ADAMS, BRYAN
Gitarre
ADAMS, BRYAN
Zweifellos gehört der gebürtige Kanadier Bryan Adams zu den sogenannten Giganten der Mainstream Popmusik. Ob seine Musik aber Rock'n'Roll oder gar Hardrock genannt werden sollte, darüber herrschen berechtigte Zweifel. Und das Gigantische an ihm ist auch nicht wirklich die Musik, sondern der Erfolg bzw. die Menschenmassen, die Herrn Adams weltweit zujubeln. Aber auch das muss ihm erstmal einer nachmachen - obschon instrumentales Multitalent, scheint er weniger Genius als Arbeitstier zu sein. Was Genre-Kollgen wie Bruce Springsteen, John Cougar Mellencamp oder auch Sting zuzufallen scheint, muss er sich mit viel Fleiß aneignen.
Aber das war nie anders. Nach einer bewegten Kindheit (bewegt im Sinne von vielen Umzügen) bleibt Adams nach der Scheidung seiner Eltern bei seiner Mutter in Ottawa. Als pubertierender Sechzehnjähriger spielt er, anstatt in die Schule zu gehen, bei diversen lokalen Bands vor, aber durchsetzen kann er sich schlussendlich als Sänger bei der Band Sweeny Todd. 1977 folgen erste Single- und Album-Veröffentlichungen und sogar eine Billboard-Chart-Notierung. Aber 1978 steigt Adams bei seiner ersten Band aus und versucht sich mit Jim Vallence als Songwriter und Produzent für andere. Und das läuft erstaunlich gut. Dennoch drängt es Adams zu eigenen Veröffentlichungen. 1980 erscheint sein Debüt. Die Verkaufszahlen bleiben zwar in einem Bereich, der als moderat zu bezeichnen ist, aber Adams hatte sozusagen Blut geleckt. Nach extensiven Touren erscheint 1983 sein zweites Album, das sich schon wesentlich besser in den Charts platzieren kann als sein Vorgänger. Zeitgleich veröffentlicht das Autoren-Team Adams/Vallence ihren ersten Beitrag für eine Film-Soundtrack. Scheinbar reicht das Adams an Arbeitspensum immer noch nicht. Er veröffentlichte sein drittes Album Cuts like a knife, welches ihm eine Eröffnungstour für die Rock-Combo Journey verschaffte. Auch sonst war er sich zum Touren nicht zu schade: Im Jahr 1983 war er insgesamt 283 Tage auf Tour - und nebenbei arbeitet er mit seinem Kollegen Vallence immer noch wie verrückt als Songwriter und Produzent für andere Künstler oder auch Filme: darunter Krokus, 38 Special und Joe Cocker.
Der Durchbruch aber gelang Adams mit seinem vierten Album Reckless. Pünktlich zu seinem 25. Geburtstag kam es auf den weltweiten Markt und ließ einem gerade erst ein Vierteljahrhundert alten Musiker eigentlich keine Wünsche mehr offen. 4 Top Ten Singles, mehr als 10 Millionen verkaufte Alben weltweit, Ehrungen, Auszeichnungen und Preise zu Hauf - es sollte noch besser kommen. Sein eigener Erfolg war nämlich die beste Werbung für ihn und seinen Songschreiber-Kollegen Vallence und ihre Dienstleistungen als Songschreiber und Produzenten: also schrieben sie Hits für Loverboy, Glass Tiger, Bonnie Tyler, Roger Daltrey, Bonnie Raitt, Celine Dion, Neil Diamond und Diane Warren und, und, und. Allerdings währte die Partnerschaft der Hitgaranten nur bis zum Jahr 1989. Adams Hits allerdings blieben nicht aus. Zusammen mit Robert John Lange, der Mann der heutzutage als Produzent und Ehemann von Shania Twain in Erscheinung tritt, arbeitete er die von Michael Kamen vorgegebene Melodie für einen Song in Kevin Costners "Robin Hood"-Film zu einem Mega Hit um: Everything I do, I do it for you. Dafür und für sein insgesamt sechstes Album Waking up the Neighbours hagelte es Grammy- und andere Nominierungen.
In den 1990ern hörte Adams keineswegs auf, für Furore im musikalischen Mainstream zu sorgen: Please forgive me, All for love, Have you ever really loved a woman sind davon lediglich die bekanntesten. Am Ende des letzten Jahrzehnts vor der Jahrtausendwende wurde es ein wenig stiller um die kanadische Pop-Ikone. Obwohl er sich mit weiteren Filmprojekten auseinandersetzte und nie aufhörte, Songs zu komponieren, konnte er mit seiner letzten Veröffentlichung Room Service nicht an den Erfolg vergangener Tage anknüpfen.




