Alexander,Peter
Klavier
Alexander,Peter
1926 als Peter Neumeyer geboren gehört Alexander zu jener Generation, von der man sagt, sie hätte durch Nazi-Regime und Hitler-Krieg das allerwertvollste verloren: Kindheit und Jugend. Vielleicht ist das eine mögliche Erklärung für Peter Alexanders ungetrübte Lebensfreude bis ins hohe Alter hinein und über weiterhin nicht ausbleibende Schicksalsschläge hinweg - nach dieser Erfahrung kann einem nichts mehr passieren....
Der Sohn eines Bankangestellten trällert schon früh und gut für sich und für andere. Das fällt nicht nur seinen Eltern, sondern auch den Wiener Sängerknaben auf. Peter Alexanders Abneigung gegen Tourneen und viel Reisen machen die Karriere als Sängerknabe, noch bevor sie anfangen konnte, zunichte. Allerdings tut das seiner Liebe zur Musik keinen Abbruch. Irgendwann als kleiner Steppke hört er auf einem der Grammophone, die in Großvaters Ladengeschäft zum Verkauf angeboten wurden, zum ersten Mal Wagner. Der Landsmann, oder besser, seine Musik lässt ihn nicht mehr los. In der Schule hat er dann auch seinen ersten öffentlichen Auftritt als Sänger und debütiert mit einer Arie aus Wagners Lohengrin. Der außer in Musik aber ansonsten mittelmäßig bis schlechte Schüler kriegt keine Chance, durchs Abitur zu fallen - vorher wird er als Flakhelfer eingezogen, dann muss er zum Arbeitsdienst und zur Martin. Das ist 1944 und Alexander gerät schon bald in englische Kriegsgefangenschaft. Dennoch zeigen sich auf seiner Seite keine Spuren von Resignation. Im Gegenteil: Mit der im Lager auftretenden Laiengruppe verhilft er sich und den anderen zu ein paar Bühnenauftritten.
Die Erfahrungen haben ihn geprägt. Das merkte er spätestens nach einem ein Jahr währenden Versuch, Arzt zu werden. Und entgegen den Wünschen seines Elternhauses bricht er das Medizinstudium in Wien ab und geht nach Berlin, an das renommierte May-Reinhardt-Seminar, das er 1948 mit einem Reifezeugnis abschließt. Sein erstes Engagement führt ihn zurück nach Wien, ans Burgtheater. Zwar trifft er dort auf Marika Rökk, Johannes Heesters und andere - der Durchbruch als Schauspieler klassischer Rollen allerdings gelingt ihm nicht. Dafür kristallisiert sich heraus, dass Peter Alexander über komödiantisches Potential verfügt. Er heuert bei den verschiedensten Ensembles an, aber der Erfolg bleibt mäßig. Alexander versucht es mit Stimm-Gewalt. Ein kleiner Achtungserfolg mit Das machen nur die Beine von Dolores verschafft ihm die Chance, nebenher Geld als Radiomoderator zu verdienen. 1952 trifft er auf Hilde Hagen. Sie - so ließt man es vielerorts - veränderte sein Leben. Nein, nicht nur, dass er jetzt verheiratet war - Hilde Hagen ließ für ihren Peter alles stehen und liegen, inklusive der eigenen Karriere als Schauspielrein. Fortan widmete sie all ihr Können auf das Management der Peter Alexander-Karriere. Ergebnis: die erste Filmrolle. Schon kurze Zeit später sticht er auf einem Münchener Sangeswettbewerb hoch-dotierte Konkurrenz (Vico Torriani, Cornelia Froboess) aus und nennt ein Plattenvertrag sein eigen. Es folgt die zweite Filmrolle. Der cineastische Durchbruch allerdings gelingt ihm mit einer Reihe Filmen, in denen er an der Seite von Catherina Valente spielt. "Liebe, Tanz und 100 Schlager" aus dem Jahre 1955 war einer von zwei Filmen, die der österreichische Komödienstar mit der Artisten-Tochter Valente drehte. Außerdem nahmen sie verschiedene Schlager zusammen auf - wie die Filme wurden auch diese zu Bestseller-Erfolgen. Nach der intensiven Zusammenarbeit mit Catharina Valente, widmete sich Peter Alexander wieder seiner zweigleisigen Solo-Karriere. Einmal mehr bestätigt ihn der Erfolg. Filme wie "Im weissen Rössl" oder "Schweijks Flegeljahre" werden zu sensationellen Publikumsrennern. Auch privat ist das Glück ihm hold: 1958 werden er und seine Frau zum ersten Mal Eltern, 1963 zum Zweiten Mal. Ansonsten werden Filme gedreht, Platten aufgenommen und der Bekanntheitsgrad Alexanders weiter gesteigert.
Ein paar Jahre, Filme und Plattenerfolge später, wird der Plan, Peter Alexander auch in Amerika zu einem Star aufzubauen, aufgegeben. Von Gelbsucht ist die Rede, aber in Wahrheit kommt der Zwischenfall Peter Alexander sehr gelegen. Seine Abneigung gegenüber langen Reisen und Tourneen war ja schon im Kindesalter stark ausgeprägt. Sein Phlegma hindert ihn allerdings nicht daran, weiterhin in Europa und ganz besonders in Deutschland einen Erfolg nach dem anderen zu feiern. Nach dem Wechsel der Plattenfirma (von Polydor zu Ariola) widmet er sich in den 1960er Jahren vor allem der Musik bzw. dem Gesang. Selbstverständlich verzichtet er nicht vollkommen auf die Schauspielerei, aber erst im Jahre 1968 erregt er damit wieder landesweit Aufsehen: "Zum Teufel mit der Penne" ist der erste von insgesamt drei Filmen, die als die Pennäler-Filme in die Kulturgeschichte der Bundesrepublik eingehen sollten. Zusammen mit Heintje Simons, Theo Lingen, Harald Juhnke und Christiane Hörbiger, um nur einige zu nennen, schuf man kurzerhand ein neues filmisches Genre - eben den Pennäler- oder auch Schulfilm.
Peter Alexander befindet sich im Zenit seines Erfolges. Konsequenterweise erhält er eigene Fernsehshow - die Peter Alexander-Show. Und sie ist erst der Anfang. Von 1972 bis einschließlich 1988 ist Peter Alexander ganz regelmäßig im deutschen Fernsehen vertreten. Er ist Gastgeber in der eigenen Show, moderiert aber auch Benfiz-Galas und andere mediale Großveranstaltungen. Während dieser ganzen Zeit bricht er einen Zuschauerrekord nach dem anderen und gewinnt so ziemlich jeden Fernsehpreis, den das deutsche und österreichische Fernsehen zu vergeben haben, darunter auch den Bambi und die Goldene Kamera. Ende der 1980er läutet Peter Alexander seinen Rückzug aus dem Showgeschäft ein. Zwar ist er seinem Publikum durch Tourneen und auch die Wiederaufnahme der Peter Alexander Show präsent, aber der Hans Dampf in allen Gassen ist er nicht mehr. Schließlich muss er auch dem Alter Tribut zollen. 1996 wird er 70. Und alle kommen, um ihm zu gratulieren.




