Biolay, Benjamin
Komponist
Klavier
Biolay, Benjamin
Biolay gilt in Frankreich als der Serge Gainsbourg des 21. Jahrhunderts. Was übrigens nicht nur daran liegt, dass auch Biolay schönen Frauen Kompositionen auf den Sängerinnenkörper schneidert, die nach Maßanfertigung klingen. Wie Gainsbourg, ist auch Biolay selbst ein hervorragender Interpret. Und nicht zuletzt fand und findet die französische Zigarettenindustrie in den beiden zwei ihrer dankbarsten Abnehmer.
Biolay begann seine musikalische Ausbildung im Elternhaus. Sein Vater war Klarinettist und Mitglied in einem Orchester um die Ecke. Mit diesen Einflüssen gewappnet, lernte Biolay zunächst die Violine, die auch auf dem Konservatorium in Lyon, dass er später besuchte, sein Hauptinstrument bleiben sollte. Erst dort fing Biolay an, sich für Musik jenseits des klassischen Horizonts zu interessieren und zu öffnen. Damit einher ging der Wille, das instrumentale Können dementsprechend auszubauen - inzwischen gilt Biolay als Multiinstrumentalist.
Während seiner Twens spielte er in diversen Bands und Formationen, zu denen auch eine mit dem Namen Mateo Gallion gehörte. Mit dieser nahm Biolay sogar ein Album auf, das aber niemand anders haben wollte. Wie, ist nicht genau geklärt, aber im Anschluss an diese ersten und nicht wirklich ermutigenden Begegnungen mit dem Ungeheuer Plattenindustrie, unterschrieb Biolay 1996 einen Künstlervertrag bei der EMI. An seinem Status als erfolgloser Interpret änderten die paar Singles, die er jetzt mit Hilfe von EMI unter die Leute bringen konnte, allerdings auch nichts. Bis er auf Keren Ann Zeidel traf.
Die über Jahre währende Zusammenarbeit der Geschwister im Geiste zahlte sich nicht für die beiden aus. Das gemeinsame fruchtbare Wirken kam auch noch anderen Nutznießern zugute. Nachdem Biolay und Keren Ann damit begonnen hatten, sich auf ihren Solo-Veröffentlichungen mit Kompositionen, Texten und Arrangements gegenseitig unter die Arme zu greifen, und das auf Keren Anns erster Veröffentlichung La Biographie de Luka Philipsen sehr gut ankam, wurden unter anderem diese beiden damit beauftragt, an Song-Material für Henri Salvador zu arbeiten. Für sie wurde Chambre avec vue zum absoluten Durchbruch. Für Salvador ein lang ersehntes Comeback...
Für die beiden jungen Songschreiber bzw. für ihre jeweiligen Karrieren, gab es von nun an in Frankreich kein Halten mehr. Nicht nur hatte Biolay jetzt die Chance, sich selbst als Interpret seines eigenen Materials vorzustellen; die erfolgreichen Produktionen für Salvador war eine Visitenkarte sondergleichen. Und so kam es denn auch, dass Biolay seit dieser Zeit abwechselnd eigene Alben aufnimmt, um sich bei der nächsten Veröffentlichung wieder nur als Songschreiber oder Arrangeur zu betätigen. Damit das so bleibt, müssen alle Familienmitglieder jetzt Alben aufnehmen - auch seine Schwester. Außerdem hat Biolay anderweitig für familientechnische Expansion gesorgt, indem er die Tochter der in Frankreich kaum bekannten Catherine Deneuve und Marcello Mastroianni, Chiara Mastroianni heiratete.
Er selber hat es bisher auf insgesamt drei Veröffentlichung im LP-Format gebracht, von denen die letzte recht rockig ausgefallen ist und A L'Origine heißt.




