer getan.
Nach einigen Singles gelingt ihm 1969 mit Space Oddity ein erster Top-10-Erfolg. Nach zwei weiteren Alben, die zwar hier und dort begeisterte Kritiken einheimsen, kommerziell aber wenig erfolgreich sind, besinnt sich Bowie auf sein schauspielerisches Talent. Das Ergebnis ist die Kunstfigur Ziggy Stardust. Das dazugehörige Album, das mit der Backingband Spiders from Mars 1972 veröffentlicht wird, gehört heute zu den wenigen ganz großen Würfen, die populäre Musikgeschichtsschreibung kennt.
Im Zuge des Erfolges seiner Wiedergeburt als Mr. Stardust wird Bowie für kurze Zeit zum musikalischen Workaholic. Er produziert und schreibt Songs für andere und ist selber rund um die Uhr mit seinem Alter Ego Stardust beschäftigt. Das alles geht auch bei Bowie nicht ohne die richtigen Stimulanzien. Mitte der 1970er Jahre hatte er sich eine gründliche Kokain-Sucht angewöhnt, die ohne große Umstände zu einer Heroin-Abhängigkeit weiterentwickelt wurde. Nach Aufenthalten in Los Angeles und London, zieht es ihn nun nach Berlin. In Zusammenarbeit mit Brian Eno, dem Ex-Roxy Music Mastermind, entsteht dort das Album Heroes, das für viele das beste Album Bowies darstellt.
Anfang der 1980er setzen sich die Erfolge Bowies weiter fort. Nile Rodgers, einer von zwei Chic-Erfindern, versucht sich mit Bowie an tanzbarerem Material. Let's Dance und China Girl werden zu seinen größten kommerziellen Erfolgen. Mitte der 1980er Jahre erscheint Bowie des Öfteren auf der Leinwand und erhält auch dafür weltweiten Applaus. Sein nächstes und größer angelegtes musikalisches Projekt ist Tin Machine, eine Rockband. Bis auf kontroverse Reaktion bezüglich eines Album-Covers jedoch, kann Bowie die Öffentlichkeit für dieses neue Projekt nicht erwärmen.
Nach dem begeistert aufgenommenen Soloalbum Black Tie White Noise macht Bowie von sich reden, indem er Anleihen, so genannte Bowie Bonds, verkauft, deren Eigentümern die Einnahmen an zukünftigen Bowie-Veröffentlichungen zugesichert werden. Innerhalb kürzester Zeit verdient Bowie mit dem Verkauf dieser Bonds mehr als 55 Millionen Dollar. Auch das Internet stellt für Bowie vor allen Dingen eine neuen Möglichkeit dar, Geld zu verdienen. Wer Bowies Website einsehen und seiner Band beim Proben zuschauen möchte, kann das problemlos für nur knapp 6 Dollar im Monat tun.
Nach Ausflügen in musikalische Gefilde, die er lieber nicht bereist hätte, veröffentlicht Bowie Reality. Sein bisher letztes Album. Wer es auf die Tour nicht geschafft hat, der kann Bowie auf dem dazugehörigen DVD-Mitschnitt erleben.




